Im Club der Steckenborner „80er“ gibt es viel zu erzählen

Von: M. S.
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Willkommen im Club! Nach gutem Brauch lud Steckenbrons Ortsvorsteher Alex Stiel (hintere Reihe, links) die seit 2012 zum Kreis der 80–jährigen Steckenborner/innen zählenden Senioren zu einem inhaltsreichen Beisammensein. Foto: Manfred Schmitz

Steckenborn. Wann er die Idee zur Gründung eines „Clubs 80“ in seinem Heimatort hatte, weiß er beim besten Willen nicht auf Jahr und Tag zu sagen: „Das ist schon ‚Jahrenden‘ her.“ In die Jahre gekommen – aber voll jugendlichen Elans! Und so konnten Steckenborns Ortsvorsteher Alex Stiel und seine Ehefrau Herta jetzt sieben Frauen und Männer im Hause Felderstraße 47 zu einem traditionellen Frühjahrsempfang begrüßen; alle geladenen Senioren begingen 2012 ihr 80–jähriges Wiegenfest.

„Jedes Jahr beträgt die Zahl der betagten und ‚nullenden‘ Mitbürger, die an unserem Treffen in gemütlicher Runde teilnehmen, im Schnitt acht bis zehn Personen“, so die Gastgeber. Die Eheleute Stiel freuten sich, wie zu bis dato jedem Beisammensein, ihre Gäste „in gemütlichem Kreis begrüßen zu dürfen“.

Veränderte Lebenserwartung

Alex Stiel erinnerte daran, „dass bei unseren Vorfahren mit 80 das Ende der Lebenserwartung gekommen war, heute beginnt für viele der älteren Generation der vitale Lebensabend erst“.

Der Hausherr fand für jede(n) Altersjubilar/in persönlich – anerkennende Willkommensworte. So bezeichnete er Sophie Braun als „Frau der Superlative, eine Powerfrau in vielen Belangen, etwa als Nähkünstlerin oder Backmeisterin“. Regina Degener war laut Stiels Aufzeichnungen „fast das halbe Leben Kosmetik–Repräsentantin, wer einen besonderen Duft schätzte, fragte Regina Degener“.

Der Gastgeber hatte das Vergnügen, die von Reginas Mann Addi betriebene Vogelzucht zu besichtigen, „ein echtes Erlebnis, und die Gastfreundschaft der Eheleute ist sprichwörtlich“. Paulus Gerads ist gemäß Stiels Erklärung „ein zugezogener Steckenborner“. Der machte sich einen guten Namen, „weil er sein Wohnumfeld stets sauber hält, einfach beispielhaft für ganz Steckenborn“ (Stiel).

Ida Koll ist gemäß dem Urteil des Sprechers ein „bewegungsfreudiger Nimmerrast, deren Temperament und Fitness man anhand ihrer Bewegungen gleich erkennt“. Ludwig Löhrer („ein Mann der ganz ruhigen Art) habe es durch Einheirat nach Steckenborn verschlagen. „Ich kenne und schätze seine handwerklichen Leistungen, als Pflasterer ist Ludwig ein seltener Könner“, anerkannte Stiel.

Weil er wisse, „dass das frisch gekürte Club–80–Mitglied „noch einige historische Schätzchen aufbewahrt, werde ich ihn zwecks Bestückung unseres Dorfmuseums mit Löhrerschen Exponaten bald besuchen“. Hedwig Nellessens Lebensinhalt, empfand der Grußbotschafter, „war familiär bedingt geschäftlich orientiert“. Sie habe mit ihrem Mann lange eine sehr schöne Privatpension betrieben.

Die Bildung ihrer Kinder war, resümierte Stiel, „immer Hedwigs vordergründiges Anliegen, mit bester Resonanz, wie man inzwischen weiß“. Ingeborg Piepel und ihre Familie, stellte der Ortsvorsteher fest, hätten sich optimal ins Steckenborner Dorfleben und insbesondere in die angebotenen Seniorenaktivitäten integriert. Ingeborgs Johannisbeer–Plantage bilde eine vielbeachtete Attraktion „in einer unserer schönsten Wohngegenden, Auf der Höhe“ (Stiel).

Bis nach der Tagesschau...

Was als behagliche Kaffeetafel begann, an der nur Kandidatin Ruth Windelschmidt als „Jung–80–erin“ mit Grüßen bedacht fehlte, war zur Abendstunde dank abwechslungsreich–geselligem Unterhaltungsprogramm noch lange nicht zu Ende. Schließlich waren manche Clubangehörige zum ersten Mal mit gleichaltrigen Mitbürgern zu guten Kennenlern-Gesprächen und Gaumenfreuden beisammen. Da mochte die „Tagesschau“ einmal ohne Steckenborns „Jung–Ü–80“ über die Bildschirme flimmern…

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