Imgenbroich/Hammer - Holländische Familie eröffnet Lokal im Grünental

Holländische Familie eröffnet Lokal im Grünental

Von: Heiner Schepp
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Die alten Bruchsteinmauern – insgesamt 42 Fragmente auf dem gesamten Gelände – zeugen von der bewegten Geschichte Grünentals, als hier noch feinste Monschauer Tuche produziert wurden. Die nun unter Denkmalschutz gestellten Mauern sollen, wie beim Wohnhaus und Lokal (ganz links) sorgsam miteinbezogen werden, wenn hier weitere Bauten entstehen. Familie Brania hat mit Margret und Wolfgang Overath sowie Projektleiter Jörg Breuer und Architektin Ulrike Krings wichtige Partner für die Umsetzung ihres Vorhabens gefunden.
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Familie Brania hat mit Margret und Wolfgang Overath sowie Projektleiter Jörg Breuer und Architektin Ulrike Krings wichtige Partner für die Umsetzung ihres Vorhabens gefunden.

Imgenbroich/Hammer. Der Eisvogel ist allgegenwärtig. Auf der großen Holztafel gleich an der Einfahrt zum Grünental schmückt er den Schriftzug, im Café stehen kleine Eisvögel aus Holz auf jedem Tisch, und wenn man genügend Sitzfleisch und ein bisschen Glück hat, kann man den rot-blauen Gesellen mit dem langen Schnabel sogar in natura bewundern.

„Wir haben ihn hier schon beobachtet und deshalb gewissermaßen zu unserem Haus- und Wappentier gemacht“, erzählt Sebastiaan Brania über den Eisvogel, der für ursprüngliche Natur stehe.

Von dieser Urwüchsigkeit und Idylle des Fleckchens Erde unweit von Monschau war 2008 auch die Familie Brania aus Amsterdam sogleich angetan, als sie während eines Urlaubs in der Eifel durch das Grünental fuhr. Und so entstand die Idee, genau hier den schon länger gehegten Traum vom eigenen Café zu realisieren. „Wir waren damals auf der Suche nach einem netten, kleinen Objekt – und Grünental stand zufällig zum Verkauf. Wenn wir geahnt hätten, was uns hier erwartet, hätte ich die Finger davon gelassen“, erzählt Walter Brania heute lachend. Denn der Neuanfang der Familie aus Amsterdam in der Eifel war eine schwere Zeit: „Die Verhandlungen mit dem damaligen Eigentümer gestalteten sich äußerst schwierig“, erinnert sich Brania, „und was wir hier nach Kaufabschluss vorfanden, war ein Trümmerhaufen“, sagt er.

Wichtig war für Walter Brania deshalb, einen Projektleiter für seine sehr konkreten Vorstellungen zu finden – und den fand er mit Diplom-Ingenieur Jörg Breuer aus Simmerath. „Da gehörte schon einiger Idealismus zu, sich hier an die Arbeit zu machen. Hier war zehn Jahre lang alles verwildert und verrottet, die Natur hatte sich das schöne Fleckchen hier zurückgeholt“, erinnert sich auch Jörg Breuer.

Gerade, als sich der Projektleiter und die Familie in das Abenteuer Grünental gestürzt hatten, drohte ein Schicksalsschlag das Unterfangen gleich wieder zu beenden: Walter Branias Sohn Jacob (heute 40), der das Projekt für die Familie in die Hand genommen hatte, erlitt einen Schlaganfall, den er zwar überlebte, dessen Folgen aber bis heute spürbar sind. Die Familie überzeugte Walter Brania, das Vorhaben nicht abzubrechen und sprang für den Sohn und Bruder in die Bresche.

Zunächst machte man sich an die Kernsanierung des Wohnhauses und des früheren Tanzlokals – immer mit der Maßgabe, „so viel wie möglich von den alten Strukturen zu erhalten“, so Projektleiter Jörg Breuer. Fast fünf Jahre – vom ersten Entwurf bis zur Fertigstellung – vergingen, ehe Familie Brania einen Eröffnungstermin ins Auge fassen und im engsten Kreise das präsentieren konnte, was sich nun dort unten an der Rur zeigt.

Zunächst mit geladenen Gästen am Freitag und ab Sonntag, 14. Juni, schließlich für alle werden die neuen Besitzer die Eröffnung des kleinen, feinen und hellen Cafés mit herrlichem Blick auf die wilde Rurlandschaft feiern, das zunächst nur am Wochenende geöffnet ist. „Später möchten wir Öffnungszeiten und Karte erweitern“, erzählt Koch und Inhaber Sebastiaan Brania.

Noch nicht zu viel verraten möchten Familie Brania und die sie begleitenden Baufachleute über das, was vis-a-vis vom Lokal und auf dem weitläufigen Gelände bis zur Rurbrücke entstehen soll. Nur so viel verrät Architektin Ulrike Krings, die sich begleitend um das Planungsrecht und den Denkmalschutz des Projekts kümmert: „Wir möchten die Fragmente aus der Tuchmacherzeit aktivieren und gemeinsam mit der Denkmalbehörde einbeziehen in die Entstehung weiterer Bauvorhaben.“ Appartments oder auch ein Therapiezentrum könnten hier entstehen – in welchem Umfang werde derzeit mit der Städteregion verhandelt. Und vielleicht kann auf dem urigen Gelände irgendwann auch wieder gezeltet werden.

Ideen gibt es noch viele – behutsam möchte Familie Brania aus Amsterdam diese nun weiter umsetzen. Mit der Café-Eröffnung am kommenden Wochenende aber ist ein erster Meilenstein gesetzt.

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