Vossenack - „Höhen-Krimi-Tage“: Gruselgeschichten im Unterricht

„Höhen-Krimi-Tage“: Gruselgeschichten im Unterricht

Von: hes
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Autor Ralf Kramp mit einigen seiner jungen Zuhörer nach der Lesung im Rahmen der „Höhen-Krimi-Tage“. Links Karin Ronig von der Vossenacker Buchhandlung „Babalu“, rechts Bruder Wolfgang Mauritz ofm, Leiter des Kulturkellers am Franziskanerkloster. Foto: H. Schepp

Vossenack. Wenn es in der Schule eine geschlagene Stunde lang so leise ist, dass man eine Stecknadel könnte fallen hören, muss der Unterrichtsstoff schon ein besonderer sein. War er auch. Es ging um schaurige Gestalten, um mysteriöse Vorfälle, um ein gestohlenes Leichentuch und quicklebendige Untote, von denen der „Lehrer“ in der Aula des Franziskus-Gymnasiums in Vossenack berichtete.

Der Mann auf dem Podium war Krimiautor Ralf Kramp, seine aufmerksamen Zuhörer rund 80 Mädchen und Jungen der Sekundarschule Nordeifel und des FGV, die sich trotz eines langen Schultags von den Geschichten des prominenten Autors fesseln ließen. Arrangiert hatte diese Lesung der besonderen Art der Kunst- und Kulturverein HöhenArt Hürtgenwald e.V., der bei der Programmgestaltung seiner ersten „Höhen-Krimi-Tage“ in der Rureifelgemeinde auch die jungen Leser nicht vergessen hatte. „Für Erwachsene und für Grundschulkinder werden immer wieder Lesungen angeboten – für die Generation dazwischen dagegen kaum“, erläuterte Karin Ronig von der Vossenacker Buchhandlung „Babalu“ die Beweggründe für die Lesung im „Wohnzimmer“ des FGV.

Dort hatte Bruder Wolfgang Mauritz ofm, Leiter des Kulturkellers am Franziskanerkloster und einer der Mitinitiatoren der Lesungsreihe, den Besuch des bekannten Vorlesers regelrecht inszeniert: Im Kerzenschein tapsten die jungen Zuhörer in die dunkle Aula, auf dem Podium beleuchtete nur eine kleine Schreibtischlampe den Arbeitsplatz von Ralf Kramp, den Grablichter und ein Menschengerippe flankierten.

Vom ersten Wort an zog der Vorleser die jungen Zuhörer in seinen Bann, vier Geschichten aus seinem Krimi-Band „Abendgrauen“ hatte der 50-Jährige für die Lesung ausgesucht. Gekonnt spielte Ralf Kramp mit seiner Stimme, mit Lautstärke und Klangfarbe, mit Verfremdungen und britischem Akzent. Und als beispielsweise der liebe Verstorbene mit zittriger Stimme nach seinem geklauten Totenhemdchen rief, ließ das schon manchem einen Schauder über den Rücken laufen.

Viel zu schnell verging die angesetzte Stunde, und wegen der wartenden Busse kamen nur die gut 20 Jugendlichen von Wolfgang Mauritz‘ Strippkestrekker-Truppe in den Genuss einer Zugabe. Da entführte Ralf Kramp die immer noch aufmerksamen Schüler in Hubert Venns verwunschene Gaststätte Hattlich im Hohen Venn, dem einsamsten und „gefährlichsten Moor der Welt“. „Das war toll!“ zeigten die Schüler sich anschließend begeistert davon, „einen echten Krimiautoren mal live erlebt zu haben“, meinte eine Schülerin und wer sicher wieder dabei, wenn es eine Wiederholung geben sollte.

Zuerst aber sind heute wieder die erwachsenen Zuhörer an der Reihe: Im Dorfgemeinschaftshaus Großhau sind am Freitag, 12. September, ab 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) echte Polizisten im literarischen Einsatz.

Die „Krimi-Cops“ haben die schrillsten und ungewöhnlichsten Erlebnisse ihres Alltags in ihrem Krimi „Bluthunde“ zusammengestellt. Zuhören kostet zwölf Euro. Wer dachte, dass Polizisten keinen Spaß verstehen, wird nach diesem Abend die Welt mit anderen Augen sehen, versprechen die Gastgeber aus der Höhen-Krimi-Gemeinde.

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