Im Münsterwald müssen Fichten weichen

Von: ag
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Roetgen/Aachen. Wer zurzeit im Münsterwald unterwegs ist und dort das markante Geräusch einer Motorsäge hört, könnte auf den Gedanken kommen, dass die Vorbereitungen für die dort geplanten Windkraftanlagen bereits im Gange sind. Dem ist aber nicht so.

Im nördlichen Bereich des Münsterwalds, auf der linken Seite der B 258 in Fahrtrichtung Aachen, werden im Auftrag der Stadt Aachen zurzeit Fichten und Kiefern gefällt und beseitigt, weil die Gefahr besteht, dass die Nadelhölzer ein Niedermoor austrocknen. „Fichten und Kiefern haben hier nichts verloren. Natürlicherweise wachsen hier Eichen, Buchen und Birken“, sagt Gerd Krämer vom Gemeindeforstamt der Stadt Aachen.

In einer Senke habe sich über Jahrzehnte hinweg ein Moor gebildet. Das Problem sei, dass die Nadelbäume viel Wasser aus dem Boden ziehen und das Moor austrocknen würden. Im Winter falle das Wasser auf die Nadeln und verdunste schnell, im Sommer würde viel Wasser über die Wurzeln aufgenommen, das dann über die Nadeln wieder verdunste, erklärt Krämer.

Das Niedermoor im Münsterwald ist das größte auf dem Gebiet der Stadt Aachen. „Es ist einzigartig für unser Stadtgebiet“, betont Winfried Engels von der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Aachen. Die Kernzone des Moores ist etwa einen Hektar groß, die Randgebiete weisen in etwa die gleiche Größe auf.

In insgesamt vier Abschnitten würden die Nadelbäume nun entfernt, erläutert Krämer. Der Abschnitt mit einer Größe von circa einem Hektar sei bereits im Jahr 2015 von den Nadelbäumen befreit worden. Zwei Bereiche mit einer Fläche von rund 1,4 Hektar seien in diesem Jahr dran, und im nächsten Jahr würden in einem weiteren Abschnitt 2,4 Hektar gerodet.

Zurzeit sind drei Arbeiter im Münsterwald mit dem Fällen der Bäume beschäftigt. Ein Arbeiter fällt die Bäume mit einer Motorsäge, ein anderer bedient den Seilkran, mit dem die Bäume an den Transportweg gezogen werden, wo dann ein dritter Arbeiter das Holz mit einem Harvester aufbereitet. „Dabei wird ein bodenschonendes Verfahren angewendet. Wichtig ist, dass keine Fahrspuren in Richtung des Moores entstehen“, sagt Krämer.

Auch den Zeitraum habe man mit Bedacht gewählt, sagt Engels. In der Planung habe man die Belange des Natur- und Artenschutzes berücksichtigt und für die Arbeiten eine Zeit ausgewählt, in der keine Vögel brüten würden und die Böden nicht durchnässt seien.

Die Stadt Aachen will im Münsterwald bekanntlich sieben Windkraftanlagen mit einer Höhe von rund 200 Metern aufstellen. Der nächste Standort der geplanten Windkraftanlagen befindet sich etwa 600 bis 700 Meter von dem Niedermoor entfernt. Damit sei der Schutzabstand zu Naturschutzgebieten, der bei dem Bau von Windkraftanlagen eingehalten werden müsse und aus einer Empfehlung des Landes NRW, nämlich dem Windenergieerlass NRW, resultiere, gegeben. „Die naturschutzfachlichen Kriterien sind hier aufgrund der Abstände gewahrt“, sagt Engels.

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