Hundebiss in Strauch: Staatsanwalt stellt Verfahren ein

Von: ess
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Strauch. Etwa Mitte Juli wurde der damals 18 Monate alte Ben beim Spaziergang mit Mutter und Großvater von einem Hund angefallen und gebissen. Doch für die Hundehalterin bleibt der Vorgang ohne Folgen.

Das große Tier, angeleint und mit einem Maulriemen gebändigt, habe sein „Frauchen” zu Boden gerissen, sei über den kleinen Jungen hergefallen und habe ihn mehrmals gebissen, wurde der Vorfall geschildert. Ein Kinderarzt hatte anschließend die Verletzungen des Kindes dokumentiert.

Die Erregung in der Familie war groß. Bens Mutter Katja Frauenrath und Großvater Michael Frauenrath forderten Konsequenzen für die Hundehalterin. Die Gemeinde Simmerath stellte Ermittlungen an, später auch die Polizei. Der Fall ging schließlich an die Aachener Staatsanwaltschaft.

Kein „schuldhaftes Verhalten”

Dieser Tage landete die für Katja Frauenrath unerwartete Antwort der Justiz im Briefkasten. Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen die Hundehalterin „mangels hinreichenden Tatverdachts” eingestellt. Der Verdacht einer fahrlässigen Körperverletzung habe sich nicht bestätigt, weil er ein schuldhaftes und pflichtwidriges Verhalten der Hundehalterin voraussetze. Die Umstände sprächen hingegen dafür, dass der Vorfall für die Hundehalterin ein „unabwendbares und nicht voraussehbares Ereignis” dargestellt habe.

In dem Schreiben der Staatsanwaltschaft an Katja Frauenrath heißt es: „Bezogen auf den vorliegenden Fall müsste der Beschuldigten somit nachgewiesen werden, dass sie es pflichtwidrig unterlassen hat, den Angriff des Hundes auf Ihren Sohn zu verhindern. Umstände, die darauf hindeuten, dass die Beschuldigte grundsätzlich erforderliche Vorkehrungen gegen einen Angriff des Hundes auf Dritte unterlassen hat, sind aber gerade nicht erkennbar. Der Hund war angeleint, und es war sogar ein Maulriemen am Kopf des Hundes befestigt. Ein pflichtwidriges Verhalten der Beschuldigten ist somit nicht feststellbar. Es lassen sich auch keine Umstände feststellen, die darauf hindeuten, dass die Beschuldigte von vorne herein erkennen musste, dass es ihr nicht möglich sein würde, ihren Hund in einer vergleichbaren Situation festzuhalten.”

Katja Frauenrath ist von dieser Reaktion der Justiz „maßlos enttäuscht”. Auf Anraten ihres Rechtsbeistandes hat sie Widerspruch eingelegt.
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