Roetgen - Hubert vom Venn aus Roetgen steigt für die Freien Wähler in den Ring

Hubert vom Venn aus Roetgen steigt für die Freien Wähler in den Ring

Von: Ernst Schneiders
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Geht es nach Hubert vom Venn,
Geht es nach Hubert vom Venn, wird die Eifel künftig in Düsseldorf besser wahrgenommen als bisher. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. In seiner Geburtsurkunde steht „Johannes Hubertus Franke”. Damit kokettiert er bisweilen gerne. Als Hans-Hubert Franke kennen ihn wahrscheinlich nur die älteren Semester.

Bekannt wie ein bunter Hund ist er hingegen unter seinem Künstlernamen Hubert vom Venn, Kabarettist, Autor, Journalist, Geschäftsführer, Theaterleiter, Paradiesvogel und Direktkandidat der Freien Wähler (FW) im Wahlbezirk Aachen IV (Eschweiler, Stolberg, Monschau, Simmerath und Roetgen).

Hubert von Venn hat sich fest vorgenommen, mit seinem Erststimmenanteil die Matadore von SPD und CDU, Stefan Kämmerling und Axel Wirtz, am 13. Mai das Fürchten zu lehren. Die Konkurrenz der Piraten-Partei, in der gesamten Republik die politischen Senkrechtstarter, fürchtet der „Bürgervertreter” nicht. „Ich habe nichts dagegen, wenn die etablierten Parteien aufgemischt werden”, sagt der bekennende Eifeler, für den die Piraten allerdings „nicht wählbar” sind, vor allem wegen ihrer Haltung zum Urheberschutz. Das ist für ihn als Autor Kokolores, „das geht so gar nicht”.

Vom Venn ist nach eigenem Bekunden „kein Listenkandidat”, sondern „ein Direktkandidat”. Das macht ihm Spaß, da kann er die „freie Bewegung” besser unterstützen, deshalb ist er angetreten. Und ein spitzbübisches Lächeln zieht über sein Gesicht, wenn er daran denkt, welche Mühsal und Plackerei unter Umständen bei den Etablierten jahrelang angesagt ist, bevor man sich dort als möglicher Direktkandidat in Position gebracht hat. „Mich haben sie gefragt, ob ich kandidieren will, und wenig später war ichs!”

Bei allem Hang zum Komödiantischen ist Hubert von Venn dennoch ein hoch politischer Mensch, dem es weniger um Pöstchen und Tantiemen geht, als vielmehr um ein friedliches Miteinander der Menschen, um gegenseitige Wertschätzung. Seine politischen Schwerpunkte sind Schul- und Bildungspolitik sowie die Nordeifel, „die in Düsseldorf nur ein Ersatzrad ist”.

Die Streichung der Abwassergebührenhilfe durch die rot-grüne Landesregierung sei nur ein Beispiel dafür, wie wenig die Nordeifel im Land Gehör finde. Das soll sich ändern. „Ich möchte, dass man in Nordrhein-Westfalen die Eifel so wahr nimmt und wertschätzt, wie das in Rheinland-Pfalz der Fall ist.” Gehe es dort um die zweifelfrei geografisch erheblich größere Südeifel, „dann geht die Tür auf und Ministerpräsident Kurt Beck sitzt mit am Tisch”.

Für die Nordeifel hingegen sei die Landespolitik „völlig Kraft-los”, greift Hubert vom Venn zu einem Wortspiel.

Und noch ein anderes Thema treibt ihn politisch um: Hubert vom Venn will mit seiner Kandidatur und mit seinem politischen Engagement „ein Zeichen setzen gegen Rechts”. „Inzwischen tun sich Dinge, für die man sich vor zehn Jahren noch etwas geschämt hätte”, betont Hubert vom Venn besorgt. Zwei aktuelle Fälle aus der Südeifel führt er an. Das ist zu einen die Peiner-Ausstellung in Gemünd, initiiert von einem Kulturkreis.

Dieser Kulturkreis wolle mit der Ausstellung den Leiter der früheren Hermann-Göring-Malschule aus der Versenkung holen, sich kritisch mit seinem Werk auseinandersetzen und ihn danach wieder in der Versenkung verschwinden lassen, schüttelt Hubert vom Venn verständnislos den Kopf über die Intention der Ausstellungsmacher. Ein anderer Kritikpunkt ist die Lesung von Thilo Sarrazin in Prüm im Rahmen des Eifel-Literaturfestivals. Hubert vom Venn möchte weder eine „Ausstellung von Nazi-Kunst sehen noch ausländerfeindlichen Thesen bei einer Literaturlesung” lauschen.

„Auch in der Nordeifel gibt es solchen rechten Tendenzen”, weiß Hubert vom Venn, der völlig sicher ist, dass in manchem verträumten Dorf einiges an braunem Unrat unter den Teppich gekehrt wird.
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