Im Geschäft sind 70 Kilogramm Sprengstoff erlaubt

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Bis zu 70 Kilogramm Sprengstoff dürfen sich im Verkaufsraum befinden: der Inhaber des Edeka-Marktes in Roetgen, Gerd-Michael Peters, kennt die Regeln. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Böller, Heuler und Raketen liegen seit Montag wieder in den Läden. Da der Umgang mit den explosiven Stoffen gefährlich ist, gibt es eine Reihe von Vorschriften und Vorsichtsmaßnahmen, die Schlimmeres verhindern sollen.

„Das dürften jetzt so 60 bis 70 Kilo Sprengstoff sein“, sagt Gerd-Michael Peters, Inhaber des Edeka-Marktes in Roetgen, als er in seinem Geschäft vor dem Regal mit den Feuerwerkskörpern steht. Dabei rechnet er nur mit der Netto-Menge-Sprengstoff. „Mit Verpackung kämen wir hier wohl auf ein Gewicht von circa 250 Kilogramm“, sagt er.

Vor zwei Wochen kam eine Lieferung mit einem Nettogewicht von 100 Kilogramm bei ihm an, etwas mehr als die Hälfte davon steht jetzt im Laden. Damit bewegt Peters sich im gesetzlichen Rahmen. Die „Bestimmungen über den Umgang und Verkehr mit Feuerwerkskörpern“ regeln nämlich auch, wo und wie viel er davon lagern darf. In normalen Lagerräumen sind das bis zu 100 Kilogramm netto Sprengstoff, in Lagerräumen mit zusätzlichem Brandschutz 350 Kilogramm und außerhalb des Gebäudes, zum Beispiel in Containern, ebenfalls 350 Kilogramm. Im Verkaufsraum dürfen 70 Kilogramm angeboten werden.

Während Feuerwerk der Klasse I auch an Kinder über zwölf Jahren verkauft werden darf, ist das Feuerwerk der Klasse 2 nur für Erwachsene bestimmt. Für Peters Mitarbeiter an den Kassen ist die Alterskontrolle ohnehin Routine. „Bei Tabak und Alkohol ist das ja ähnlich.“ Aber auch die vermeintlich weniger gefährlichen Feuerwerkskörper der Klasse 1 verkauft Peters nicht an Kinder und Jugendliche, es sei denn, sie sind in Begleitung eines Erziehungsberechtigten.

Angeboten werden dürfen die Knallkörper nur vom 29. bis zum 31. Dezember und nur in der Originalverpackung. Im Laden muss außerdem ein Rauchverbotsschild in der Nähe der Ware angebracht sein. „Auch wenn hier eh keiner rauchen darf“, sagt Peters. Außerdem darf nicht jedes Geschäft die explosive Ware verkaufen. „Wer erstmals Feuerwerk vertreiben will, hat dieses der zuständigen Behörde mindestens zwei Wochen vor Aufnahme der Tätigkeit schriftlich anzuzeigen“, heißt es in den gesetzlichen Bestimmungen.

Wenige Tage nach Silvester werden die restlichen Knallkörper zu Peters Erleichterung wieder abgeholt. „Ich möchte die hier nicht lagern“, sagt er.

In der Silvesternacht bescheren die Böller und Raketen den Feuerwehrangehörigen in Deutschland die arbeitsreichste Nacht des Jahres. „Den Großteil der Einsätze in der Silvesternacht machen Brände aus“, sagt Bernd Hollands, Kreisbrandmeister der Städteregion Aachen. Zumeist würden diese durch den unachtsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht. Eine besonders große Gefahr stellen nicht geprüfte, illegal eingeführte oder auch selbst gebastelte Knallkörper dar.

„Vor allem Minderjährige sind von Feuerwerkskörpern fasziniert. Erwachsene sollten daher mit ihren Kindern über die Gefahren reden. Wer umsichtig und verantwortungsvoll mit Böllern umgeht, kann als Vorbild so manche schwere Verletzung verhindern“, mahnt Hollands zur Vorsicht. Wichtig sei, dass die Feuerwerkskörper ein deutsches Prüfzeichen haben und ausschließlich im hiesigen Einzelhandel angeboten werden. „Im Zeitalter des Internethandels können sie nämlich leicht von überall gekauft werden“, warnt der Kreisbrandmeister.

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