Holzbrücke am Kermeter sorgt in Mountainbiker-Kreisen für Unmut

Von: Jan Mönch
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Diese Radfahrerin hat es gesch
Diese Radfahrerin hat es geschafft, den Bach heil zu überqueren, andere hatten offenbar weniger Glück: Mountainbiker Bernd Pauls aus Simmerath hält die Holzbrücke am Kermeter für brandgefährlich. Foto: Jan Mönch

Rurberg. Bernd Pauls aus Simmerath hatte es kommen sehen. Schon beim Weg bergauf stellte der passionierte Mountainbiker immer wieder fest, dass die Holzbrücke im Kermeter für Radfahrer eine gefährliche Angelegenheit sein könnte, jedenfalls bei Nässe.

Wenig später dann sauste sein Schwager bergab in Richtung Eiserbachsee, und schätzte den plötzlich wechselnden Untergrund falsch ein: „Der konnte wochenlang nur mit Schmerzmitteln schlafen”, erzählt Pauls - denn sein Schwager hatte sich eine schwere Rippenprellung zugezogen.

Pauls Urteil: Die Brücke ist brandgefährlich - darum wandte er sich bereits vor einigen Monaten an das Nationalparkforstamt. Die Reaktionen dort stellen ihn bislang nicht zufrieden.

Errichtet wurde die Brücke bereits im Herbst vorvergangenen Jahres. Wer sich vom Eiserbachsee aus auf den Weg macht, den Damm überquert und sich dann links hält, überquert sie nach etwa 20 Minuten Fußweg in einer scharfen Rechtskurve. Bevor es die Brücke gab, führte ein Rohr das namenlose Bächlein darunter in Richtung Rursee.

Darin leben die Gründe für den Brückenbau: „Ein Rohr ist für ein Tier immer eine Barriere”, erklärt Walter. Denn beispielsweise Insekten und kleine Fischarten könnten dort mitnichten einfach hindurch schwimmen. Im Sinne der „Biodiversität” habe sein Haus deshalb entschieden, die Rohre aus dem Nationalpark zu entfernen und zu ersetzen.

Der Schotterweg an beschriebenem Ort ist darum der Brücke gewichen, die Pauls Schwager zu Fall brachte. „An der Stelle kann man sich nur aufs Maul legen”, so Pauls. Damit die Holzplanken spiegelglatt werden, müsse nicht einmal ein Schauer her, es reiche schon morgendlicher Tau. „Ich kenne sicher zehn Leute, die dort Probleme hatten.” Bis jemand sich ernsthaft verletzt oder gar „den Hals bricht”, ist für ihn nur eine Frage der Zeit.

Forstamtsleiter Henning Walter macht keinen Hehl daraus, dass er die Pflicht zur Vorsicht bei den Radfahrern sieht. „Man muss im Wald mit angepasster Geschwindigkeit fahren. Das heißt so, dass man innerhalb kürzester Zeit bremsen kann.” Schließlich könne in jeder Kurve ein unerwartetes Hindernis lauern, beispielsweise ein herabgefallener Ast.

Reagiert hat seine Behörde trotzdem: Nachdem ein Ingenieur die beschrieben Stelle in Augenschein genommen hat, werden Radfahrer aus beiden Richtungen von Schildern gewarnt: „Rutschgefahr in Kurve” steht darauf, darüber prangt ein dickes Ausrufezeichen.

Bernd Pauls ist das längst nicht genug. Sobald ein Radfahrer das Schild gelesen hat, glaubt er, hat dieser die Brücke auch schon überquert - oder eben nicht. In der Tat sind die Warnungen nur in wenigen Metern Entfernung postiert worden. Pauls: „Eigentlich müssten die Schilder in 100 Meter Entfernung stehen.”

Auch gehöre die Oberfläche der Brücke ordentlich aufgeraut. Ferner hat er sich über den Hinweis einer Mitarbeiterin geärgert, dass die Schilder „haftungsrechtlich nicht erforderlich” gewesen seien. Dass er beim Forstamt noch Gehör findet, glaubt Pauls aber ohnehin nicht.

Damit liegt er offenbar richtig. Henning Walter kündigt an, dass in absehbarer Zeit weitere baugleiche Brücken im Nationalpark errichtet werden, sicher fünf oder sechs allein am Kermeter. Ob dann sofort Warnschilder aufgestellt werden, so Walter, werde „von Fall zu Fall entschieden”.
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