Holt Monschau sich den Wind aus dem Wald?

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Bildnummer: 55026336  Datum: 0
Derzeit wird geprüft, ob und wo es Flächen zum Ausbau der Windenergie gibt. Foto: imago

Monschau. Lange vor der Reaktorkatastrophe in Fukushima wurde im Monschauer Stadtrat der Beschluss gefasst, aus der kleinen Kommune in der Eifel bis zum Jahr 2025 eine CO2-neutrale Stadt zu machen, und die Verheerungen in Japan haben CDU und Grüne im Parlament zusätzlich in ihrem Bestreben bestärkt.

Mit einem gemeinsamen Antrag, den der Umweltausschuss unlängst durchgewunken hat, will die schwarz-grüne Kooperation prüfen lassen, ob und wo es in Monschau geeignete Flächen zum Ausbau der Windenergie gibt, die für CDU und Grüne „keine Frage der Optik” ist. Grünen-Fraktionschef Werner Krickel: „Wir können unsere künftige Energieversorgung nicht daran ausrichten, ob etwas schön aussieht oder nicht. Ein Kraftwerk ist auch nicht schön.”

Vor Tagen bereits hatte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Alexander Lenders gegenüber unserer Zeitung die parlamentarische Initiative der Ratsmehrheit angekündigt und betont, bei einem eventuellen Ausbau der Windenergie wolle die Stadt Monschau sich auf ihren Grund und Boden bewegen, um auch den finanziellen Rahm abzuschöpfen, Die Rede ist von einem hohen sechsstelligen Betrag, der für die chronisch klamme Stadtkasse ein warmer Regen werden soll. So könne man die Wirtschaftlichkeit des Waldes neben der Forstwirtschaft und der Jagdpacht auch durch Windkraft optimieren, hieß es.

„Wenn wir im städtischen Forstgebiet hinter Höfen weitere Windkraftanlagen installieren, verschandeln wir keinen urwüchsigen Wald, sondern ein Nutzgebiet”, beschreibt Werner Krickel, wohin die Reise geht, sollte dieser Standort den Überprüfungen standhalten.

„Mit Blick auf den Windpark in Schöneseiffen gibt es dort auch keine optischen Probleme”, so der Grüne weiter. Auch werde der Ausbau der Windkraftproduktion an dieser Stelle „nur marginalen Einfluss auf den Tourismus haben” ist Werner Krickel überzeugt. Schließlich gebe es bisher auch keine Klagen aus der rheinland-pfälzischen Eifel oder von der Mosel, wo sich „Windrad an Windrad reiht”.

Auf eine „Ertüchtigung” des vorhandenen Windparks in Höfen-Brath habe die Stadt keinen Einfluss, weil der von einem privaten Investor betrieben werde, und der müsse selber entscheiden, wann er welche Anlagen erneuern wolle.

Probleme mit der versammelten Jägerschaft sieht Krickel nicht am Horizont aufziehen. Zunächst sei, wenn überhaupt, ein Jagdrevier in Höfen betroffen. Erst einmal werde geprüft, ob es Sinn mache, mit Windkradftanlagen in den Wald zu gehen. Sollte das Sinn machen, werde man das testen. Sollte der Test positiv verlaufen, werde man über weitere Schritte nachdenken. Werner Krickel: „Dabei werden wird natürlich versuchen, Konflikte zu vermeiden.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert