Nordeifel - Heuschrecken brauchen Feldraine

Heuschrecken brauchen Feldraine

Von: gük
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Nordeifel. „Heupeardche“ hießen die Heuschrecken einst in unserem Dialekt. Die Bodeninsekten waren vor einigen Jahrzehnten weitaus häufiger, als heute auf unseren Wiesen zu finden.

Beim Grasmähen, Heuwenden und Kuhhüten fand man sie überall, und als Kinder hatte man einen Heidenspaß, diese hüpfenden und fliegenden Insekten zu fangen.

Die industrielle Landwirtschaft und die Aufgabe der kleinflächigen Felderwirtschaft waren und sind nicht förderlich für das Leben dieser netten Insektenfamilie. Rückzugsgebiete sind Wegraine und Talwiesen, wo nicht schon im Mai gemäht wird, wo Vieh weidet und wo nicht intensiv gedüngt oder Gülle ausgefahren wird. Leider sind unsere Kommunen viel zu schnell dabei, auch Wegraine an Wald- und Feldwegen zu mähen. Mit dieser Arbeit kann man auch bis Mitte August warten, bis die Brutzeit vorbei ist.

Auch Gärten können Lebensräume für Heuschrecken sein, wenn man nicht jegliches Kraut, das aus dem Boden sprießt, entfernt, sondern auch einige Ecken im Garten „verwildern“ lässt. In einem solchen Garten im Rurtal wurden jetzt zwei durchaus nicht häufige Heuspringer gefunden. Zum einen ist es die Große Goldschrecke, bei der Männchen und Weibchen völlig unterschiedlich aussehen.

Das bräunliche Weibchen besitzt einen leichten Metallglanz, und die kurzen Vorderflügel stoßen in der Mitte fast zusammen. Das Weibchen kann bis zu 30 Millimeter groß werden, das grüne Männchen nur bis 20 Millimeter. Die voll ausgebildeten Heuschrecken kommen vom Juni bis September vor. In dieser Zeit legt das Weibchen seine Eier bis vier Zentimeter tief in morsches Holz oder in Pflanzenstängel wie Himbeeren und Brombeeren.

Eine weitere recht seltene Heuschrecke, nämlich das Grüne Heupferd, das zu den größten einheimischen Heuschrecken zählt, ist gut vier Zentimeter lang und ist einfarbig grün gefärbt, so dass diese Schrecke wohl häufig übersehen wird, wenn sie sich nicht bewegt. Sie ernährt sich hauptsächlich von Fliegen, Raupen und Blattläusen. Das Weibchen legt mit seiner mächtigen Legeröhre ca. 100 Eier in den Boden, wo diese überwintern und im nächsten Frühjahr die jungen Heuschrecken schlüpfen.

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