Nordeifel - Hilfsaktion für Sri Lanka: In Rekordzeit Computerraum angebaut

Hilfsaktion für Sri Lanka: In Rekordzeit Computerraum angebaut

Von: P. St.
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In Sri Lanka als privater Helfer im Einsatz: Dirk Lentzen mit Schulkindern.

Nordeifel. Eigentlich hatte Dirk Lentzen (30) aus Rollesbroich nur einen unbeschwerten Urlaub mit Bekannten vor Augen, als er im Oktober 2013 nach Sri Lanka startete. Als der Urlaub endete, hatte der junge Mann den Grundstein für ein privates Hilfsprojekt auf dem Inselstaat im Indischen Ozean gelegt.

Dirk Lentzen, kaufmännischer Bauleiter bei der Firma Siemens, und dort mit zuständig für den Bau der ersten drei Offshore-Windkraftanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee, wollte vor Ort helfen, nachdem er erkannt hatte, dass er mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand viel erreichen könnte. Auch drei Jahre später ist er für sein Projekt, die schulischen Bedingungen für die Kinder im Landesinnern zu verbessern, immer noch Feuer und Flamme.

Vor einigen Wochen kehrte er nun von seiner dritten Sri Lanka-Reise zurück. Mit dem abgeschlossenen Bau des Computer Class Rooms für die Bopitiya Primary School hat er ein weiteres Etappenziel erreicht.

Bei seinem ersten Aufenthalt vor drei Jahren besuchte Dirk Lentzen nicht nur eine befreundete Familie, sondern wollte auch das Alltagsleben in Sri Lanka aus erster Hand kennenlernen. Die schulische Bildung der Kinder lag ihm dabei besonders am Herzen. Die Schuldächer mussten repariert werden, Bücher und Lehrmittel fehlten fast völlig.

Nach dem zweiten Besuch in Sri Lanka ein Jahr später, konnte Dirk Lentzen dann bereits von ersten Erfolgen berichten, und auch die ersten eingegangenen Spendengelder in Höhe von 2000 Euro konnten vor Ort konkret verwendet werden. Dies umfasste die organisatorische Vorbereitung zum Bau eines Spielplatzes, eines sogenannten Tsunami-Kindergartens sowie den Anbau eines Computerraumes für die Katgahahena Primary School. Das Schicksal der Tsunami-Kinder, die 2004 durch den Tsunami ihre Eltern verloren und so zu Waisen wurden, berührte die Helfer aus Deutschland, die Dirk Lentzen vor Ort unterstützten, ganz besonders.

Auch für das Dorfkrankenhauses in Yatadolla war man im Einsatz. Mit der Übergabe von medizinischem Equipment aus einer Kölner Internisten-Praxis konnte man wesentlich zur besseren Ausstattung des Krankenhauses beitragen.

„Das Lächeln und die Dankbarkeit der Kinder“ hätten ihn in seinem Engagement bestätigt, sagte Dirk Lentzen damals und weiter: „Wir können hier mit verhältnismäßig wenig Arbeit sehr viel Gutes bewegen.“ Er wolle mit seiner Hilfsaktion in Sri Lanka nicht nur die Menschen unterstützen, sondern auch erreichen, „dass jeder sich hier in Deutschland einmal darüber Gedanken macht“.

Von seinem jüngsten Besuch zurückgekehrt, freut sich Dirk Lentzen, dass er mit seinen Hilfsprojekt auch nachhaltige Unterstützung vor Ort erreichen konnte: Trotz vieler Herausforderungen und Barrieren „bereue ich keine Sekunde meines Handelns“, sagt er. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der Flüchtlingssituation fühle er sich weiter gestärkt in seiner Absicht, „durch meine kleine private Charity an der Wurzel anzusetzen und direkt vor Ort positiven Einfluss auf eine bessere Zukunft der Kinder auszuüben“. Vor diesem Hintergrund möchte es auch seine Hilfsaktion fortsetzen.

Mit enormen Anstrengungen war es gelungen, Computer, Laptops, Kopiermaschinen, Multifunktionsdrucker und medizinische Geräte zu organisieren. Sämtliches Material wurden per Seecontainer nach Sri Lanka geschickt und dort von Kontaktpersonen in Empfang genommen.

Neben der Beschaffung verschiedener Geräte stand aber noch ein weiteres großes Projekt auf der Agenda des Besuches: die Fertigstellung des Schulanbaus mit einem modern ausgestatteten Computerraum.

Vor Ort habe er das „von vielen belächelte Ziel“ gefasst, in fünf Tagen den Computer Class Room zu eröffnen. Es seien zuvor noch umfangreiche Bauarbeiten erforderlich gewesen. Dank zweier Nachtschichten habe man die Eröffnung am 10. September feiern können. Der neue Computerraum besteht aus zehn Computern, die jeweils von mindestens zwei Schülern bedient werden können, einem großen Multifunktionsdrucker und sogar einem Beamer.

Ein weiteres Ziel soll sein, den Computer Class Room auch für die Kinder anderer Schulen zu nutzen. Dieser Moment wurde dann auch höchst feierlich unter buddhistischen Beistand gewürdigt. Dirk Lentzen: „Es erwartete uns eine Kinder-Empfangskapelle und ein großer Affenaufstand, nachdem die Tiere durch Pauken und Blasmusik aus den Bäumen gelockt worden waren. Dann folgten mehrere Tänze und viele Reden.“

Erfreulich sei, das der IT- Schulbeauftragte von Sri Lanka, Mr. Suneth Kalugaraarachi, auf den Bau des Computer Class Rooms aufmerksam geworden sei und aus diesem Anlass die Schule erstmalig besucht habe. Er habe den Schulanbau ausdrücklich als „ein Segen für die Kinder und die Umgebung“ beschrieben, berichtet Dirk Lentzen, der sich mit dem Schulbeauftragten über weitere Vorhaben abstimmte.

Auch wurden Kontakte mit der Schulbeauftragten des Districts „Mathugama“, Ms. Nayomi Dassanayake, aufgebaut, die in der Region für 45 Schulen verantwortlich ist. Lentzen: „Diese Kontakte ermöglichen mir eine gewisse Balance bei der Hilfe für die Schulen, um besonders die Härtefälle besser unterstützen zu können.“

Ein weiterer Besuch galt dem Dorfkrankenhauses in Yatadolla, wo unter anderem technische Geräte und medizinisches Equipment an den Leiter des Krankenhauses Dr. Ranjith Disanayake, übergeben wurden.

Parallel organisierte Dirk Lentzen wie auch im letzten Jahr ein Essen und einen Spielenachmittag für 100 tamilische Kinder, die zur ärmsten Sozialschicht in Sri Lanka zählen. Außerdem stellte man 100 Schultüten zusammen, die aus Schreibstiften, Buntstiften, Schreibblöcken, Spitzer etc. bestanden.

Außerdem hatte Dirk Lentzen in Deutschland alte aber funktionstüchtige Handys gesammelt, die er armen auf den Land lebenden Teepflückerinnen zur Verfügung stellen konnte, „um deren täglichen Heimweg in der Dunkelheit zumindest etwas sicherer zu gestalten“.

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