Hunderte Jecke feiern: Karnevals-Kehraus in Rurberg

Von: ess
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Erwärmend-hochprozentiges bot die Post beim letzten Karnevalszug der Session in Rurberg. „Himbeerpudding” wurde die Kreation aus rotem Likör und Eierlikör genannt. Foto: Ernst Schneiders

Rurberg. „Wenn nicht jetzt, wann dann!” dröhnt es aus der Konserve. Korrekt! In Rurberg setzte sich am Dienstagnachmittag der letzte närrische Umzug der Session in Bewegung. Der Himmel zeigte sich grau in grau und auf dem Rursee waren einige Enten und Gänse und ansonsten nur Tristesse zu beobachten.

Ganz anders in den engen Straßen des Dorfes und am Seeufer. Gezählt hat sie natürlich niemand, aber es war doch eine ansehnliche Anzahl von Jecken, die das karnevalistische Halali nicht verpassen wollten und im Zug mitmarschierten.

Und noch mehr Jecken säumten den Zugweg, um Kamellen, Popcorn, Lakritze oder Kartoffelchips zu ergattern. Das war mehr was für die kleinen Kostümierten.

Für die Großen gab es auf Wunsch auch Hochprozentiges. Dafür sorgte vor allem die Post, die im Zug immer wieder auftauchte. Naheliegend, denn Seine Tollität, der Ruberger Prinz Frank I., ist im bürgerlichen Leben Postbote in Eicherscheid und Huppenbroich. So war denn denn auch Gelb die vorherrschende Farbe.

Der Secret Service stand den Gelben in nichts nach, wobei die schwarz gekleideten Gestalten mehr an Service als an Secret dachten, während sich der neue US-Präsident Barack Obama und seine First Lady Michelle reichlich ungeschützt hoch oben auch einer Treckerschaufel durch den Ort kutschieren ließen.

Die Baukolonne vom Antoniushof spendierte den Narren am Zugweg Käse und Wurst, und eine Horde hübscher Hexen ließ für die Zaungäste die Flaschen kreisen, und für das Jungvolk gab es Süßes.

„Ach wär ich nur ein einzig Mal, ein schöner Prinz im Karneval...” In diesen Genuss kamen die Rurberger Jecken gleich zweifach. Während das Dreigestirn der Kiescheflitscher den Schlusspunkt des kurzen, aber heftigen Umzuges bildete, hatte sich ziemlich weit vorne das Simmerather Prinzenpaar unters Volk gemischt. Von beiden Wagen prasselten die Kamellen und andere Leckereien, sehr zur Freude der Kinder, aufs Straßenpflaster, so als gäbe es am nächsten Tag nichts mehr. Was dann wohl auch so ist. Aus einer Kneipe kamen bleiche Gestalten, wie Gespenster. Sie waren nicht kostümiert. Aber auch das gehört zum Karnevals-Kehraus. Denn, wenn dat Trömmelche jeht....
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