Hospizarbeit: Goffart will jetzt eigene Wege gehen

Von: ag
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Alois Goffart ist nicht mehr für den Hospizdienst der Caritas tätig. Er will sich aber auch weiterhin in der Hospizarbeit engagieren und seine Hilfe anbieten. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. „Ich mache auf jeden Fall weiter Hospizarbeit und werde auch weiter Gespräche mit Trauernden anbieten“, sagt Alois Goffart aus Witzerath. Nachdem die Caritas Ende des Jahres 2015 die Zusammenarbeit mit ihm beendet hatte, brauchte der 70-Jährige etwas Zeit, um sich zu sammeln, schließlich kam die Nachricht für ihn doch recht überraschend.

„Die Anforderungen für die Koordinationsarbeit im Hospizdienst sind gestiegen. Die Arbeit wird mehr. Daher haben wir beschlossen, diese Aufgabe in die Hände einer hauptamtlichen Mitarbeiterin zu legen. Unsere Wege haben sich dann leider getrennt“, erklärt der Geschäftsführer des Caritasverbandes Eifel, Rolf Schneider, auf Anfrage. Goffart sei in der Nordeifel aber „eine Institution und eine wichtige Person für die Hospizarbeit“. Ute Braun ist bereits seit längerem die Koordinatorin für den Hospizdienst der Caritas.

Seit 2006 engagiert sich Alois Goffart in der Hospizarbeit. Nach Vorbereitungslehrgängen begann für den ehemaligen Rektor der Simmerather Grundschule mit seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 2007 der praktische Einsatz. Zunächst war er als Ehrenamtler für den ambulanten Hospizdienst Monschauer Land der evangelischen Kirchengemeinde tätig.

Nach 2,5 Jahren übernahm er für fast vier Jahre auch die Koordination des Hospizdienstes für die Nordeifel. Im Sommer 2013 wechselte er dann zur Caritas. Auch dort engagierte er sich ehrenamtlich, wenn auch nicht mehr als Koordinator. Für viele Hilfesuchende und auch viele Mitarbeiter des Hospizdienstes war er aber auch weiterhin der erste Ansprechpartner. Zuletzt baute er im Spätsommer 2015 mit weiteren Mitarbeitern das Trauercafé im Caritaszentrum in Simmerath auf. Im November wurde ihm dann mitgeteilt, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich ist.

„Ich hätte gerne die Arbeit für die Caritas fortgesetzt und die Koordinatorin in die Gegebenheiten in der Eifel eingearbeitet“, sagt der 70-Jährige. Obwohl das nun nicht mehr möglich ist, will er in der Nordeifel, so lange er gesund ist, weiterhin für Sterbende und ihre Familien da sein. Schließlich habe er die Hospizarbeit in der Eifel mit aufgebaut und hoffähig gemacht. Er habe für die Hospizarbeit geworben und Aufklärungsarbeit geleistet.

„Ich fühle mich jetzt auch ein Stück weit für diesen Raum hier verantwortlich. Ich bin hier zu Hause. Die Menschen kennen mich und ich identifiziere mich mit ihnen und meiner Heimat“, sagt Goffart. Er wolle den Menschen dienen, die um Hilfe fragen – „egal ob Schwerkranke oder ihre Familien oder auch Menschen in der letzten Lebensphase“. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gelingt, intensiven Kontakt zu den Menschen aufzubauen, so dass sie Hilfe und Unterstützung erfahren und empfinden“, erklärt der ehemalige Lehrer.

Außerdem wolle er mit seiner Arbeit Gott etwas zurückgeben – nach dem guten Verlauf einer eigenen Krebserkrankung auch aus einer tiefen Dankbarkeit heraus. Deshalb will er weiterhin anderen Menschen dabei helfen, „Trittsteine zu erarbeiten, auf denen sie weitergehen können – unabhängig von irgendeinem Träger, allein konzentriert auf die Sache“.

Monatliche Sprechstunde

Auch seine monatlichen Sprechstunden will Goffart weiter anbieten. Ob sie weiterhin im Seniorenwohnheim „Seliger Gerhard“ in Simmerath stattfinden werden, stehe noch nicht fest. Es stünden noch Gespräche an, sagt Goffart.

Der 70-Jährige hat seine eigene Art im Umgang mit Sterbenden und ihren Familien. Wenn er gerufen wird, greift er zu seiner Notfalltasche, in der sich u.a. ein Liederbuch, ein Gebetbuch, ein Fläschchen Weihwasser und eine Mundharmonika befinden. „Die Mundharmonika ist ein wahres Zauberinstrument“, sagt Goffart.

„Die Musik kann Wirkungen für den Betroffen auslösen, die mit Sprache oder auf anderen Wegen so nicht erreichbar sind“, sagt Goffart. Mit Liedern oder Geschichten würde jeder ganz eigene Erfahrungen verbinden, das sei dann oft auch der Anstoß für tiefe Gespräche und die Bereitschaft sich zu öffnen. Manchmal seien Worte aber auch fehl am Platz. Schweigen und langes Zuhören sei oft sehr viel wichtiger. Wenn Worte nicht mehr helfen können, reicht er den Menschen seine Hand.

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