Im Riff geht‘s rund, im Roetgener Bürgersaal aber nicht

Von: hes
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Herrliche Kostüme und helle Kinderstimmen gab es bei der Premiere des Musicals von Kimundi am 8. November in der Tenne. Foto: A. Lauscher

Roetgen. Hundert singende Kinder, fantasievoll verkleidete Schauspieler und wundervolle Musik haben im November mehrere hundert Zuschauer in die Unterwasserwelt entführt. „Im Riff geht’s rund“ lautete der Titel des Musicals, das der Kinderchor Kimundi gleich zweimal mit großem Erfolg aufführte.

Geprobt wurde für das aufwendige Stück monatelang im Roetgener Bürgersaal – aufgeführt wurde es jedoch in der Eicherscheider Tenne und im Inda-Gymnasium Kornelimünster. „Es ist äußerst schade, dass eine der schönsten vorweihnachtlichen Aufführungen nicht im neuen Bürgersaal in Roetgen hat stattfinden können. Der Großteil der Kinder besucht die Grundschule in Roetgen und hätte das Stück sehr gerne auch dort aufgeführt“, ist André Matulla, Vater eines der singenden Kinder überzeugt und wandte sich daher an die Gemeindeverwaltung. „Es ist aus meiner Sicht eine Schande und die Kapitulation der Politik, dass dieses Musical nicht im neuen Bürgersaal aufgeführt wurde“, schrieb der Vater an den Bürgermeister und beklagte:  „Roetgener Menschen, die ihre Freizeit opfern und jede freie Minute für die Kinder einsetzen, finden keine Würdigung“.

„Uns hat keine Anfrage bezüglich der Nutzung des Bürgersaals vorgelegen“, sieht Bürgermeister Manfred Eis jedoch die Verwaltung als falschen Adressaten der Beschwerde in dieser Sache.

Keine Anfrage für Aufführung

„Es hat tatsächlich unsererseits keine Anfrage für eine Aufführung gegeben“, bestätigte Chorleiter Manfred Lutter gegenüber unserer Zeitung. Bühne und Nebenräume des Bürgersaals seien nicht optimal geeignet für das Stück, und auch mit der – für das Musical zwingend notwendigen – Verdunklung habe man Probleme gesehen, so Lutter. Der schwerwiegendste Grund für den jungen Verein, den Bürgersaal nicht für die Aufführung zu nutzen, seien aber die Nutzungsbedingungen der Gemeinde. „Wir haben nun mal leider keine unbrennbaren Kinder“, sagt Lutter augenzwinkernd und fragt sich, „wie Grenzlandtheater und Weihnachtsmärchen diese Auflagen erfüllt haben“.

Manfred Lutter, Musikpädagoge im Ruhestand, möchte dennoch „diese Sache nicht zu hoch aufhängen“, schließlich sei man bei der Suche nach geeigneten Aufführungsorten fündig geworden, bestätigt auch Friedhelm Schütz, ebenfalls für die musikalische Leitung beim Kimundi e.V. zuständig: „Da die Kinder überwiegend aus Höfen und Roetgen kommen, bot sich an, in die Mitte zu gehen, nämlich in die Tenne nach Eicherscheid“, so Schütz. Für eine zweite Aufführung sei man dann über persönliche Kontakte ins Inda-Gymnasium nach Kornelimünster gelangt, berichtet er.

Auch Friedhelm Schütz mag in der Sache „eigentlich nicht nachkarten“, hat sich aber schon über das Verhalten von Gemeinde und Schulleitung gewundert: „Eine Woche vor der Aufführung war plötzlich ohne Ankündigung der Musikraum und mit diesem auch das E-Piano abgeschlossen. „Das hat uns schon sehr überrascht und in der Vorbereitung gestört“, berichtet Schütz, der Wochen zuvor mit den Proben vom benachbarten Pfarrheim in den Bürgersaal umgezogen war, „weil es im Pfarrheim einfach zu beengt war“.

Die Sache mit dem verschlossenen Raum betrachtet Bürgermeister Eis etwas differenziert: „Der Musikraum wurde monatelang vom Verein genutzt, wobei es für den Gebrauch des E-Pianos keine Genehmigung gab, weil das Instrument ein Lernmittel ist und der Schule gehört.“ Dass der Musikraum „plötzlich“ verschlossen gewesen sei, habe daran gelegen, dass die Schließanlage des neuen Gebäudes fertiggestellt worden sei. „Im übrigen haben wir dem Verein im Mai die Nutzung des Saals zu Probezwecken genehmigt, nicht aber die Nutzung des Musikraums, da Klassenräume grundsätzlich von der Vermietung ausgeschlossen sind“, erläutert Eis.

Ob „Im Riff geht‘s rund“ noch ein drittes Mal und dann in Roetgen aufgeführt wird, weiß Manfred Lutter noch nicht, „in diesem Jahr jedenfalls nicht mehr“. Vater André Matulla aber hofft: „Vielleicht kann der Verein wenigstens in Zukunft seine wirklich tollen Stücke im Bürgersaal aufführen.“

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