Hunderte Postkarten: Die Eifel in Bildern

Von: P. St.
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Gruß von der Riesentalsperre: Der Bau der Urfttalsperre war vor gut 100 Jahre ein Ereignis, das weit über die Region hinaus Beachtung fand. Die Personengruppe im Vordergrund befindet sich übrigens im Bereich des 50 Jahre später angestauten Obersees.

Nordeifel. „Das müsstest Du sehen, es ist großartig.“ Ein solches Bekenntnis der Begeisterung auf einer Ansichtskarte ist nichts Ungewöhnliches. Dieser Ausspruch bildet auch den Titel eines neuen Buches aus dem Regionalia-Verlag in Rheinbach.

Auf 300 Seiten sind etwa 500 Postkarten-Motive abgebildet, die den Kreis Euskirchen in alten Ansichten zeigen. 100 oder mehr Jahre alt sind diese Aufnahmen, die mehr als nur einen flotten Gruß aus der Eifel hinaus in die Welt darstellen, sondern heute zum zeitgeschichtlichen Dokument geworden sind, auch wenn es naturgemäß nur die Schokoladenseiten der Region sind, die als Motiv für eine Postkarte in Betracht kamen.

Zusammengestellt hat das ansprechende und abwechslungsreiche Bilderbuch die Diplom-Archivarin Heike Pütz, die Leiterin des Kreisarchivs Euskirchen, im Auftrag der Freunde des Historischen Kreisarchivs Kreis Euskirchen.

Seit dem Jahr 1872 waren privat erstellte Postkarten für den Postverkehr zugelassen. Die erste Karte mit Bild wurde 1870 in Oldenburg verschickt. Damit erschloss sich sowohl für die örtlichen Fotografen wie auch die Druckereien ein lukratives Geschäft. Mit den Jahren wurde die Gestaltung der Karten immer fantasievoller. Gerade in der Eifel, die damals schon als Touristenregion geschätzt wurde, hatte die Postkarte eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Entsprechend groß ist die Vielfalt der Motive. Viele der Ansichten werden in diesem Buch zum ersten Mal veröffentlicht.

„Dieses Buch ist ein idealer, bildhafter Einstieg in die Heimatgeschichte, doch für Geschichtskenner enthält dieses aufwendig gemachte Werk viele Überraschungen“, wirbt der Verlag für sein aktuelles Produkt.

Die Postkarte als Teil der Alltagskultur hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten aus dem Bewusstsein von immer mehr Menschen verabschiedet. In Zeiten digitaler Kommunikation bildet der handgeschriebene kurze Gruß auf einer Ansichtskarte inzwischen die Ausnahme.

Nach einem kurzen Abriss der Geschichte des Kreises Euskirchen gliedert sich der Bildteil in elf Bereiche, die damals das Interesse der Postkartenproduzenten fanden.

Die Grüße aus den Ferien in der Eifel nehmen einen großen Teil der Motive ein, aber auch Straßen, Schienen, Bahnhöfe, Industrie und Gewerbe sind zu finden, wie auch Amtsgebäude, Ausbildungsinstitute, Kasernen oder der damals spektakuläre Bau der Urfttalsperre. Klöster und Pastorate, Kuriosa und das ländliche Leben runden die Motiv-Vielfalt ab.

In dieser Breite ist der vorliegende Band ein treffliches Spiegelbild vom Leben und den Leuten auf dem Lande.

Heike Pütz: „Das müsstest Du sehen, es ist großartig“, Der Kreis Euskirchen in alten Ansichten, 300 Seiten, über 500 Abbildungen, erschienen im Regionalia-Verlag Rheinbach, ISBN: 978-3-95540-164-1, 19,95 Euro.

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