Im Parlament ein Wörtchen mitgeredet

Von: P. St.
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Das politische Alltagsgeschäft aus nächster Nähe kennengelernt: Laurin Melms (vorne) aus Roetgen vertrat den Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling beim achten Jugend-Landtag in Düsseldorf. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Politiker, ob im Gemeinderat oder im Bundestag, sehen sich häufig undifferenzierter und pauschaler Kritik ausgesetzt. Doch wenn es dann um Frage geht, dass ja auch jeder selbst politische Gestaltungskraft übernehmen kann, dann herrscht in der Regel großes Schweigen im Wählervolk.

Mit verbreiteten Vorurteilen wollte sich Laurin Melms jedoch nicht begnügen. Wie politische Prozesse vor Ort ablaufen und wie der parlamentarische Alltag eines Politikers aussieht, erfuhr der 18-jährige Roetgener Abiturient jetzt beim Projekt Jugend-Landtag. Drei Tage lang nahm der junge Mann, der gerade am Inda-Gymnasium in Kornelimünster das Abitur abgelegt hat, im Düsseldorfer Landtag Platz. Im achten Jugend-Landtag übernahm er den Part von Stefan Kämmerling, dem SPD-Landtagsabgeordneten aus Eschweiler und politischen Repräsentanten in der Städteregion. Für die 237 Abgeordneten des NRW-Landtags hieß es wieder, die Plätze zu räumen. Jugendliche aus ganz NRW übernahmen für drei Tage die Arbeit der Landtagsabgeordneten.

Beim Jugend-Landtag können politikinteressierte Jugendliche die parlamentarische Arbeit in NRW kennenlernen und es geht dabei auch konkret in die politische Praxis einschließlich abschließender Plenarsitzung. In diesem Jahr beschäftigte sich der Jugend-Landtag mit den Themen „Ermöglichung eines Gesellschaftswissenschaftlichen Abiturs“ sowie „Einführung eines Politikprojekts an Schulen“.

Stefan Kämmerling: „Der Jugend-Landtag ist ein tolles Projekt, das die Beteiligung junger Menschen an Politik aktiv fördert und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in parlamentarische Abläufe ermöglicht.“

Doch bevor die Redeschlacht begann, bildeten die Jugendlichen zunächst Fraktionen. Laurin Melms schloss sich der SPD-Fraktion an, die mit 99 Sitzen im Landtag vertreten ist. Die realen Mehrverhältnisse im Landtag sollen schließlich auch im Jugend-Landtag wiedergespiegelt werden, „wobei es passieren kann, dass sich die Jugendlichen durchaus andere Mehrheiten suchen“, weist Stefan Kämmerling einen zusätzlichen Reiz des Polit-Projektes hin. Auch eine Rednerliste für die Plenarsitzung wurde aufgestellt.

„Anfangs ging es noch mehr um Simulation, aber dann wurde es immer realitätsnäher und es wurde richtig gerungen“, beschreibt Laurin Melms den Verlauf der Debatte. Als Mitglied der größten Fraktion wurde er mit einem breiten Meinungsspektrum konfrontiert, gaben die Jugendvertreter aus allen Ecken des Landes doch ein recht repräsentatives Abbild des Meinungsspektrums in NRW wieder. Was den jungen Roetgener überraschte, war die Tatsache, dass 70 der 99 Fraktionsmitglieder des Jusos angehörten. „Es schon interessant zu erleben, wie sich die Jusos positionierten“.

Eine politische Tätigkeit oder Parteizugehörigkeit ist aber keineswegs Voraussetzung für die Mitwirkung im Jugend-Landtag. Bei Laurin Melms, sagt Stefan Kämmerling, sei die „tolle Bewerbung“ und auch die Empfehlung des Roetgener Bürgermeisters ausschlaggebend für die Auswahl unter den insgesamt drei Interessenten gewesen.

Laurin Melms gehört keiner Partei an und strebt auch keine politische Laufbahn an. Ab 1. August startet er ein Volontariat beim Lokalradio Antenne AC. Unpolitisch ist er aber keineswegs. Laurin Melms gehört den Initiatoren des Jugendbeirates in Roetgen, der in Kürze seine Arbeit aufnehmen wird. In diesem Gremium möchte er auch weiterhin aktiv bleiben.

Nach der Debatte ist übrigens vor der Debatte: Die Anträge des Jugend-Landtages kommen zeitnah auf die Tagesordnung des NRW-Landtages.

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