Paustenbach/Mombasa - Heute noch Schüler, morgen schon Lehrer

Heute noch Schüler, morgen schon Lehrer

Von: jpm
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Freuen sich auf eine ereignisreiche Zeit in Kenia und hoffen darauf, dass ihre Hilfe in dem Entwicklungsland Früchte tragen wird (von links): Stefanie Schmitz, Walter Stehling, Tanja Ossendorf, Gabriel Schöller, Annkristin Werter, Jaqueline Kroll, Juliane Prickartz, Laura Frohn, Judith Swoboda und Hanna Castens. Foto: J. Mönch

Paustenbach/Mombasa. Am 19. Juli geht es los. Dann hebt der Flieger von Frankfurt ab Richtung Kenia. An Bord: Walter Stehling aus Paustenbach, seine Frau Stefanie sowie acht Schüler aus der Region. Fünf Wochen lang werden die Abiturienten den ehemaligen Hauptschullehrer, der vielen Eifelern als ein Fahrer des Tivoli-Busses bekannt ist, bei den verschiedenen Hilfsprojekten unterstützen, die er in dem ostafrikanischen Staat laufen hat, unterstützen.

Vor mehr als 30 Jahren schon hat Stehling sich der Entwicklungshilfe verschrieben – nicht als Mitglied einer Organisation, sondern als Privatmann. Im Oktober vergangenen Jahres startete er einen Aufruf: Abiturienten sollten die Möglichkeit bekommen, ihn nach Afrika zu begleiten. Der Aufruf erfüllte seinen Zweck: Zum 31. Mal fliegt Walter Stehling selbst nun nach Kenia. Leben werden er und seine Begleiter in einem Hotel in Okunda, 30 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Mombasa. Die Hauptaufgabe der Abiturienten: Sie werden in der Alexandra Secondary School afrikanische Schüler unterrichten.

Viele Fragen sind offen

Gerade noch Schüler, morgen schon Lehrer: Momentan bereitet die Gruppe sich auf den plötzlichen Rollenwechsel vor – so gut es geht. Denn wie alt die kenianischen Schüler sein werden und wie viele von ihnen in einem Klassenraum sitzen, wird sich erst vor Ort zeigen. Das hat mit den unsteten Verhältnissen vor Ort zu tun: „Wie groß so eine Klasse dort gerade ist, hängt immer davon ab, wer das Schulgeld bezahlen konnte und wer nicht“, weiß Stehling. Der Beitrag, den die Eltern dort für ein Kind zahlen müssen, liege etwa bei der Hälfte eines durchschnittlichen Monatslohns.

Geboten bekomme ein kenianischer Schüler dafür so gut wie nichts: „Die Kollegen dort sind schlecht ausgebildet. Das Wort Pädagogik haben sie vielleicht schon mal gehört und versuchen, das irgendwie umzusetzen.“ Auch die Ausstattung sei miserabel: „Ein Stück Schiefer dient als die Tafel und die Möbel sahen bei uns zuletzt in der Nachkriegszeit so aus.“ Unterrichten sollen die jungen Eifeler, Heinsberger und Jülicher, von denen jeder 2100 Euro für Flug und Aufenthalt zahlt, vor allem Deutsch. „Ihr könnt aber davon ausgehen, dass ihr auch in den anderen Fächern rumturnen werdet“, so Stehling in Richtung seiner Schützlinge.

Überhaupt macht der Organisator mehr als deutlich, dass die Gruppe in Afrika kein netter Urlaub in exotischer Umgebung erwartet. Denn nach dem Mittagessen wird bei anderen Projekten angepackt. Mit einem Friseursalon und einer „Buschbar“ versucht Stehling den Einheimischen von Okunda auf die Beine zu helfen. Bis es so weit ist, müssen noch die Arbeitern von Elektrikern, Malern und Schreiner erledigt werden – vormittags Lehrkräfte, nachmittags Handwerker. „Irgendwie muss das alles klappen“, sagt Stehling. „Und ich bin sicher, dass auch die Frauen ihren Mann stehen“ – denn von den ausgewählten Schülern ist nur einer männlich.

Hohe Identifikation

Tanja, Gabriel, Annkristin, Jaqueline, Juliane, Laura, Judith, und Hanna jedenfalls sind zuversichtlich, dass eine aufregende Zeit vor ihnen steht – und identifizieren sich jetzt schon so sehr mit dem Projekt, dass sie ihm bereits eine eigene Homepage gewidmet haben. Wer die Afrika-Reisenden unterstützen möchte, kann telefonisch unter Telefon 02473/6767 oder per Mail an info@project-kenia.de Kontakt aufnehmen.

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