Im Regen über den Broadway

Von: P. St.
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Auf der Monschauer Burgbühne bei der Hollywood-Broadway-Gala gefeiert: Sopranistin Eva Lind und das Kölner Symphonie-Orchester. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Fünf Tage spielte das Wetter mit, ehe am Donnerstagabend der Regen die Klassik 2010 auf der Burg Monschau erreichte. Die rund 1000 Zuschauer auf der nicht ganz ausverkauften Burg hielten jedoch tapfer durch, und so wurde die Hollywood-Broadway-Gala bei immerhin angenehmen Temperaturen am Ende doch noch eine runde Sache.

Die Kölner Symphoniker rissen die Zuschauer dank ihrer großen Spielfreude und der schwungvollen Dirigentin Inga Hilsberg mit, und die beiden Solisten, Tenor Rob Pitcher und vor allem Sopranistin Eva Lind mit ihrer starken Bühnenpräsenz, waren ebenfalls bestens aufgelegt.

Der musikalische Etappenlauf durch berühmte Filmmelodien und nicht minder populäre Musical-Stücke zauberte selbst im leichten Dauerregen ein wenig Broadway-Atmosphäre auf die Monschauer Burgbühne.

Als das Orchester die überdachte Bühne betrat, setzte auch das große Rascheln ein, denn Zuschauer bedienten sich der zuvor ausgehändigten Regenponchos.

Die Kölner Symphoniker unterstrichen von Beginn an, dass sie auch richtig swingen können, und Dirigentin Inga Hilsberg im dunkelgrünen Kostüm stellte unter Beweis, dass sie auch als Moderatorin ihr Fach sicher beherrscht.

Mitreißende Melodien

Das Programm mit 18 Stücken dürfte dem Publikum wohl vertraut gewesen sein. Ob die mitreißende und mit messerscharfen Bläsersätzen gespickte James Bond-Erkennungsmelodie, oder Themen aus Musical-Klassikern wie Westside-Story oder Phantom der Oper: Auf der Bühne erklang Musik, die die Seele berührt und einfach gute Laune macht. Schon mit Vorschuss-Applaus empfing das in Plastik gehüllte Publikum Eva Lind im Glitzerkostüm, die mit ihrer ausdrucksstarken Stimme trotz der ungemütlichen äußeren Bedingungen dem Abend Glanz und Größe gab.

Im Programm fand auch der Wunsch eines „älteren Herrn” Platz, für den das Orchester einen Satz aus Mozarts Klarinettenkonzert spielte, besser bekannt als Filmmelodie zu „Jenseits von Afrika.” Das Publikum war restlos begeistert, und der Beschenkte auch: „Das wollen die Leute hören”, meinte er.

Den Beifall des Publikum erwiderten Inga Hilsberg und Eva Lind mit Komplimenten an das Publikum für deren Durchhaltevermögen. Ein wenig Kondition für alle Beteiligten war in der Tat erforderlich, denn die Veranstalter entschieden sich, auf die Pause zu verzichten, eine Programmänderung, die die Dirigentin spontan mit der Aufforderung „Kann mir bitte jemand die Noten aus meinem Zimmer für die zweite Hälfte bringen” charmant meisterte. Die Burg-Gastronomie dürfte vom Verlust der Pause nicht so begeistert gewesen sein, aber man wollte die Zuschauer vor Schlimmeren bewahren, denn die regionale Wetterkarte kündigte für 23 Uhr stärkere Regenfälle an.

Am Ende eines beschwingten Abends bedankte sich Publikum mit lang anhaltenden Applaus, und genoss - sogar regenfrei - die beiden Zugaben.
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