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IG Schwalbenschule vermisst „relevante Schülerzahlen“

Von: P. St.
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Für den Erhalt des Schulstandortes Kesternich kämpft die IG Schwalbenschule. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich. Montag beginnen die Osterferien für die Schulkinder. Das gilt aber nicht für die Simmerather Schulpolitik und in besonderem Maße nicht für Kesternich. Für die dortige Grundschule, die Schwalbenschule, stehen jetzt entscheidende Beratungen an, die über die Zukunft der Einrichtung entscheiden.

Es geht um die Frage, ob die Schwalbenschule in Form eines Teilstandortes der Grundschule Steckenborn erhalten bleibt. Dies ist zumindest der Wunsch der Interessengemeinschaft (IG) Schwalbenschule Kesternich, die mit einem von über 1300 Simmerather Bürgern unterzeichneten Einwohnerantrag eine erneute Beratung erzwungen hat. Der Gemeinderat kommt am Dienstag, 5. April, zusammen, um in einer Sondersitzung (Beginn 18 Uhr) über den Antrag der IG zu befinden.

Die Unterzeichnenden haben die Gemeinde Simmerath aufgefordert, zum Schuljahr 2017/18 einen Teilstandort der Grundschule Steckenborn im Gebäude der bisherigen Grundschule Kesternich einzurichten.

Im Vorfeld der Beratung bedauert die IG, dass die Gemeinde Simmerath die Anfrage auf „relevante Zahlen zur Schulplanung“ zurückgewiesen habe, sagt IG-Sprecher Bernd Jestädt.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns habe zwar zugesagt, aktuelle Schüler- und Geburtenzahlen hinsichtlich der Debatte über einen Teilstandort der Grundschule Kesternich zur Ratssitzung am 5. April auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetz vorzulegen, jedoch habe der Bürgermeister nicht zugesagt, „die von der IG Schwalbenschule angeforderten Zahlen vorzulegen“. Hermanns habe lediglich angekündigt, „die bereits im letzten Jahr erhobenen Daten um ein weiteres Schuljahr fortschreiben zu lassen und zu aktualisieren“.

Diese Daten seien aber nicht, wie von der IG angefragt, nach Wohnorten der Kinder aufgeschlüsselt. Jestädt: „Daher bleibt die Verteilung der Schüler auf die Ortsteile weiter unklar. Nach Auffassung der IG Schwalbenschule „wird damit bewusst der Wohnort der aktuellen und zu erwartenden Schüler bei der zu treffenden Standortentscheidung ausgeklammert“. Die nach Orten aufgeschlüsselten Zahlen könnten belegen, dass die Geburtenzahlen in Kesternich stark steigend seien, und dass Kesternich im Jahr 2015 der Ortsteil mit den meisten Geburten in der Gemeinde Simmerath gewesen sei. Es sei „fragwürdig bis bedenklich“, wenn die von der IG geforderten Zahlen der Gemeinde nicht vorliegen würden.

Eine Schließung der Kesternicher Grundschule ohne die Einrichtung eines Teilstandortes wäre bei den zu erwartenden Schülerzahlen nicht durch den Schülermangel in Kesternich zu begründen.

Gerade in Kesternich mache ein Teilstandort „besonders Sinn“, unterstreicht der IG-Sprecher. Dann würde man auch erkennen, dass für einen Erhalt des Schulstandorts Kesternich „vermutlich keine Kinder gegen ihren Willen an den Standort Kesternich gebracht würden“. Ohne einen Grundschulstandort in Kesternich aber würden schon in fünf Jahren über 50 Schüler von Kesternich in andere Orte transportiert. Dies widerspreche dem Prinzip der wohnortnahen Beschulung.

Die Aufschlüsselung nach Ortsteilen würde zudem zeigen, „dass schon jetzt Eltern aus anderen Orten von ihrer freien Schulwahl Gebrauch machen und sich bewusst entgegen der üblichen Schulzuordnung für die Schwalbenschule Kesternich entscheiden“, so der IG-Sprecher weiter.

Daher sei die Aussagekraft der von der Gemeinde Simmerath bei der Ratssitzung im Mai 2015 verwendeten Zahlen „nicht ausreichend“. Die tatsächliche Schülerzahl in Kesternich liege inzwischen deutlich über der Prognose vom letzten Jahr. In diesem Zusammenhang wäre eine Befragung der Eltern bezüglich ihres Schulortwunsches hilfreich.

In der Nachbarkommune Monschau sehe man, wie durch die Einrichtung eines Teilstandortes die wohnortnahe Beschulung gewährleistet bleibe. Dabei habe der Grundschulteilstandort in Höfen weniger Kinder als es in Kesternich je zu erwarten wäre.

Bernd Jestädt abschließend: „Die Öffentlichkeit darf in Simmerath gespannt abwarten, welches Zahlenmaterial die Gemeinde mit der Regio-IT bis zur Ratssitzung ausarbeitet.“

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