Im Dorfarchiv finden auch Privatandenken ihren Platz

Von: ho
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Auf heimatkundlichem Sektor stets aktiv: H. Jürgen Siebertz, Initiator des Bauernmuseums und Autor zahlreicher Bücher, hat nun in Lammersdorf ein Dorfarchiv gegründet, um durch Alltagsgegenstände von Verstorbenen die Erinnerung an sie wach zu halten. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Untätigkeit kann man ihm höchstens ankreiden, wenn er sich alltäglich zur Siesta auf seine Wohnzimmercouch zurückzieht. Ansonsten ist sein Leben seit vielen Jahren vom allgemeinen Unruhestand und steter Emsigkeit geprägt.

Von kostenlosen Malkursen in seinem Atelier bis hin zu heimatkundlichen Aktivitäten ist in seiner Vita alles enthalten. So entstand auf seine Initiative beispielsweise das Bauernmuseum und im vorigen Jahr ein Arbeitskreis der Heimatforscher im Monschauer Land nebst überaus informativer Internetseite. Darüber hinaus hat er bisher neun Bücher zur Heimatgeschichte veröffentlicht (zwei weitere Veröffentlichungen stehen in diesem Jahr an) und hat nun ein neues Projekt in Angriff genommen. Die Rede ist von dem in der Lammersdorfer Krämerstraße wohnenden H. Jürgen Siebertz, der nun als neues Projekt ein Dorfarchiv in Angriff genommen hat.

Wie der quirlige Siebzigjährige im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, hat er in den letzten Wochen zunächst einmal seine Ergebnisse aus vierzig Jahren heimatkundlicher Arbeit auf der Internetseite www.lammersdorf-heimatgeschichte.de zusammengefasst. „Wenn alles wie geplant läuft, kann man dort ab dem 1. Juli Einblick in mein Archiv nehmen“, erläutert er.

Viele Verzeichnisse und Daten hat der Heimatforscher dort zum Herunterladen freigegeben. Unter dem Menüpunkt „Lammersdorf-auf-einen-Klick“ wird man gebündelte Daten und Informationen finden und unter „Literaturhinweise“ natürlich alle bisher veröffentlichten Bücher und Schriften über Lammersdorf. Interessierte werden dort zudem auf eine Vielzahl thematisch sortierter Bilder aus früherer Zeit stoßen und Berichte über das Leben der Vorfahren finden.

So nebenbei bemerkt Jürgen Siebertz dann noch, dass er im Zusammenhang mit diesen Arbeiten ein Dorfarchiv angelegt habe. „Heimatkundlich relevante Materialien wie Fotos, Totenzettel, Dokumente, Heimatbücher oder auch ganze Nachlässe können ab sofort bei mir abgegeben werden, die ich dann unter dem Namen des Abgebenden archiviere und aufbewahre“, erklärt Siebertz.

Dazu hat er zunächst einmal seinen Speicher leergeräumt. Das gesammelte „Material“ wird (so lange es ihm gesundheitlich möglich ist) bei ihm für die Nachwelt sicher aufbewahrt. Metallschränke für die Aufbewahrung könnte er übrigens noch gebrauchen.

Auch Kleidung wird aufbewahrt

„Ich habe zudem schriftlich festgelegt, dass das Dorfarchiv in meinem Krankheits- oder Todesfall an die Gemeinde Simmerath bzw. den Geschichtsverein Monschauer Land weitergegeben werden soll“, klärt Siebertz zur Sache vorsorglich auf und ergänzt: „Das Besondere an diesem Dorfarchiv ist, dass ich auch Gegenstände, die unmittelbar mit einem Verstorbenen zu tun haben, ihn also typisieren und an ihn erinnern, wie beispielsweise Urkunden, Orden, Kleidung, Musikinstrumente, Hüte und Spazierstöcke, aufbewahre“.

In der Aufzählung der Gegenstände fügt Jürgen Siebertz auch Totenzettel, Opas alte Pfeife, Omas Gebetbuch, den Diaprojektor des Onkels und viele andere Gegenstände an, die die Erinnerungen an Verstorbene aufrecht erhalten sollen. „Jeder Mensch ist und hat etwas Besonderes, was bei den heutigen teils anonymen Beerdigungen vielfach verloren geht“, erklärt Jürgen Siebertz zum Grundgedanken seines Dorfarchivs.

Da sich in letzter Zeit die Anfragen mehrten, wo man Nachlässe von Verstorbenen unterbringen könne, sei er auf die Idee mit dem Dorfarchiv gekommen.

Die Archivarien sollen nach den Vorstellungen des Heimatforschers zu einem späteren Zeitpunkt in einem öffentlich zugänglichen Raum ausgestellt werden, damit sie noch einmal an den Verstorbenen erinnern können. „Hierbei habe ich beispielsweise an das Pfarrheim gedacht“, hält Siebertz dazu fest und ergänzt: „Optimal wäre natürlich ein Raum, der für Interessenten jederzeit zugänglich ist. Das Bauernmuseum wäre sicherlich der geeignete Ort dafür, aber leider ist dort kein Platz vorhanden. Vielleicht lässt sich das aber auch noch regeln“.

Sein Ziel ist es auf jeden Fall, durch das Dorfarchiv das Andenken an die Verstorbenen, die Lammersdorf auf ihre Weise mit geprägt haben, aufrecht zu erhalten. Wer das neue heimatkundliche Archiv mit „auffüllen“ möchte, kann sich diesbezüglich gern mit Jürgen Siebertz, unter der Telefonnummer Telefon 02473/7917 in Verbindung setzen.

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