„Himmelsleiter”: Hauptschlagader mit Problemzonen

Von: Ernst Schneiders
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Haben wohl ausgedient: Die sogenannten Mäusetunnel sollen zumindest auf der kleinen Himmelsleiter (B 258) verschwinden. Foto: dpa

Nordeifel. Der Ausbau der so genannten „Kleinen Himmelsleiter” zwischen Roetgen und Fringshaus ist beschlossene Sache. Was genau wird, ob zwei Spuren bergauf, zwei Spuren bergab oder eine Wechselspur in der Mitte, steht indes noch nicht fest.

Fest steht aber, dass die B258, die „Himmelsleiter” zwischen Relais Königsberg und Roetgen, nicht angepackt wird. Dort bleibt alles so wie es ist. Einzige Ausnahme: Der Premiumradweg „Vennbahnroute” wird die „Himmelsleiter” an einer Stelle queren. Dort wird nach aktuellem Sachstand ein Brückenbauwerk favorisiert. Ein ins Gespräch gebrachter Tunnel dürfte sowohl an den Kosten als auch an der angezweifelten Akzeptanz der Radler scheitern.

Insgesamt 16 Querungen

Für Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau in Aachen ist Fakt, dass die Himmelsleiter zwischen Relais Königsberg und Roetgen nicht zur Debatte steht. Die Probleme beginnen für ihn am Ortseingang Roetgen und enden an Fringshaus. Insgesamt an 16 Stellen im Gemeindegebiet quert die alte Vennbahntrasse bestehende Straßen. In den meisten Fällen ist das nach Einschätzung von Fachleuten unproblematisch, an zwei Stellen jedoch dürfte es schwierig werden. Dort nämlich, wo sich Ravel-Radweg und Bundesstraße in der Ortsdurchfahrt in die Quere kommen.

Drängelgitter vorgesehen

Der erste Knackpunkt ist in Höhe des alten Roetgener Bahnhofs, der zweite an der Einmündung Steffensgasse (Seniorenzentrum). An beiden Stellen, so Michael Vorpeil vom Bauamt der Gemeinde Roetgen, sind plangleich mit der Fahrbahn Querungshilfen vorgesehen, mit Aufstellbereichen für Radfahrer mitten auf der Straße zwischen den beiden Fahrbahnen, farblich vom Rest der Umgebung abgesetzt und damit gut erkennbar.

Zu beiden Seiten der Fahrbahn soll es zur Sicherheit der Radler so genannte Drängelgitter geben, ebenfalls farblich abgesetzt, denn das Kreuzen der Bundesstraße ist nicht ungefährlich. Schließlich sind dort pro Jahr rund 7,5 Millionen Fahrzeuge unterwegs.

Darüber hinaus, so der Informationsstand von Arnd Meyer, bleibt die B258 in der Ortsdurchfahrt Roetgen unverändert. Auch von intensivem Lärmschutz sei ihm nichts bekannt. Um die Anwohner der Bundesstraße von Lärm und Feinstaub zu entlasten, biete sich lediglich eine Ortsumgehung an, aber, so Meyer, „die wollen die Roetgener ja nicht”.

Mit Belgiern verhandeln

Was sich hinter der Ortsdurchfahrt Richtung Fringshaus tut, vermag der zuständige Planer Christoph Jansen vom Landesbetrieb derzeit nicht genau zu sagen. Es gebe einige Möglichkeiten, aber noch keine endgültige, räumte er ein. Ein gewichtiges Wort habe dabei nämlich die Deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgiens, unter anderem was die Standorte der Bushaltestellen betreffe, zu sprechen.

Denn der Knotenpunkt Fringshaus, an dem es geradeaus nach Konzen und links ab nach Lammersdorf geht, liegt zum Teil auf deutschem, zum Teil auf belgischem Staatsgebiet. Jansen: „Läge er komplett auf deutschem Territorium, wäre das Planen einfacher.”

Beim Landesbetrieb ist man allerdings guter Hoffnung, mit den belgischen Nachbarn zügig und einvernehmlich „zu Potte” zu kommen. Dann wird sich auch entscheiden, ob die Tage der ungeliebten „Mäusetunnel” gezählt sind.
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