High-Tech Melkroboter ruft den Bauern auf seinem Handy an

Von: ck
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Auf der Imgenbroicher Höhe melkt ein Roboter die Kühe von Bauer Markus Legge. Trotzdem hat der Landwirt alles unter Kontrolle: Wenn der Roboter bei einer Kuh eine Veränderung - zum Beispiel einen Gewichtsverlust - feststellt, ruft er den Bauern auf dem Handy an. Foto: C. Krämer

Imgenbroich. Einen modernen Roboter, der einen in bestimmten Notfällen anruft, würde man vermutlich nicht unbedingt auf den Weiden der Imgenbroicher Höhe vermuten. Aber es gibt dort sogar zwei dieser Geräte, die jeweils auf einer Kuhwiese platziert sind und dort arbeiten.

Seit Juli steht auf der Höhe der erste der beiden mobilen Melkroboter, die dem Bauern Markus Legge gehören. Drei Jahre lang haben Planung und Bestellung der beiden Geräte gedauert, bis sie endlich in Betrieb genommen werden konnten.

Tag und Nacht melken lassen

Seit dieser Woche läuft nun auch der zweite Roboter rund um die Uhr und bietet ungefähr 60 Kühen die Möglichkeit, sich Tag und Nacht melken zu lassen.

Alle 120 Kühe von Markus Legge tragen einen Sender um den Hals, die von den Melkrobotern erkannt werden. Leckeres Kraftfutter sorgt dafür, dass die Tiere zur Maschine gelockt werden, bei der dann automatisch die Nummer des Tieres gescannt wird.

Ist die letzte Melkzeit schon eine Weile her, lässt der Roboter die jeweilige Kuh an die Futterstation. Während sie in Ruhe frisst, fährt ein Scanner unter das Euter der Kuh und misst aus, wo genau sich die Zitzen befinden.

Der erste Strahl Milch wird dann weggemolken und auf Qualität untersucht. Ist die Milch in Ordnung, wird die Kuh fertig gemolken und dann aus der Melkstation entlassen. Milch, die Abweichungen aufzeigt, wird ebenfalls zu Ende gemolken, allerdings wird diese entsorgt. Bemerkt die Maschine eine gravierende Abweichung, beispielsweise beim Gewicht einer Kuh, so ruft der Roboter Markus Legge auf dem Handy an und informiert ihn über den vorliegenden Fehler. Durch den Melkroboter haben die Kühe ein angenehmeres Leben, da sie sich aussuchen können wann sie gemolken werden wollen. Außerdem leben sie gesünder, da sie den ganzen Sommer über auf der Wiese bleiben können.

Im Winter werden die Roboter dann auf Legges Hof verlagert, sodass sie auch über die Wintermonate die Arbeit erleichtern. Insgesamt ist Markus Legge zufrieden mit seiner Anschaffung, denn die Kühe mähen, fressen und düngen von selbst, ohne den ständigen Transport von Futter oder Dünger. Allerdings ist diese Anschaffung sehr kostspielig und aufgrund der aktuellen Milchpreise von 20 Cent nicht mehr zu bezahlen. Um seine Produktionskosten zu decken, müsste ein Bauer mindestens 35 Cent pro Liter Milch im Jahresdurchschnitt erhalten. Ein zu großes Angebot an Milch treibt die Preise allerdings nach unten. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), der am Samstag bei der Vorstellung der Melkroboter vor Ort war, schlägt deshalb vor, dass die Milchproduktion verringert werden muss.

Untergang für Milchbauern

Milch ließe sich schließlich nicht lagern, erklärt Hubert Frohn, Teamleiter des BDM Eifel. Wenn an der aktuellen Situation, in der Bauern die Milch unter ihrem Produktionswert verkaufen müssen, nicht schnellstens etwas geändert wird, bedeute das den Untergang für viele Milchbauern.
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