Simmerath - Im Dunklen gut schunkeln: Stromausfall sorgt für Romantik

Im Dunklen gut schunkeln: Stromausfall sorgt für Romantik

Von: ess/P.St.
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Bei Kerzenlicht an der Theke: Der Stromausfall am letzten Tage der Steckenborner Großkirmes wird wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Simmerath. Romantische Stimmung bei Kerzenschein: Behelfen mussten sich am Montagabend nicht nur die Gäste und Veranstalter auf der Steckenborner Kirmes. Rund 9000 Menschen waren von einem Stromausfall betroffen, der die Gemeinde Simmerath um 21.08 Uhr ereilte.

Keinen Strom gab es in Dedenborn, Eicherscheid, Huppenbroich, Einruhr, Erkensruhr, Hirschrott, Kesternich, Strauch, Steckenborn und Woffelsbach. Teilweise vom Stromausfall betroffen waren die Ortschaften Rollesbroich und Rurberg.

Ursache der Netzstörung war, so Energieversorger RWE am Dienstag, ein so genannter Erdschluss, eine Art Kurzschluss durch ein defektes Kabel. Die durch diesen Erdschluss erhöhte Spannung hatte zu einem Fehler in einem Trafo in der Ortsnetzstation Michelshof zwischen Strauch und Steckenborn geführt. Damit wurden auch Angaben von Passanten bestätigt, die einen Blitzeinschlag bzw. einen lauten Knall an dieser Station vernommen hatten. Die Löschgruppe Steckenborn rückte aus unter untersuchte die Trafos im Umfeld der Ortes.

Der Entstörtrupp des Energieversorgers setzte sich sofort in Bewegung, und um 21.51 Uhr waren die ersten Haushalte schon wieder am Netz, so RWE Rhein-Ruhr. Andere mussten sich etwas länger gedulden, denn erst um 0.19 Uhr am Dienstag wurde auch der letzte Haushalt wieder mit Strom versorgt. Nach Angaben der Feuerwehr Simmerath waren in Rurberg die letzten Häuser allerdings erst um 0.48 Uhr wieder mit Strom versorgt.

Der Stromausfall stellte die Ordnungshüter nicht vor Probleme. Wie Polizeisprecherin Iris Wüster am Dienstag erklärte, war es in Simmerath nicht nur dunkel, sondern auch ruhig. Wüster: „Es gab keine Veranlassung, dort verstärkt Präsenz zu zeigen.”

Ein wertvoller Helfer war in diesem Fall auch die Feuerwehr, die seit 22 Uhr die Gerätehäuser in allen Orten, die vom Stromausfall betroffen waren, mit Personal besetzte. Doch auch Gemeindewehrführer Jürgen Förster weiß, dass dieses Notfall-Angebot der örtlichen Feuerwehren in der Bevölkerung kaum bekannt ist. Am Abend erfolgten trotz des Stromausfalles auch Radiodurchsagen, doch nur wer noch über ein batteriebetriebenes Radio verfügte, konnte die Durchsagen vernehmen.

Mit dem guten, alten Telefon klappten die Verbindungen in den meisten Fällen noch, während der Mobilfunk an seine Grenzen stieß. Denn auch die Mobilfunkmasten sind von der Stromzufuhr abhängig; die eingebauten Akku-Puffer halten maximal anderthalb Stunden durch. So war mobiles Telefonieren aus dem Rurtal ab 23 Uhr nicht mehr möglich, da der Mobilfunkmast an der Jugendherberge Rurberg ausfiel.

Mit Einbruch der Dämmerung versanken große Teile der Gemeinde in der Dunkelheit. Das Fernsehprogramm oder das Surfen am Computer wurden abrupt beendet. Während viele Menschen früher als üblich ins Bett gingen, war am letzten Tag der Großkirmes in Steckenborn natürlich an frühzeitiges Ende nicht zu denken. In der Gaststätte Stollenwerk, wo Hahnenkönig Ralf Braun mit der Bevölkerung einen zünftigen Kirmesausklang feierte, verteilte Wirt Christoph Stollenwerk rasch Kerzen auf der Theke und den Tischen im Saal.

Die Musikvereinigung Melano brauchte für ihre Blechblasinstrumente keinen Strom und rückte von der dunklen Bühne auf die Tanzfläche vor. So ließ sich für die Kirmesgäste auch im Dunklen prima schunkeln. Die Laune bei romantischem Kerzenschein war hervorragend, und der wirklich nicht alltägliche Stromausfall bei einer Kirmes ließ die Stimmungswogen noch höher schlagen, und mancher hätte es wohl noch gerne länger bei Kerzenlicht ausgehalten, zumal auch die Bierkühlung nicht in Gefahr geriet.
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