Höfener Mordfall: Verdächtige tötet sich im Gefängnis

Von: Manfred Kistermann
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Dies ist die Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf. Hier hat sich die mordverdächtige Rika W. aus Monschau-Höfen erhängt. Foto: ddp

Monschau/Köln. Wie genau der 69-jährige W. in Monschau-Höfen in der Nacht zu Sonntag ums Leben gekommen ist, wird wohl nie geklärt werden. Seine Ehefrau, die 60-jährige Rika W., die verdächtigt wird, ihren schlafenden Ehemann getötet zu haben, hat sich in der Untersuchungshaft in Köln das Leben genommen.

Über mögliche Beweggründe für die Tat schwieg die Frau bis zuletzt.

Bereits kurz nach der Tat war die Frau nach Informationen dieser Zeitung am Samstagabend in Monschau aufgefunden worden, als sie sich das Leben nehmen wollte. Sie verwies lediglich auf den toten Ehemann im Haus, den die Polizei dann auch erschlagen mit einer großen Kopfwunde im Bett vorfand.

Der Haftrichter schickte sie wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft. Beharrlich hatte die Ehefrau aber bei allen Vernehmungen zu den Umständen und der Tatwaffe geschwiegen.

Wie alle weiblichen U-Häftlinge musste die Höfenerin nach Köln-Ossendorf in die dortige JVA. Sie ist neben Bielefeld und Gelsenkirchen speziell auf den Aufenthalt von Frauen zugeschnitten. Und weil, so bestätigte eine Sprecherin des NRW-Justizministeriums auf Anfrage, bereits in ihrer Festnahmeanzeige stand, dass die 60-Jährige selbstmordgefährdet sei, wurde sie laut Justizministerium einer „regelmäßigen Kontrolle in unregelmäßigen Abständen” unterzogen.

Dies bedeutete, dass „etwa alle 15 bis 30 Minuten eine Aufsichtsperson in ihre Zelle schaute”, sagte die Sprecherin. Die Zeit zwischen den Kontrollen nutzte die Untersuchungsgefangene, um sich mit einem Bettlaken am Fenster ihrer Zelle zu erhängen. Wenig später wurde der leblose Körper entdeckt. Wiederbelebungsversuche blieben allerdings erfolglos, bestätigte der Anstaltsleiter.

Bereits bei der Einlieferung in die U-Haft würden die Inhaftierten durch geschultes Personal intensiv befragt und auf eine Selbstmordgefährdung hin eingeschätzt, heißt es bei den Justizbehörden des Landes. Entweder komme es bei der Feststellung der Suizidgefahr zu einer Zusammenlegung mit anderen stabilen Häftlingen.

Sei dies nicht erwünscht oder nicht möglich, komme es zur Einzelhaft mit regelmäßigen Kontrollen. Nur in „extremen Gefährdungsfällen” würden Häftlinge in speziellen Überwachungsräumen mit Videotechnik untergebracht.

17 Insassen töteten sich 2008 in NRW selbst

Derzeit sitzen in Nordrhein-Westfalen fast 2500 Menschen in Untersuchungshaft, davon etwa 140 Frauen. Im letzten Jahr haben sich in den Gefängnissen des Landes 17 Insassen das Leben genommen, bestätigte eine Ministeriumssprecherin, drei weitere Todesfälle seien noch unklar.

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