Hürtgenwald: Wie geht man mit der Kriegsgeschichte um?

Letzte Aktualisierung:

Hürtgenwald. Der Hürtgenwald war im Spätherbst 1944 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen alliierten Soldaten und Soldaten der Wehrmacht.

Aus der Kriegslandschaft der Jahre 1944/45 ist im Laufe der Jahrzehnte eine Erinnerungslandschaft entstanden, die eine Konzentration kriegsbezogener Zeugnisse aufweist, die in dieser Dichte selten in der Bundesrepublik ist.

Über die Frage, wie diese Erinnerungslandschaft weiterentwickelt werden soll, gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Der Kreis Düren, vertreten durch Landrat Wolfgang Spelthahn, und die Gemeinde Hürtgenwald, vertreten durch Bürgermeister Axel Buch, haben daher einen Gedanken aufgegriffen, der auf der im letzten Jahr in Vossenack ausgerichteten Fachtagung „Hürtgenwald – Perspektiven der Erinnerung“ aufgebracht wurde. Damals entstand die Idee zu einem Moratorium.

Das Moratorium findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich eine wichtige Etappe im Wechsel von der Erlebnisgeneration des Zweiten Weltkriegs zur inzwischen dritten Generation (die Enkel der Kriegsteilnehmer) vollzieht. Das führt notwendigerweise zu einem Abgleich der Auffassungen, Deutungen und Sinnstiftungen der Kriegsvergangenheit.

Und eben darüber soll ein Austausch mit und zwischen allen Akteuren und Akteurinnen der regionalen Geschichtsarbeit und allen Interessierten angestoßen werden. Dabei wird auch externer Sachverstand mit herangezogen: Im Rahmen des Moratoriums werden Vorträge und Symposien stattfinden. Termine und Themen werden frühzeitig bekanntgegeben.

Zunächst soll ein Überblick über alle Gedenk- und Erinnerungsobjekte der Hürtgenwald-Region verschafft werden. Auf der Grundlage einer solchen Bestandsaufnahme lässt sich erörtern, welche Sinnstiftung damit in der Region betrieben wird bzw. welche Botschaften transportiert werden. Dabei geht es auch darum, Defizite in der bisherigen Geschichtsarbeit aufzuspüren.

Die Bürgerbeteiligen

Diese Aufgaben sind nur zielführend und konstruktiv zu bewältigen, wenn sie im Rahmen eines breit angelegten, auf Kommunikation ausgerichteten Meinungsbildungsprozesses mit möglichst vielen Interessierten angegangen werden. Ein Schwerpunkt des Moratoriums liegt somit auf der Organisation dieser Bürgerbeteiligung. Ein ganz praktisches Ergebnis kann sein, dass die in der Geschichtsarbeit tätigen Einzelpersonen oder Gruppen die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit darzustellen.

Träger des Moratoriums sind der Kreis Düren und die Gemeinde Hürtgenwald. Finanziell getragen wird es maßgeblich aus Mitteln der Landeszentrale für politische Bildung NRW. Organisatorisch getragen wird es durch eine Lenkungsgruppe, den Arbeitskreis Hürtgenwald, der sich als ein Ergebnis der letztjährigen Fachtagung „Hürtgenwald – Perspektiven der Erinnerung“ (13.9.2014 in Hürtgenwald-Vossenack) gebildet hat.

Historisch engagierte Personen sollten sich mit Frank Möller in Verbindung setzen. Er ist der Koordinator des Moratoriums und direkter Ansprechpartner. Möller ist Historiker, hat zum Thema Erinnerungslandschaften geforscht und publiziert. Bei ihm erfahren Interessierte Näheres über das Moratorium. Erreichbar ist Frank Möller ab sofort unter der E-mail-Adresse: moratorium@huertgenwald.de

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert