Hindernislauf zum Kreuz im Venn

Von: Heiner Schepp
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Von Wald umgeben ist die wunderschöne Kreuzanlage hoch oben auf der Richelsley. Foto: Heiner Schepp
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Auf dem Weg von der Norbertuskapelle hoch zum Kreuz im Venn aber ist vorerst kein Durchkommen. Foto: Heiner Schepp

Kalterherberg. Der Weg von der Norbertuskapelle hoch hinauf zur Richelsley ist beschwerlich. Wer das bei Wanderern und Pilgern äußerst beliebte Ziel erreichen will, muss einen steilen, steinigen Marsch zurücklegen, auch wenn es nicht mal ein Kilometer vom Parkplatz unten zur Kreuzanlage oben ist. Momentan aber ist es zumindest auf diesem Weg nahezu unmöglich, das Wahrzeichen zwischen Kalterherberg und Bütgenbach fußläufig zu erreichen.

Unmengen von gefälltem Langholz versperren den Waldweg teils auf ganzer Breite, kreuz und quer liegen die mächtigen Stämme herum, fast so, als hätte ein Riese hier Mikado gespielt. Auch dort, wo kein Holz liegt, ist der Weg nur noch schemenhaft zu erkennen. Tiefe Spuren, Matsch und riesige Pfützen lassen hier nur Fußgänger mit richtig festem Schuhwerk durch, knöcheltief versinkt man hier im Geröll.

Der Winter ist in der Eifel traditionell Holzernte- und Rückezeit, und auch im Wald oberhalb der Reichensteiner Straße wird derzeit fleißig gearbeitet – oder besser gesagt: wurde gearbeitet, denn seit Tagen bietet sich hier unverändert das Bild wie oben beschrieben.

Arbeiten derzeit unterbrochen

„Ein Unternehmen aus der belgischen Eifel hat im Oktober den Auftrag erhalten, die hier alle sechs Jahre stattfindende Durchforstung durchzuführen“, sagte am Mittwoch René Dahmen, der Leiter des Forstamts Elsenborn unserer Zeitung. Aus Witterungsgründen habe die beauftragte Firma nach dem Fällen die Arbeiten unterbrechen müssen, da bei den Rückearbeiten und der Holzabfuhr die Wege und der Waldboden sonst noch mehr gelitten hätten, so Dahmen.

Gleichwohl sei man auch beim Forstamt nicht glücklich mit der Situation, da man sehr wohl wisse, dass hier ein – auch im Winter – sehr beliebter Wanderweg betroffen sei. „Wir haben über unseren zuständigen Förster heute bei der Firma nachgefragt, wann sie gedenkt, weiterzumachen“, so René Dahmen. Dies sei aber vermutlich erst möglich, wenn sich die Witterung bessere, sprich: es längere Zeit trocken oder richtig frostig werde, damit der Boden besser zu befahren sei.

Holzernte und Waldpflege hin oder her – für Katja Schönborn gehen die Arbeiter hier ein Stück zu weit. Die Wanderwege rund um die Richelsley gehören für die 46-Jährige aus Steckenborn zum Schönsten, was die Eifel zu bieten hat. Deshalb kann die engagierte Naturschützerin nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet in diesem Wald derart gewütet wird: „Gegen Durchforstungsmaßnahmen im Allgemeinen ist ja gar nichts zu sagen. Ich habe schließlich auch Holzmöbel zu Hause. Aber es gibt sicherlich Fichtenplantagen, durch die keine Spazierwege führen. Und diese könnten weitaus besser wirtschaftlich genutzt werden, ohne Naturliebende, Erholungssuchende oder auch die Waldtiere zu stören“, sagt Katja Schönborn.

Der Weg zum Kreuz im Venn ist ihrer Meinung nach aber „ein Teil des Zaubers, der von diesem Fleckchen Erde ausgeht“, schwärmt sie. Nun aber sei es schlecht um den Weg bestellt, berichtet die 46-Jährige und schreibt von abgeholzten Fichten, kaputten Moosrändern und einem total zerstörten Weg. Sie sei „sehr traurig über diese unsensible Art des Umgangs mit der Natur, nur des Profits wegen“, sagt unsere Leserin.

„Wir haben die Firma vor der Ausführung darauf hingewiesen, dass ein viel genutzter Wanderweg durch diesen Wald führt, und haben darum gebeten, besonders pfleglich und sauber zu arbeiten“, versichert der Forstamtsleiter.

Wenn René Dahmen den Nutzern des Weges derzeit auch noch keinen konkreten Zeitpunkt nennen kann, wann die Arbeiten weitergehen, so hat er doch einen Trost parat für Katja Schönborn und alle anderen, die hier die Ruhe eines besonderen Orts gestört sehen: „Diese Durchforstung machen wir in unseren Wäldern turnusmäßig alle sechs Jahre. Wenn die Maßnahme also abgeschlossen ist, kehrt hier erstmal bis 2020 wieder Ruhe ein“, verspricht der Forstamtsleiter.

Auf Verständnis stößt er bei seinem Monschauer Kollegen Klaus-Jürgen Schmitz: „Ich glaube das Problem, haben diesen Winter alle, die einen Wald bewirtschaften. Normalerweise ist der Boden um diese Zeit hart gefroren; deshalb verlegt man die Waldarbeiten ja auch seit jeher in diese Jahreszeit.“ Da der Winter aber bisher ein Totalausfall sei, würden bei den Arbeiten viele Wege und Flächen beschädigt. „Wir können aber deshalb die Arbeit nicht liegen lassen“, bittet auch er um Verständnis für den Zustand mancher Wege rings um Monschau.

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