Im Planwagen durch die Eifel: Schöne Momente für Demenzkranke

Von: P. St.
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Hinaus in die Natur: Mitarbeiter und Besucher des Begleit- und Entlastungsdienstes des Malteser-Hilfsdienstes in Aachen-Richterich trafen sich zu einer Planwagenfahrt durch die Nordeifel. Foto: P. Stollenwerk

Steckenborn. Der goldene Herbst der vergangenen Tage hat die Menschen noch einmal in Bewegung versetzt. Das erging jetzt auch dem Begleit- und Entlastungsdienst des Malteser-Hilfsdienstes in Aachen-Richterich nicht anders. Die 14 ehreamtlich tätigen Kräfte dieser Einrichtung betreuen im Café Malta, das im Pfarrheim St. Martinus an der Horbacher Straße untergebracht ist, Menschen mit einer Demenzerkrankung und ihre Angehörigen.

Einen schönen Herbsttag nutzten jetzt fünf der regelmäßigen Café-Besucher und ihre ehrenamtlichen Begleiter zu einem Ausflug in die Nordeifel. In Steckenborn bei Kunibert Wirtz stand ein Planwagen mit Traktor bereit, um mit der Gruppe hinaus in die Natur zu fahren.

Durch das Waldgebiet Buhlert ging es nach Schmidt, wo man an der „Schönen Aussicht“ den faszinierenden Panoramablick auf den Rursee genießen konnte. Es war bereits die zweite Ausfahrt mit Gästen aus der Aachener Einrichtung, die nach dem neuerlichen Erlebnis bereits eine weitere Eifeltour ins Auge fassten. Im Café Malta in Richterich werden regelmäßig offene Treffen angeboten und gelegentlich verlässt man auch das Pfarrheim, um die Natur zu genießen.

Entlastung für Angehörige

Bei den Treffen geht es darum, durch gezielte Angebote das Wohlbefinden der Besucher zu fördern. Außerdem werden die Angehörigen durch das Angebot entlastet. Gedächtnistraining, Malen, Basteln oder Musizieren stehen auf dem Programm. „Damit wollen wir schöne Momente der Erinnerung schaffen“, sagt Einrichtungsleiterin Ute Wilden. Mit der Aktivierung der Besucher versuche man einen konkreten Beitrag zu leisten, um den Fortschritt der Erkrankung zumindest zu begrenzen. Eine Ausfahrt in die Eifel stelle da „ein echtes Highlight“ dar.

„Als ehrenamtliche tätige Mitarbeiter wollen wir echte Entlastungsarbeit leisten“, sagt Ursel Rothe, die als ehrenamtliche Betreuerin im Café Malta regelmäßig im Einsatz ist.

Die Thematik von demenziell veränderten oder erkrankten Menschen rücke immer stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft, und erfreulich sei, „dass immer mehr Angehörige auch bereit sind, über das Problem zu reden“. Heute gebe es kaum noch ein Familie, die nicht in irgendeiner Form von der Demenz-Thematik betroffen sei. Aber oft fehle es noch an Informationen, denn eine betreute Person, die eine anerkannte Einrichtung aufsuche, habe beispielsweise Anspruch auf finanzielle Unterstützung aus der Pflegekasse.

Ursel Rothe möchte die Arbeit im Café Malta nicht mehr missen: „Es ist schön zu sehen, wie die Menschen wieder aufleben, wenn sie in Gemeinschaft sind.“

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