Im Mittel war 2016 zu warm und zu trocken

Von: aho
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Anfang Januar 2016 war es noch sehr mild: So winterlich wie hier an der Breitestraße in Konzen wurde es erst Mitte des Monats.
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Gewitter, Hagel und Sturm prägten die Zeit von Ende Mai bis Anfang: Die Feuerwehr war öfter im Einsatz, so wie hier bei einem Verkehrsunfall auf der B 258 bei Wahlerscheid. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Rückblick auf das Wetter des vergangenen Jahres in der Nordeifel: das Jahr 2016 startete in der Region unwinterlich und sehr mild. Im Januar musste man bis zur Monatsmitte warten, ehe sich die erste winterliche Phase des Winters 2015/2016 einstellte.

Das Hohe Venn verwandelte sich am 16. Januar 2016 in eine tolle Winterlandschaft bei -5 Grad Celsius Tageshöchsttemperatur und 25 Zentimetern Schnee. Diese Witterung hielt bis zum 20. Januar, ehe sich Tauwetter und sehr milde Luft durchsetzte. So wurde es am 25. Januar wieder extrem mild mit 14 Grad in Vossenack, 11 Grad im Hohen Venn und sogar 18,3 Grad in Geilenkirchen (Januarrekord), während es eine Woche zuvor in Küchelscheid und Elsenborn -17 Grad kalt wurde. Insgesamt war es ein im Vergleich zu milder Januar.

Der Februar legte einen nass kühlen bis oft nasskalten Start hin mit Regen, Graupel, Schneeregen und vor allem auch Stürmen um die Karnevalszeit, ehe zur Monatsmitte die nächste winterliche Phase für ein paar Tage einkehrte. Schon im letzten Februardrittel kehrte das ungemütliche Wetter zurück, ehe der Februar in einer Hochdruckwetterlage endete. Im Vergleich war es ein nasser und zu milder Monat.

Der März begann dann winterlich mit zahlreichen Schneeschauern. Im Hohen Venn erreichte die Schneedecke 37 Zentimeter, während es unter 500 Meter zu mild blieb für eine anhaltende Schneedecke. Der März hatte immer wieder nasskühle, teils aber auch freundliche und trockene Phasen. Frühlingsgefühle kamen dabei jedoch nicht auf, da oberhalb von 400 Metern 29 von 31 als kalte Tage registriert wurden, also die Maximaltemperatur unter 10,0 Grad Celsius blieb. Im Vergleich war der März ein zu kalter, vom Niederschlag her aber ausgeglichener Monat.

Schneedecke im April

Der April war dem März sehr ähnlich, nur auf einem leicht höheren Temperaturniveau. Wechselhafte und freundliche Phasen wechselten sich miteinander ab, warme Phasen gab es keine, denn 20 Grad wurden verbreitet nicht erreicht. Ende April setzte der Winter nochmals ein Zeichen: In der Zeit vom 24. bis zum 28. April gab es jeweils morgens immer wieder eine Schneedecke zwischen Vossenack und dem Hohen Venn. Der April schrieb sich als vergleichsweise zu kühl und vom Niederschlag her ausgeglichen in die regionale Meteorologie-Geschichte ein.

Der Mai startete nasskalt, ehe am Himmelfahrtswochenende (5. bis 8. Mai) sich schönes und sonniges Wetter durchsetzte. Die Temperaturen erreichten frühsommerliche Werte mit 23 bis 27 Grad. Doch das „Aprilwetter“ setzte sich dann wieder durch mit teils auch kalten Phasen. Am 15. Mai wurde verbreitet nur 5 bis 6 Grad Höchsttemperatur erreicht. Ende Mai wurde es langsam wieder wärmer, aber es begann eine Phase mit langsam ziehenden Gewittern, hohen Niederschlagsmengen, Hagelmassen und auch Tornados.

Gewitter, Hagel, Tornados

Die Unwetterphase hielt bis zum 7. Juni an, es wurde lediglich wärmer mit 24 bis 29 Grad, die Gewitter wurden kräftiger. An manchen Stellen fielen innerhalb von zwei Stunden 100 bis 150 Liter pro Quadratmeter (l/qm) Niederschlag, manche Orte blieben jedoch auch völlig trocken. Teils fielen über 30 Zentimeter Hagel. Diese Unwetterphase ging dann in eine längere unbeständige Frühsommerphase über und es regnete oft jeden Tag, besonders auch im Hochsommermonat Juli.

In einer typischen Westströmung gab es dann bis Mitte August immer wieder Fronten, Regen, Gewitter, kurze Wärme und lange kalte Phasen. Am 23. Juni gab es verbreitet 28 bis 34 Grad und am 20. Juli sogar 30 bis 36 Grad. Dazwischen gab es viele Tage mit unter 20 Grad.

Von der Durchschnittstemperatur her waren die Tage insgesamt aber völlig normal, teils sogar zu warm, weil auch die Nächte wegen Wolken wärmer waren. Erst im letzten Augustdrittel kam der Hochsommer im Spätsommer. Die heißesten Tage des Jahres brachten oft über 30 Grad mit. Am letzten Augustwochenende wurde es an der Mosel 38 Grad heiß, selbst in Bitburg reichte es für 36 Grad, 34 Grad waren es in Schmidt und 33,3 Grad in Vossenack. Selbst Mützenich hatte noch 31 Grad zu bieten.

Der Sommer blieb dann bis Mitte September und es gab nur wenige Unterbrechungen. Am 13. September gab es einen neuerlichen sommerlichen Höhepunkt, es wurde verbreitet 29 bis 34 Grad heiß und es breitete sich Trockenheit und hohe Waldbrandgefahr aus.

Nach einem viel zu nassen Juni wurde es im Sommerverlauf immer trockener mit einem im Vergleich viel zu trockenen und zu warmen September. Der Sommer 2016 hatte schließlich doch noch genauso viele Sommer- und Hitzetage wie der von 2015. Hier einige Beispiele (Sommertage/Hitzetage): Mützenich (13/4), Vossenack (22/8), Brandenberg (28/10), Gemünd (32/10) und Drove in der Voreifel (58/17).

Langes Hochdruckwetter

Der Oktober, der November und der Dezember fielen insgesamt ruhig aus, wobei der Oktober etwas nasser war als sonst und die Trockenheit im November und Dezember zurückkam. Immer wieder gab es längere Hochdruckwetterlagen, ähnlich wie schon im Spätsommer. Im Oktober gab es mal kältere Luft aus Russland und auch mal trübere Tage, so dass er auch vergleichsweise zu kalt ausfiel. Im November und im Dezember konnte man häufig stabile Hochdrucklagen mit Sonne, Hochnebel/Nebel im Wechsel feststellen. Niederschläge hatten kaum Chancen und auch der Winter blieb fern. Nur am 10. November sorgte Tief Julia am Abend für 10 Zentimeter Schnee, der am darauffolgenden Tag wieder verfloss.

Hoch Uwe hielt bis zu drei Wochen durch und sorgte für Inversion in der Eifel mit Dauerfrost am Rursee und +12 Grad auf den Höhen der Rureifel Anfang Dezember.

Bis auf kurze Unterbrechungen gab es bis Weihnachten Hochdruckwetter. Die Weihnachtsfeiertage waren mild, windig und oft verregnet. Danach sorgte das Hoch Yörn für einen ruhigen Jahresausklang.

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