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Hoher Schaden an Kirchenruine St. Rochus Wollseifen

Von: P.St.
Letzte Aktualisierung:
Zielscheibe blinder Zerstörun
Zielscheibe blinder Zerstörungswut: Die Kirchenruine St. Rochus in Wollseifen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Ein Ort der Stille, der Besinnung und des Rückzuges soll die Kirchenruine St. Rochus in der Wüstung Wollseifen sein. Mit enormen Engagement haben der Traditionsverein Wollseifen und die Nationalpark-Stiftung das neben der alten Schule noch einzige verbliebene Gebäude im Originalzustand des „toten Dorfes” Wollseifen in den zurückliegenden Jahren hergerichtet.

Um so entsetzter waren die Verantwortlichen jetzt, als sie feststellten, dass sechs der neuen Kirchenfenster in der vergangenen Woche zur Zielscheibe blinder Zerstörung wurden. Dutzende faustgroßer Löcher sind in den Fenstern, Scherben liegen auf den Simsen. Offenbar flogen Steine in die schlicht gehaltenen Fenster. Ein Zettel hängt an der Eingangstür der Kirchenruine, der die ganze Enttäuschung über diesen Form des Vandalismus zum Ausdruck bringt. Es dürften mehrere tausend Euro Sachschaden entstanden sein.

Dass zum Zeitpunkt der Tat einige Jugendlich in der Nähe des Gebäudes gesehen wurden, hat bislang noch keinen Aufschluss über die Täter gebracht.

Georg Toporowsky, zuständiger Pastoralreferent für das Netzwerk Kirche im Nationalpark, ist ebenfalls schockiert über diesen Ausdruck „roher Gewalt.” Da biete auch das eigens eingebaute Sicherheitsglas keinen Schutz mehr.

Noch schlimmer aber sei es, sagt Toporowsky, dass die Gefühle der bei der Restaurierung tätigen Handwerker sowie des Traditionsvereins Wollseifens zutiefst verletzt worden sein.

Fest stehe, dass die Fenster komplett erneuert werden müssten. Das weitere Vorgehen solle aber in der nächsten Woche in einem Gespräch mit der Nationalparkstiftung abgestimmt werden.

Das Leitbild für Wollseifen, die wechselvolle Geschichte bis zur Vertreibung der Bewohner im Jahr 1946 deutlich zu machen, soll erhalten bleiben. „Die Kirche soll offen bleiben”, wünscht sich Toporowsky trotz der jüngsten negativen Erfahrungen.

Es ist leider nicht das erste Mal, dass Wollseifen das Ziel von Vandalen wird . Im August des Jahres 2009 gab es massive Zerstörungen an der soeben restaurierten Wegekapelle an der ehemaligen Dorfstraße.

Wollseifen wurde vor 65 Jahren dem Truppenübungsplatz geopfert, der von den Besatzungsmächten hier eingerichtet wurde. 550 Bewohner mussten innerhalb von drei Wochen ihre Heimat räumen und sich eine neue Bleibe suchen. Als Folge der militärischen Nutzung wurde das Dorf zerstört bis auf den Rest der Kirche, der Schule und des Trafohäuschens.

Zerstörung auch in Vogelsang

Eine bisher nicht bekannte Form der Zerstörung gab es Anfang der Woche auf dem wenige Kilometer entfernten Gelände von Vogelsang. Eine filigrane Holzskulptur, die Studenten der Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn kürzlich errichtet hatten, wurde ein Raub der Flammen.

Am Montagabend war das Feuer bemerkt worden, das Kunstwerk war im Nu verbrannt.

In der Nähe des Tatortes wurde ein 36-jähriger Mann aus Aalen angetroffen, der derzeit ohne festen Wohnsitz ist. Seine Personalien wurden von der Polizei aufgenommen, doch dann ergriff der Mann plötzlich über die Urftseebrücke die Flucht.Er konnte bisher nicht ermittelt werden.
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