Höfen heißt 90 Flüchtlinge willkommen

Von: P. St.
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Auspacken und herrichten: Dank Unterstützung der Feuerwehr Höfen und anderer Helfer wurde 90 Plätze für die Unterbringung von Flüchtlingen im Gebäude des Höfener „Funk“ in Windeseile hergerichtet. Foto: P. Stollenwerk
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Die Städteregion Aachen besitzt nun die Schlüsselgewalt für die zahlreichen Räume in der Notunterkunft „Funk“ in Höfen. Foto: P. Stollenwerk

Höfen. Ein einstiger Ort absoluter Abschottung und Geheimhaltung ist jetzt in öffentlicher Hand: Die ehemalige Funkstation des Bundesnachrichtendienstes, hoch gelegen auf dem Höfener Heidgen, steht ab sofort als Notunterkunft der Städteregion Aachen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung.

In der „Funk“, wie das Gelände im Volksmund heißt, sollen kurzfristig 90 Flüchtlinge untergebracht werden. Freiwillige Helfer, allen voran die Löschgruppe Höfen der Feuerwehr, sorgten dafür, dass die Unterkunft ab Freitag bezugsfertig hergerichtet ist. Aus Serbien importierte Feldbetten wurden aufgestellt, die Abwasserentsorgung für die noch zu liefernden Dusch- und Waschcontainer sichergestellt und die weiteren logistischen Vorbereitungen getroffen. Der exakte Zeitpunkt, wann die Flüchtlinge eintreffen, ist noch nicht bekannt.

Sicher ist aber schon jetzt, dass Höfen seine neuen Mitbewohner auf Zeit herzlich willkommen heißen wird. Dies versicherte beim Ortstermin mit der Städteregion Ortsvorsteher Peter Theißen, der auch stellvertretender Bürgermeister der Stadt Monschau ist. Das Begrüßungsgeschenk für die Flüchtlinge liege schon bereit. Bei der soeben zu Ende gegangenen Großkirmes in Höfen wurde bei der traditionellen Kirmesbaumversteigerung von der Dorfgemeinschaft die spontane Idee gefasst, den dabei erzielten Erlös von 1000 Euro für die Unterstützung der Flüchtlinge zu spenden. Über die konkrete Verwendung wurde noch nicht entschieden.

Wie berichtet muss im Rahmen der kommunalen Hilfestellung für das Land bei der Flüchtlingsunterbringung die Städteregion Aachen 500 Plätze in Notunterkünften schaffen. Knapp 150 Flüchtlinge sind bereits in Monschau im ehemaligen Hauptschulgebäude auf der Haag untergebracht. Während es sich hierbei um eine Notunterkunft des Landes handelt, wird die „Funk“ in der Verantwortung der Städteregion geführt. Gerne nahm die Städteregion daher auch das Angebot der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) an, kurzfristig und zum Nulltarif die Immobilie anzumieten. Nur die Nebenkosten sind zu tragen.

„Durch solche Lösungen wie in Höfen sorgen wir für eine hohe Zustimmungsquote in der Bevölkerung. Das ist besser als Turnhallen zu belegen,“ sagte Städteregionsrat Helmut Etschenberg beim Besichtigungstermin.

In dem Gebäude der ehemaligen Bundesstelle für Fernmeldestatistik stehen 41 Räume im Erd- und Kellergeschoss für die Unterbringung der Flüchtlinge zur Verfügung. In der Kantine im Keller findet die Essensausgabe statt, ein Nebengebäude mit sechs Garagen steht als Lager zur Verfügung.

Die Betreuung vor Ort wird vom DRK-Kreisverband übernommen, da die sonst in der Region tätige Betreuungsorganisation „ZOF“ keine Kapazitäten mehr zur Verfügung hat. „Die ehrenamtlichen Kräfte nehmen die Herausforderung an“, meinte Etschenberg, der auch im eigenen Hause einige Umstrukturierungen vornehmen musste. 16 Mitarbeiter meldeten sich freiwillig, die nun rund um die Uhr einen Krisenstab bilden.

Mit dem Krisenmanagement vertraut ist inzwischen auch Kreisbrandmeister Bernd Hollands. Die Brandschutzauflagen waren ohne größeren Aufwand zu erfüllen, allein bei der Löschwasserversorgung hapert es. Hier fand die Feuerwehr aber eine kreative Lösung. Der vor vielen Jahren zur Waldbrandbekämpfung per Hubschrauber eingesetzte 5000-Liter-Löschwassertank des ehemaligen Kreises Aachen findet nun auf dem Gelände der Funk eine sinnvolle Wiederverwendung als Reservetank.

Die „Funk“ in Höfen wurde bis zum Jahre 2009 für die Zwecke des Bundesnachrichtendienstes genutzt; dann schloss die Einrichtung, und die weit in den Himmel ragenden Funkmaste wurden abgebaut. Obwohl seit sechs Jahren nicht mehr genutzt, befindet sich das Gebäude in einem hervorragenden baulichen Zustand. Dies ist auch der verantwortungsvollen Pflege des Liegenschaftsverwalters Walter Lackner zu verdanken. Er war selbst sechs Jahre lang bei der „Funk“ beschäftigt, ehe die Einrichtung aufgelöst und nach Bonn verlagert wurde.

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