„Honeckers Rache” und das „Kampfhähnchen”

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Maria Grund-Scholer und René
Maria Grund-Scholer und René Steinberg lieferten als Angel Merkel und Sarko de Funes in der Vereinshalle Höfen Satire vom Feinsten. Foto: Manfred Hilgers

Höfen. „Wogegen ich morgen schon immer gewesen sein werde, weiß ich frühestens übermorgen.” Zwei Meister des intelligenten politischen Blödsinns waren am Montagabend zu Gast in der Vereinshalle Höfen.

Bereits in der Ankündigung war versprochen worden, dass Radio-Satire auch live auf der Bühne einen vergnüglichen Abend garantiert. Maria Grund-Scholer und René Steinberg, bei WDR 2 für die Unterhaltung zuständig, lieferten in ihrer rund zweistündigen Show den Nachweis und wurden mit Standing Ovations verabschiedet.

Mit ihren Stimmen, die beinahe jedes Kind aus dem Radio kennt, schlüpften sie in die verschiedenen Rollen. Grund-Scholer unterstrich lediglich mit einer blonden Perücke, die ihren dunklen Lockenkopf verhüllte, und mit einem schlecht sitzenden roten Blazer ihren Part als Angel Merkel, auch „Honeckers Rache” genannt. Ansonsten war die Requisite ebenso spartanisch wie entbehrlich. Wenn René Steinberg wie Rumpelstilzchen auf der Bühne herumzappelt und seine geistigen Verrenkungen über „der, die, das Merkel” dreht, dann hat „Sarko de Funes” die volle Aufmerksamkeit des Publikums.

Gleich mehrmals gab er das „kleine, freilaufende französische Kampfhähnchen mit ausgeprägtem Testosteronproblem”. Im Kontrastprogramm brillierte Steinberg als Reiner „Calli” Calmund, der „einzige Rheinländer, den man vom Weltall aus sehen kann”.

Riesenspaß auf der Bühne

Brillant auch die von der Leyens, deren Kinderstimmen aus der Konserve kamen, die deftige Sterndeuterin Danuta und Pofallaraff, Hüter von Schloss Koalitionsstein, der seine „geniaaale” Meisterin Dr. Merkelstein ohne Unterlass vom Scheitel bis zur Sohle einschleimt. Im Mittelpunkt stand, wen wunderts, Kanzlerin Angel Merkel, der es „völlig egal ist, wer in meinem Schatten braun wird”. Es sollte halt nur jemand sein, der „Reibungshitze als Nestwärme empfindet”.

„Du bist wie Aschermittwoch. Wenn Du kommst, ist der Spaß vorbei”, sagt man.

Davon waren Grund-Scholer und Steinberg in Höfen meilenweit entfernt. Desöfteren verließen sie ihre Texte und improvisierten, bis sie sich irgendwann selbst vor Lachen bogen. Diesen Riesenspaß, den die Beiden auf der Bühne hatten, übertrugen sie auf ihr Publikum. Gelächter und Schenkelklopfen rings umher. Seit Montagabend weiß man auch in der Eifel, dass Radio zum Gucken eine höchst amüsante Angelegenheit sein kann.

Die Vereinshalle in Höfen war nicht nur ausverkauft, sondern sogar überbucht, denn viele Stühle mussten noch hinzugestellt werden. Hubert vom Venn, Leiter von „Venns Theater” und Veranstalter dieser Satireshow, konnte mit einer prall gefüllten Kasse vondannen ziehen. Angel und Sarko sei Dank.

Zum Schluss der Nachrichtenüberblick: „Es ist genull nau Uhr. Konklave wählt Kardinal Ratzinger zum neuen Papst. Teufel reicht Rücktrittsgesuch ein. Das Wetter.”
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