Hindernisse für die weiße Flotte

Von: Manfred Hilgers
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Mit einer Holzkonstruktion, in
Mit einer Holzkonstruktion, in der das Rad des Stegs läuft, behalfen sich die Rurseeschiffer, da die Metallschienen zu weit auseinander liegen.

Woffelsbach. Als er den neuen Anleger in Woffelsbach ansteuerte, glaubte der technische Leiter der Rurseeschifffahrt, Herbert Hardt, an einen Aprilscherz. Über Handy informierte er seine Geschäftsführerin, Waltraud Heuken: „Wir können in Woffelsbach nicht mehr anlegen, die Abstände für die Rollen des Stegs sind über den Winter gewachsen.”

Aber der Reihe nach: Herbert Hardt wollte mit seinen Männern den Steg in Woffelsbach anbringen. Den hatten sie aus der Winterpause geholt und mit dem Schiff dorthin gebracht, aber die Abstände der Führungsrollen passten nicht mehr.

Um etwa 25 Zentimeter waren die Laufschienen breiter geworden. Im Herbst, beim Abbau, lagen die Abstände noch bei etwa 2,75 Metern, nun im Frühjahr bei drei Metern. Um die Brücke aber anbringen zu können, damit am Samstag pünktlich der Fahrverkehr der beiden Rurseeboote aufgenommen werden konnte, legten die Männer Holzbohlen auf die Stufen der Treppe. Nun hängt die Brücke zwar etwas schief, kann aber für den Fahrbetrieb genutzt werden.

Der Übeltäter
Der Übeltäter für das Malheur war von den Verantwortlichen der Rurseeschifffahrt mit dem Wasserverband Eifel-Rur schnell ausgemacht. Der hatte nämlich über den Winter die Anleger in Rurberg und Woffelsbach behindertengerecht ausbauen lassen. „Die Maßnahme an sich ist höchst lobenswert und vorbildlich ausgeführt worden”, sagte Herbert Hardt. Leider habe die bauausführende Firma die Maße der Brücke vom Anlegesteg Rurberg maßstabsgerecht in Woffelsbach umgesetzt. Dabei habe die Firma nicht bedacht, dass der Steg in Woffelsbach um rund 25 Zentimeter schmaler ist als der in Rurberg.

Herbert Polczyk, zuständig für den Wasserbetrieb im Wasserverband Eifel-Rur (WVER), ärgerte sich darüber, dass die Rurseeschifffahrt die Presse informiert hatte. „Es ist nun mal passiert und wir werden das Problem aus der Welt schaffen”, versicherte Polczyk.

Landungsbrücke ein teurer Spaß

So eine Landungsbrücke koste um die 100 000 Euro, so Herbert Hardt, ob es da mit einer provisorischen Verbreiterung getan sei, bezweifelt der Fachmann. Andere Möglichkeiten gebe es wohl kaum, denn dann müsste die Treppe erstmal gekappt und die bestehende Schiene herausgerissen werden, um sie dann 30 Zentimeter enger wieder einzubauen.

Vertreter von Wasserverband und Rurseeschifffahrt drückten jeweils ihre Verärgerung, über den anderen aus. „Alle Beteiligten waren im Vorfeld über die Baumaßnahme informiert. Es gab von keiner Seite Einwände”, so Herbert Polczyk.

Herbert Hardt von der Rurseeschifffahrt argumentiert: „So im Detail hatten wir keinen Einblick in die Pläne.”

Fest steht aber, dass der Wasserverband Eifel-Rur mit den beiden Anlege-Stellen Prachtwerke sowohl in Rurberg wie auch in Woffelsbach geschaffen hat. In Serpentinen schlängelt sich der behindertengerechte Abstieg im Steilhang hinab. Damit schließt sich der Wasserverband der Nationalpark-Philosophie an, die mit einem barrierefreien Zugang in allen Bereichen wirbt.
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