Hochwasser-Schock am Ostermontag

Von: red
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Beim Oster-Hochwasser 1947 in Monschau wurde das direkt am Laufenbach gelegene Wohnhaus der Familie Küpper (spätere Stella-Stuben) zerstört. Foto: Archiv

Monschau. Die älteren Monschauer werden sich noch genau an den 7. April 1947 erinnern. An diesem Ostermontag vor 70 Jahren wurde Monschau von einer gewaltigen Flutwelle erfasst, die die Laufenstraße hinunter schoss. Die Fluten rissen sogar Teile eines Wohnhauses mit.

Drei Menschen starben bei dieser Katastrophe, die ihre Ursache in einer Baumaßnahme hatte. Oberhalb der Flora war durch die Sprengung der Brücke über den Laufenbach eine Barriere aus Schutt entstanden, hinter der sich eine größere Wassermenge angesammelt hatte. Nach heftigen Regenfällen hielt der Schuttberg dem Wasserdruck nicht mehr stand und die schlammige Flut stürzte in einer gewaltigen Welle die Laufenstraße hinab. Monschau stand unter Schock.

Über die Katastrophe am 7. April 1947 war damals in der Lokalzeitung ein ausführlicher Bericht zu lesen. Darin hieß es: „In den frühen Morgenstunden des Montags, des zweiten Ostertages, brachen sich die ungeheuren Wassermassen, gewaltig gestärkt durch Regen und Wolkenbrüche, einen Weg durch die stauenden Geröllmassen und ergossen sich in einer gewaltigen Flutwelle talabwärts. Zunächst wurde die in der Nähe gelegene Gärtnerei Fammels von den Fluten erfasst und total vernichtet. Nur das Wohnhaus und eines der Treibhäuser wurden verschont.

Mauern durchbrochen

In einer Breite von 15 Metern und einer Höhe von 2,50 Metern suchten sich die Wassermassen ihren Weg talwärts. Bis zur Streichgarnspinnerei ‚Wiesental‘ (heute Carat-Hotel) folgten die Fluten noch dem Flusslauf. Hier konnte die Überbrückung die Wassermassen nicht mehr fassen. Eine 50 Zentimeter starke Mauer wurde durchbrochen, und die Laufenstraße wurde zum reißenden Strom. Lastwagen, Notbrücken, Häuser- und Schuppenfronten wurden wie Spielzeuge fortgetragen und in Stücke zerrissen. Die Straße wurde in einer Tiefe von einem Meter aufgewühlt und Telefon-, Wasser- und Gasleitungen freigelegt. Am ‚Roten Haus‘ wurde nochmals eine Mauer durchbrochen, und dort fanden die Fluten ihren Ablauf zur Rur.

Durch eine Notbrücke, die oberhalb der Postgebäude abgeschwemmt und mit elementarer Gewalt vor die Eckfront eines Hauses in der Laufenstraße geschleudert wurde, wurde der Großteil des Wohnhauses zum Einsturz gebracht und von den Fluten mitgerissen. Zwei Menschen wurden mit den Trümmern des Hauses erfasst und von den tobenden Wassern in den Tod geführt. Derweil die Leiche der Frau in den Vormittagsstunden des Ostermontags in den Kellergewölben des Roten Hauses aufgefunden wurde, konnte die männliche Leiche noch nicht geborgen werden.

Ebenfalls ist durch diese Katastrophe der Tod eines Angehörigen der belgischen Besatzung zu beklagen, der von den Fluten auf seinem Wachposten überrascht wurde. Seine Leiche wurde am Dienstagmorgen im Flussbett der Rur in der Nähe des Ortes Hammer gefunden.

Der durch die Hochwasserkatastrophe angerichtete Schaden wird sich auf weit mehr als eine Million Reichsmark belaufen. Große Zerstörungen richtete das Hochwasser bei der Firma Funken, Wiesental, an. Das Maschinenhaus sowie die unteren Fabrikationsräume wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. Mit den Wagen der Besatzung wurden über 20 Lastwagen und Personenwagen vernichtet oder beschädigt. Ebenfalls ist der Schaden der gesamten Laufenstraße-Bewohner sehr beträchtlich. Stand doch das Wasser in allen Kellern bis Parterre.“

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