Roetgen - Im Salzstreuer der Gemeinde Roetgen ist kein Krümel mehr

Im Salzstreuer der Gemeinde Roetgen ist kein Krümel mehr

Von: ess
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Davon träumt der Winterdienst in Roetgen: Streusalz ist in der kleinen Gemeinde ein Objekt der Begierde, aber derzeit nicht vorhanden. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Jeder weiß, wie ärgerlich es ist, wenn er gerade sein Frühstücksei geköpft hat und der Salzstreuer ist leer. Die Salzstreuer der Gemeinde Roetgen sind ebenfalls inzwischen leer - die für den Winterdienst. 80 Tonnen betrug der Vorrat in den drei großen Silos, berichtet Bürgermeister Manfred Eis, und sobald etwas verbraucht worden war, wurde sofort nachbestellt.

Inklusive der etwa zehn Tonnen für die Handstreudienste (beispielsweise an Bushaltestellen) seien in diesem Winter rund 150 Tonnen verbraucht worden.

Der Winter ist, glaubt man den Prognosen der Wetterfrösche, noch nicht zu Ende. Zu Ende sind aber die Streusalzvorräte der Gemeinde, die ständig nachbestellt und die Lieferanten inständig bittet, aber nicht mal einen Salzstreuer voll bekommt.

„Wir tun unser Bestes und bleiben am Ball”, versichert der Verwaltungschef, doch muss auch er sich zunächst mit der Aussage anfreunden, dass es angeblich erhebliche Lieferengpässe gibt. Streusalz gibt es derzeit nur für den Landesbetrieb Straßenbau, damit Autobahnen, Bundes- und andere klassifizierte Straßen frei bleiben.

Die Gemeinde Roetgen ist mit ihrem Problem zwar nicht allein, es trifft auch andere und immer mehr Kommunen, doch fest steht, dass die Gemeindestraßen, die Bürgersteige, öffentliche Plätze und Flächen nicht mehr gestreut werden können. „Eingeschränkter Winterdienst” nennt man es, wenn statt gestreut nur noch geräumt wird.

Juristisch auf der sicheren Seite

Um die Roetgener Bevölkerung auf mögliche Rutschpartien vorzubereiten und zur Vorsicht zu mahnen, sind derzeit Plakate im Druck, die an vielen Stellen im Ort deutlich sichtbar aufgehängt werden sollen. „Mehr können wir im Augenblick nicht tun”, bittet der Bürgermeister vorab um Verständnis.

Solange niemand hinschlägt und sich dabei Blutergüsse holt oder sich sogar etwas bricht, dürften die Proteste in erträglichem Rahmen bleiben. Doch auch im Fall des Falles sieht die Gemeinde sich juristisch auf der sicheren Seite. Noch vor wenigen Tagen habe eine Sprecherin des ADAC in einer Fernsehsendung sinngemäß erklärt, man könne einer Kommune keine Schuld zuweisen, wenn sie nachweisbar, aber erfolglos alles unternommen habe, um an Streusalz zu kommen und anschließend die Bevölkerung mit Pressemitteilungen, Plakaten und Aushängen warne.

Diese Einschätzung behebt den Mangel in der kleinen Gemeinde nicht grundlegend. Dazu müsste der Sattelzug mit dem Streusalz anrollen oder es müsste tauen. Letzteres ist nach Aussagen der Meteorologen für Mittwoch in Gefrierpunktnähe nicht völlig ausgeschlossen und treibt dem Bürgermeister den Schweiß auf die Stirn. In diesem Falle gibt die Gemeinde dann am besten Schlittschuhe aus - für alle.
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