Nordeifel - Hitze lässt die Waldbrandgefahr eklatant steigen

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Hitze lässt die Waldbrandgefahr eklatant steigen

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Von Wachtürmen wie diesem im Brackvenn wird an vielen Stellen das Hohe Venn beobachtet, um beim Ausbruch eines Feuers die Brandbekämpfer schnell in Marsch setzen zu können. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Behörden, Forstämter, Feuerwehren und der Landesbetrieb Wald und Holz warnen: Der Deutsche Wetterdienst hat in den nächsten Tagen im Raum Aachen die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen. Die Forstleute in Ostbelgien haben rund um die Uhr ein Auge auf das Hohe Venn mit seiner einzigartigen Flora und Fauna.

Und die Bezirksregierung Köln denkt gemeinsam mit dem Landesbetrieb darüber nach, zur Unterstützung der präventiven Maßnahmen am Boden Beobachtungsflugzeuge starten zu lassen. Mit der andauernden Hitze und Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr eklatant.

Im Nationalparkforstamt Eifel sieht man sich gut gerüstet, wie Malte Wetzel von der Pressestelle erklärte. Die ganzjährig aufgestellten Hinweisschilder an allen Zugängen zum Nationalpark, auf denen Rauchen und offenes Feuer untersagt werde, seien ausreichend.

Jan Preller, Pressesprecher des Landesbetriebs Wald und Holz, appelliert ausdrücklich an Erholungssuchende und Wanderer, sich an die Regeln zu halten und vor allem die Augen offen zu halten, denn, so Preller, „der wichtigste Brandbekämpfer ist der Spaziergänger mit seinem Handy”. Wenn jemand im Wald Rauch aufsteigen sehe und mit seinem Mobiltelefon sofort die Feuerwehr alarmiere, sei die Chance, den Schaden zu begrenzen, relativ groß, auch wenn man zu manchen Bereichen das Löschwasser mühsam herankarren müsse.

Der Nationalpark Eifel sei von vielen Landstraßen durchzogen, die durch Waldgebiete führen. Die Bankette dieser Landstraßen seien mittlerweile strohtrocken. Eine achtlos aus dem Autofenster geschnippte Zigarettenkippe könne in Nullkommanichts einen Waldbrand entfachen. Deshalb Prellers Bitte an die Autofahrer, die Glimmstängel nicht durch das Autofenster zu entsorgen.

Müll gehört ohnehin nicht in die Landschaft, und in einer Hitzeperiode wie dieser mit starker Sonneneinstrahlung schon gar kein Glas, weder Scherben noch leere Glasflaschen. Wer im Physikunterricht aufgepasst hat, der weiß, das aus einer Glasscherbe in der Sonne rasch ein Brennglas werden kann - mit katastrophalen Folgen für die Natur.

Schließlich warnt Jan Preller vor dem Irrglauben, ein Wolkenbruch könne die Waldbrandgefahr spürbar mindern. Die Wassermassen, die auf die Erde prasseln, fließen oberflächlich ab und dringen nicht ins Erdreich ein. Sobald die Sonne wieder scheint, ist die Vegetation binnen kurzer Zeit wieder staubtrocken.

Preller: „Nicht nur die Landwirte brauchen einen richtigen Landregen mit Dauerberieselung für ihre Felder, auch der Wald braucht einen Landregen, damit die Waldbrandgefahr sinkt.” An Sperrungen von Gebieten ist derzeit nicht gedacht.

Keine roten Fahnen im Venn

Das ist auch im Hohen Venn kein Thema. Rene Dahmen, Leiter des Forstamtes in Elsenborn: „Es werden im Venn keine roten Fahnen aufgezogen. Die Leute sollen in aller Ruhe spazierengehen.”

Nach Abwägung aller Fakten bleibt laut Dahmen ein Restrisiko, doch könne man dieses Risiko guten Gewissens eingehen und darauf verzichten, das Venn zu sperren. „Das Gros der Besucher ist vernünftig. Gefahr droht nur von illegalen Campern, die ein Lagerfeuer machen.”

Ohnehin sei der Wald derzeit stärker gefährdet als das Hochmoor. Dahmen: „Besondere Gefahr für das Venn besteht im Frühjahr, wenn die Sonne das alte Gras ausgetrocknet hat.”
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