Hotelprojekt soll nicht im Sande verlaufen

Von: Andreas Gabbert und Madeleine Gullert
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Francois Szabo (links) und Uwe Kolke am ehemaligen Bahnhof in Monschau: Sie halten an ihren Plänen für ein Hotel und einen Fahrradverleih an diesem Standort fest. Foto: A. Gabbert

Monschau. Schon viele Hotelprojekte wurden in Monschau in Angriff genommen. Doch das Projekt „Luxushotel im Rosental“ ist ebenso im Sande verlaufen wie die Pläne für ein Feriendorf an der Flora und ein Stadthotel an der Laufenstraße. Auch am ehemaligen Bahnhof in Monschau sollten die Arbeiten für ein Hotel schon im vergangenen Jahr beginnen.

Die Sache hat sich verzögert, aber aufgegeben hat Francois Szabo noch nicht. Von der Lage direkt am Vennbahnradweg verspricht er sich eine lohnende Investition.

Der 62-jährige Franzose aus Simmerath, der Ende der 1980er-Jahre auch das Carat-Hotel an der Laufenstraße mit auf den Weg brachte, will dort im Auftrag einer Investoren- und Management-Gesellschaft mehr als 5 Millionen Euro (anfangs waren es rund 3,7 Millionen Euro) investieren. Vorgesehen war, das etwa 30.000 Quadratmeter große Gelände entlang der Vennbahn von der belgischen Bahn (SNCB) zu pachten. In einem Vorvertrag sei die Verpachtung des Geländes geregelt worden, sagt Szabo, der das alte Bahnhofsgebäude inzwischen zu einer kleinen Einkehrmöglichkeit für Radfahrer umgebaut hat.

80 Zimmer und 180 Betten

Außerdem soll ein Hotelgebäude der Zwei-Sterne-Kategorie mit 80 Zimmern und 180 Betten entstehen. Ein circa 150 Quadratmeter großer Konferenzraum soll Platz für künstlerische Präsentationen, Ausstellungen und Seminare bieten. Geplant ist auch ein Restaurant mit einem einfachen Speiseangebot und 100 Sitzplätzen sowie einer Terrasse mit 80 Sitzplätzen.

Hinzu kommen 96 Pkw-Parkplätze, 20 Parkplätze für Wohnmobile mit Elektro- und Wasseranschlüssen sowie 15 Parkplätze für Reisebusse. Des Weiteren sollte es auch einen Raum für die Vermietung und den Verkauf von Pedelecs geben. Hier sollte Uwe Kolke, der Inhaber von Eifelrad im Himo in Imgenbroich, die Zügel in die Hand nehmen.

Bagger und andere schwere Baugeräte befinden sich bereits auf dem Gelände. Die gehören aber der Firma, die für die Bauarbeiten auf dem Burgring verantwortlich zeigt. Szabo hat ihr einen Teil des Grundstückes kostenlos als Umschlagplatz zur Verfügung gestellt.

„Für die Vertragsunterzeichnung mit der belgischen Bahn war alles vorbereitet. Das sollte eigentlich schon im September 2014 erfolgen“, sagt Szabo. Bis dato hatte er mit Vertretern der Bahn aus Lüttich verhandelt. Dann seien die verhandelten Konditionen von den Verantwortlichen in der SNCB-Zentrale in Brüssel plötzlich abgelehnt worden.„Nicht weil unser Projekt nicht gut ist, sondern weil von Seiten der Bahn Verfahrensfehler gemacht wurden“, sagt Szabo.

Das Gelände sollte neu ausgeschrieben werden. „Es ist mehrfach passiert, dass wir einen Tag vor der Unterzeichnung der Verträge morgens ausgeladen wurden, um mittags wieder eingeladen zu werden“, sagt Uwe Kolke. Im Dezember 2014 habe man dann versucht, einen Kompromiss zu finden, um die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen. Das sei aber nicht gelungen, im Januar 2015 habe man dann die Mitteilung erhalten, dass eine neue Ausschreibung zu einem unbekannten Zeitpunkt erfolge. „In der Zwischenzeit haben wir weiterverhandelt“, sagt Szabo.

„Der Fahrradverkauf und -verleih wurde von dem Hotelprojekt getrennt. Die Bahn trat von ihrem Pachtangebot zurück, das Grundstück wurde in ein großes und ein kleines Grundstück (in Richtung Kalterherberg auf der linken Seite des Radweges) aufgeteilt und uns zum dann zum Kauf angeboten“, erläutert Szabo. Mitte Januar sei dann ein Notartermin für den Kauf des kleinen Grundstücks geplant gewesen.

Damals seien aber noch einige Fragen zu klären gewesen: die Möglichkeit einer Baugenehmigung mit der Provinz Lüttich, die Zufahrt zum dem Gelände mit der Kommune Waimes und die Abwasserentsorgung mit der Stadt Monschau. „Mit der Stadt Monschau konnten wir alles klären. Das war unproblematisch“, sagt Szabo.

Problematisch sei aber, dass die SNCB von demjenigen, der den Zuschlag für das große Grundstück erhält, gleich eine Anzahlung in Höhe von 100 000 Euro haben wolle. „Wenn wir keine Baugenehmigung erhalten würden und das Projekt nicht verwirklichen könnten, wäre das Geld weg“, erklärt Szabo.

Er und Kolke gehen nun davon aus, dass sie den Kaufvertrag für das kleinere Grundstück, auf dem der Fahrradverkauf und -verleih in einem zweigeschossigen Gebäude mit einer Grundfläche von rund 200 Quadratmetern Platz finden soll, Anfang Mai unterzeichnen können. „Der Termin steht schon fest.“ Die Vorarbeiten sollen nach Ablauf der Saison im Oktober starten. „Nach den Erfahrungen mit der belgischen Bahn, möchte ich aber lieber keine genauen Zeitangaben machen“, sagt Kolke. Fest-steht für ihn aber, dass er dann mit seinem Unternehmen das Himo in Imgenbroich verlassen wird und am ehemaligen Bahnhof in Monschau direkt am Vennbahnradweg das Geschäft weiterführen will.

Szabo geht davon aus, dass die Ausschreibung des größeren Teils des Grundstücks (auf der rechten Seite des Radweges) Ende Mai beendet ist. Innerhalb von 200 Tagen wolle die SNCB dann eine Entscheidung fällen, das stehe so in der Ausschreibung, sagt der Projektentwickler. Er rechnet sich gute Chancen aus.

Ein Schild, das am ehemaligen Bahnhof darauf hinweist, dass das Gelände zum Verkauf steht, hatte auch bei der Stadt Monschau, die das Hotelprojekt begrüßt, für Irritationen gesorgt. „Daraufhin haben wir uns per E-Mail an die SNCB und Herrn Kolke gewendet“, sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter. Eine Antwort der belgischen Seite stehe noch aus. Nun wolle man sich noch bei der Gemeinde Waimes nach dem Stand der Dinge erkundigen, sagt Ritter.

Ja, sie könne verstehen, dass sich Szabo und Kolke ärgern, sagt Nathalie Pierard, Sprecherin der belgischen Bahn. Aber solche Ausschreibungen zögen sich nun einmal. „Drei Jahre Wartezeit sind für Verkäufe nicht ungewöhnlich“, erklärt sie auf Anfrage. Im Falle des Monschauer Bahnhofs sei es sozusagen zu einem Formfehler gekommen. Szabo habe sich für das gesamte Grundstück beworben.

Das Problem: Das große Grundstück sei gar nicht ausgeschrieben gewesen, sagt Pierard. Das kleine Grundstück sei seit 2013 zum Verkauf angeboten worden, das große Grundstück aber erst im März dieses Jahres. Über das kleine Grundstück habe man sich nun aber geeinigt. In Kürze könne eine Unterschrift unter dem Verkaufsvertrag erfolgen. Ab jetzt könnten sich Szabo und Kolke auch erneut um das große Grundstück bewerben. Bislang gebe es noch keine weiteren Interessenten, allerdings sei die Ausschreibung auch gerade erst erfolgt, erklärte die Sprecherin.

Inzwischen sind Investoren abgesprungen, aus dem Pachtangebot wurde ein Kaufangebot, die belgische Bahn machte neue Auflagen und veränderte die Konditionen. So stiegen die geplanten Investitionen von rund 3,7 Millionen Euro auf über 5 Millionen Euro. „Es hat Tage gegeben, an denen ich dachte, so kann es nicht weitergehen. Mit der Bürokratie ist es manchmal zum Verzweifeln. Das ist oft nicht nachzuvollziehen“, sagt Szabo.

Er hofft jetzt, im Herbst 2017 mit dem Bau des Hotels beginnen zu können.

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