Monschau/Nideggen - Hobby-Historiker aus Monschau rettet Schätze aus alter Zeit

Hobby-Historiker aus Monschau rettet Schätze aus alter Zeit

Von: Anneliese Lauscher
Letzte Aktualisierung:
Franz-Josef Brandenburg besaß
Franz-Josef Brandenburg besaß eine umfangreiche Sammlung alter Dokumente aus Monschau und den Eifeldörfern, aus Nideggen und Orten der Voreifel. Jetzt wurde Vieles davon zerstört.

Monschau/Nideggen. Unwiederbringliche Gegenstände wurden zerstört bei einem Brand im Hause von Franz-Josef Brandenburg in Nideggen. Der Hobby-Historiker, der aus Monschau stammt, hat bei vielen Veröffentlichungen im Monschauer Land mitgearbeitet.

Er saß an dem Dezembertag selbst an seinem Arbeitsplatz im Obergeschoss des Hauses, als ein Gasofen plötzlich in Brand geriet und im Nu in hellen Flammen stand.

Franz-Josef Brandenburg verließ den Raum, so schnell er konnte, unternahm noch einen verzweifelten Versuch, das Feuer mittels einer Decke zu ersticken, aber vergebens. Als die Feuerwehr mit großem Aufgebot an seinem Haus erschien, hatte es bereits aufgehört zu brennen, nur noch Gas strömte aus. Die kurze Zeit hat aber genügt, um wertvolle Dinge, an denen der pensionierte Lehrer hing, zu zerstören.

Franz-Josef Brandenburg nennt sich scherzhaft „Jäger und Sammler”. Er besaß eine umfangreiche Sammlung alter Dokumente aus Monschau und den Eifeldörfern, aus Nideggen und Orten der Voreifel. Jahrzehntealte Ansichtskarten, Fotos aus vergangener Zeit, antiquarische Bücher, Aufzeichnungen über historische Ereignisse - das alles gab es in seinem Fundus.

Er wusste immer, wo er nachgucken oder blättern musste, unterstützte beispielsweise die Eifelvereins-Ortsgruppe Monschau bei der Festschrift zum 125-jährigen Bestehen. Seine Veröffentlichungen zeugen von viel Sachkenntnis und sorgfältiger Recherche, aber auch von der Liebe zu seiner Heimat und den Menschen. Ungezählte Artikel aus Zeitungen, wichtige Zeitdokumente und Briefe hatte er aufbewahrt.

Was das kurze Feuer nicht zerstörte, ist durch die unvorstellbare Hitze vernichtet worden. So sind sämtliche Gegenstände aus Kunststoff wie CDs, Dokumentenhüllen oder laminierte Bände geschmolzen oder völlig deformiert.

Wertvolle Schriften

Jetzt versucht Brandenburg gemeinsam mit seiner Frau Doris, aus den schadhaften Sachen noch das eine oder andere zu retten, sie sind aber oft ratlos angesichts der Sisyphusarbeit. Urkunden aus der Familie, alte Schulbücher, Fibeln und Jahrbücher, Wander- und Reisebeschreibungen, für einen Historiker richtige „Schätze”, sind verloren. Sie wieder zu beschaffen, ist schier unmöglich.

Wenn die Brandenburgs auch dankbar sind, dass niemand persönlich bei dem Brand zu Schaden gekommen ist, so sind sie doch zutiefst unglücklich über den Verlust so vieler wertvoller Schriften.

Ein Hoffnungsschimmer

Einen Hoffnungsschimmer gibt es noch, an Manuskripte wieder heranzukommen: Walter Obladen aus Abenden, der bei der Bundespolizei beschäftigt ist, hat angeboten, alles zu versuchen, um die wichtige externe Festplatte zu retten, die Fotos und Dateien enthält. Auch ein Neffe von Franz-Josef Brandenburg wird seine Beziehungen zu Spezialisten im Innenministerium nutzen, um den Inhalt von USB-Sticks wieder ans Licht zu holen.

Es hat ihm immer Freude gemacht, eine Art Anlaufstelle zu sein für alle, die sich für Heimatgeschichte interessieren, betont Franz-Josef Brandenburg. Er will nicht nachlassen in seinem Bemühen, allmählich die Lücken wieder zu füllen.
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