Im Eifelverein Einruhr-Erkensruhr 100 Jahre Geschichte geschrieben

Von: peo
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Wurden für insgesamt über 100-jährige Mitgliedschaft geehrt: Siegbert Heup (3. v. re.) und Johann Gerads (2. v.re.). Foto: Peter Offermann

Einruhr/Erkensruhr. 101 Jahre Mitgliedschaft, das ist schon aller Ehren wert, auch wenn Siegbert Heup amüsiert zugab, dass er die eigene Ehrung im letzten Jahr schlichtweg vergessen hatte und eigentlich 51 Jahre im Verein ist. Besser spät als nie!

Und so wurden bei der Jahresversammlung für ihre Verdienste und jeweils 50 Jahre Mitgliedschaft im Eifelverein Einruhr-Erkensruhr neben dem Vorsitzenden selbst auch Johann Gerads durch Stellvertreter Wolfgang Wollgarten ausgezeichnet.

Zu Beginn war es dem später geehrten Heup jedoch eine Freude die Vereinskameraden, insbesondere die extra aus Köln angereisten Mitglieder begrüßen zu dürfen. Anschließend konnte Heup in seinem Tätigkeitsbericht verkünden, dass die Probleme bezüglich des Rundweges Obersee-Heckelschen, unter tätiger Mithilfe von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, mit der Nationalparkverwaltung weitestgehend ausgeräumt werden konnten.

Der Wanderweg ist wieder geöffnet und wurde von der Nationalparkverwaltung wieder freigegeben. Erfreulich sei auch, dass der Ahr-Venn-Weg auf die rechte Rurseite verlegt werden konnte. Hier galt Heups besonderer Dank den kooperierenden Eifelvereinen aus Eicherscheid und Monschau.

Ein besonderer Erfolg war die viertägige Fahrt nach Gifhorn, an der 34 Personen teilnahmen. Aber auch ansonsten war der Verein im vergangenen Jahr wieder sehr aktiv. So wurden im Bereich der Wanderwege wieder zahlreiche Banklatten ausgetauscht und erneuert. Eine am Erinnerungskreuz Pleushütte gestohlene Bank wurde durch eine neue ersetzt.

Im Bereich Birkauel wurde eine neue Ruhestätte aufgestellt und im Bereich Ruhberg eine vollends zerstörte ausgetauscht. Des Weiteren wurde die Schutzhütte Eichhardt gereinigt und das Namensschild grunderneuert. Bei dieser Maßnahme wurden ebenfalls die Hecken beschnitten und damit wieder freie Sicht geschaffen. „Hier sind jedoch noch weitere Freischneidearbeiten erforderlich“, so Heup weiter. Und auch das Lieblingsprojekt des Vorsitzenden nimmt jetzt konkrete Formen an: das Anlegen einer Streuobstwiese.

„Ich halte dies aus drei Gründen für sinnvoll. Zum Ersten werden der Naturschutz und das Pflanzen alter Obstsorten gefördert und diese sind gut für unsere heimischen Bienen. Zweitens ist es ein absoluter Pluspunkt für die Aktion ‚Unser Dorf hat Zukunft‘ und drittens ist es förderlich bei der Anmeldung zum Konrad-Schubach-Naturschutzpreis“, sagte der Vorsitzende. Bei der Realisierung hat der Eigentümer der Aktion bereits zugestimmt“, so der sichtlich erfreute Vorsitzende und Wanderwart in Personalunion.

Den Ehrungen folgten dann Tätigkeitsberichte, Kassenberichte und die Wahl eines Kassenprüfers.

Einruhr in den Kriegsjahren

Zum Ende der Veranstaltung machte man einen Ausflug in die Geschichte. „Einruhr in den Kriegsjahren 1944/45“ hieß der Vortrag in Wort und Bild, der die Geschichte des nicht evakuierten und als Wehrmacht-Versorgungsstandortes genutzten Eifeldorfes, dem die letzten Kriegswirren übel mitspielten, den Versammlungsteilnehmern näherbrachte.

Bei insgesamt 13 Angriffen auf die Einruhrer Brücke sowie Luftmineneinschlägen in die Einruhrer Hänge verloren etliche Zivilisten aus der Bevölkerung ihr Leben. Am 3. Februar 1945 nahm der Krieg dann für die Einruhrer ein Ende, als die Amerikaner, von Erkensruhr aus kommend, das Dorf besetzten und die Sprengung der Brücke durch die verbliebenen Wehrmachtverbände verhindern konnten.

Am zweiten Tag nach der Besetzung wurden denn auch ein Bürgermeister und ein Hilfspolizist aus der Bevölkerung eingesetzt. Danach blieb Einruhr noch einige Zeit von wechselnden Truppen besetzt, weshalb es keine Einkaufsmöglichkeiten im Ort gab. Dies schränkte auch die Versorgung der Flüchtlinge aus anderen Dörfern, wie beispielsweise aus Eicherscheid und Dedenborn, stark ein.

Erst ab März bis September 1945 kehrten die nicht im Ort verbliebenen Flüchtlinge nach Einruhr zurück.

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