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IG Pro Pumpwasserkraftwerk fordert „faire Chance“

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Die Initiatorin der Interessengemeinschaft Pro Pumpwasserkraftwerk Simmerath, Ursula Derichs-Lavalle fordert eine „faire Chance“ für das Projekt am Rursee. Foto: Archiv/. P. Stollenwerk

Nordeifel. Eine „faire Chance für das Speicherkraftwerk Simmerath“ fordert die Initiatorin der Interessengemeinschaft Pro Pumpwasserkraftwerk Simmerath, Ursula Derichs-Lavalle aus Strauch: „Wir alle sind dazu aufgefordert, in unserer schönen Eifel die Energiewende zu unterstützen bzw. zu fördern! Es ist schlicht und einfach auch unsere Pflicht, für unsere Kinder und deren Kinder Sorge zu tragen bzw. dafür zu sorgen, dass Energie für uns alle bezahlbar bleibt!“

Seinerzeit, als die Staumauern gebaut worden seien, habe es auch Gegner zu diesem Projekt gegeben: Kein Mensch habe dieses Bauwerk haben wollen: „Es war ein Glück für Simmerath, Heimbach und Nideggen, ein Glück für die Nordeifel, dass sich die Gegner und Bangemacher seinerzeit nicht durchgesetzt haben!“

Heute schürten erneut Mitmenschen mit „Bangemacher-Methoden“ Ängste, hält Ursula Derichs-Lavalle der Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ vor. Doch Angst sei noch nie ein seriöser Ratgeber gegeben.

Man sollte nicht vergessen, dass das geplante Pumpwasserkraftwerk auch eine Chance für neue Arbeitsplätze- und das nicht nur während der Bauphase- in der Region bedeute. Dieses Jahrhundertbauwerk würde für die gesamte Städteregion Aachen und den Kreis Düren nicht nur Arbeitsplätze während der rund fünfjährigen Bauphase bedeuten, sondern gleichfalls für viele ansässige Firmen in der Region vielfältige Möglichkeiten für neue Aufträge bieten.

Ursula Derichs-Lavalle: „Die Chancen, die das Projekt bietet, im Keim zu ersticken, ist grob fahrlässig. Natürlich muss sichergestellt werden, dass unser Rursee auch nach dem Bau des Kraftwerkes noch Touristenattraktion, Segel- und Angelrevier ist, die Wasserqualität gut oder vielleicht sogar besser als die heutige ist! Aber wenn alle diese Vorgaben erfüllt werden, dann soll dieses Kraftwerk bitte kommen!“

Das Kraftwerk sei kein Allheilmittel, aber ein Baustein für die Energiewende. „Ich bin der Meinung, dass dieses Projekt für die Eifel nicht eine Chance für moderne Technologie und sichere Energieversorgung für uns alle bedeutet.

Es tun sich noch ungeahnte positive Möglichkeiten für unsere Region auf.“

Bezüglich des Tourismus gebe es gute Beispiele, z. B am Schluchsee, Edersee, Walchensee oder Kochelsee, wo der Tourismus trotz Speicherkraftwerke boome. „Aus welchem Grund soll das in der Eifel anders sein?“

„Mir persönlich ist jedenfalls ein WSKW in Simmerath hunderttausend mal lieber als das unsichere AKW in Lüttich oder die bestehenden AKW’s im Rheingau an der französischen Grenze! Wenn an diesen AKW‘s einmal etwas Schlimmeres als derzeit passieren würde, kann uns hier in der Eifel die von den Gegnern an den Rursee zur „Rettung“ gerufene Schamanin auch nicht helfen!“

Ursula Derichs-Lavalle: „Die hier in Planung gestellte Energiewende sollte als Langzeitprojekt zum Nutzen unserer Kinder und Enkel dienen. Dabei beeinträchtigt doch die Bauzeit des WSKW nur zeitweilig die Lebensqualität der Anlieger. Dabei ist mir nicht wirklich klar, welche Belastungen die Gegner des WSKW eigentlich fürchten? Jeder stellt eben sein Problem in den Vordergrund – niemand ist bereit, für die Energiewende seine eigenen Wünsche auch nur etwas zurückzustellen – und sei es auch nur vorübergehend. Was wirklich tragisch ist, sind die Umsiedelungen in den Braunkohlengebieten hier in unserer Region, wo Menschen ihre Heimat verlieren.“

Ursula Derichs-Lavalle kritisiert die Gegner des WSKW noch in einem anderen Punkt, weil diese behaupteten, das dass Fraunhofer-Institut in einer Studie gesagt habe, Wasserkraftwerke würden sich nicht mehr lohnen. „Diese Aussage einfach frech und falsch! Es liegt mir eine persönliche Stellungnahme des Herrn Dr. Werner Platzer, Direktor Division Solar Thermal and Optics, des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg vor, in der dieser wörtlich schreibt: Eine solche Aussage ist im Rahmen unseres Supergrid-Projektes nie gemacht worden. Natürlich geht es um die Frage, wo man langfristig planbare Stromerzeugung ansiedelt. Pumpspeicher und Desertec-Konzept ergänzen sich da vielleicht .“

„Falschaussagen“ zum Erdkabel

Auch eine weitere „Falschaussage“ der Gegner, dass „die zu verlegenden Erdkabel explodieren könnten“, erzürnt die Sprecherin. Sie zitiert Dr. Ahlers, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Energie des BUND e.V., der festgehalten habe: „Das geplante Erdkabel stellt die beste und umweltfreundlichste Methode dar, die Stromanbindung zum Pumpspeicherkraftwerk herzustellen. Selbstverständlich ist so ein Erdkabel sehr sicher. Eine unsichere Technik würde in Deutschland auch gar nicht genehmigt“.

Selbstverständlich stellten die Baumaßnahmen und die Realisierung des Wasserkraftwerks Eingriffe in die Landschaft dar, und daher müsse auch sichergestellt werden, dass es am Rursee nicht zu wesentlichen Nutzungseinschränkungen komme.

Die IG Pro WSKW wolle dem Speicherkraftwerk eine faire Chance zu geben und abzuwarten, bis alle Gutachten und Planungen erstellt seien und nicht von vornherein das Projekt verteufeln. Ursula Derichs-Lavalle: „Auch wir „wollen das Kraftwerk nicht um jeden Preis!“

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