Herrensitzung in Lammersdorf: Wenn man Männer mal allein lässt

Von: Karl-Heinz Hoffmann
Letzte Aktualisierung:
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Der obligatorische und ganz normale Sitzungswahnsinn. Stühle stemmen und schwenken ist auf der Herrensitzung inzwischen Kult. In lang geübter Solidargemeinschaft versanken am Sonntag im Lammersdorfer Festzelt über 700 Männer wieder einmal in den Zustand der närrischen Glückseligkeit.

Lammersdorf. Zum Erfolgsrezept der alljährlichen und größten Veranstaltung für Männer in unserer Region gehören ohne Zweifel auch stapelweise Tabletts von Mett-, Käse- und Frikadellenbrötchen in Kombination mit Unmengen von Bier, Els und sonstigen geistigen Getränken.

Wenn man dazu noch über 700 Herren der Schöpfung, etwas Karnevals- und Ballerman-Musik nebst hübschen Frauen auf der Bühne mischt, hat man alle erforderlichen Zutaten für eine Herrensitzung beisammen.

Dies war auch am Sonntagmorgen im Festzelt auf dem Lammersdorfer Dorfplatz der Fall, wo die dortigen Karnevalsfreunde zu ihrer 16. Herrensitzung geladen hatten, bei der in einem fast fünfstündigen Programm mit vielen Höhepunkten eigentlich alle Erwartungen der Gäste erfüllt wurden. „Heute dürfen wir wieder Jäger und Sammler sein“, hatte Präsident Thomas Matheis, der im schweinchenrosa farbenen T-Shirt gewohnt gekonnt durch das Programm führte, zum Beginn den maskulinen Charakter der Sitzung vorangestellt, bevor als erster Kracher und Eisbrecher Stefan van den Eertwegh, besser bekannt als die „Erdnuss“, in die Bütt stieg.

Das Schwergewicht des rheinischen Karnevals plauderte ganz nach dem Geschmack der Männerwelt witzig und deftig über das Leben, natürlich die Frauen und die Politik. So konnte man erfahren, dass griechisches Grillen ohne Kohle stattfindet. Meisterlich auch, wie er die Leiden des bisher völlig unbekannten Löffelkaninchens schilderte.

Danach eroberten die „Cölln Girls“ die Bühne, die bei ihrem abschließenden Medley das Zelt endlich auf die Beine brachten. Eine absolute „Bütten-Granate“ stand danach auf dem Programm. Die teils tiefsinnigen und mit sogenanntem Nachbrenner versehenen Ausführungen von „Manni, dem Rocker“ rissen auch die bewegungsschwachen Besucher von den Stühlen, so dass es kein Wunder war, dass der sympathische Rocker am Ende nach stehendem Applaus eine Zugabe geben musste.

Dies war auch bei der folgenden „schwergewichtigen“ musikalischen Nummer der Fall. Das Gesangsduo „Flöckchen“, welches den Wildecker Herzbuben allein vom Aussehen her durchaus Konkurrenz machen konnte, riss das männliche Publikum mit bekannten Karnevalsliedern zum Singen und Schunkeln mit.

Für das Auge bot danach die „Alpengarde Witterschlick“ etwas. Die Showtanzgruppe der KG Grün-Weiß Alpenrose aus dem rheinischen Alfter wirbelte über die Bühne, bevor zwei Stunden nach Sitzungsbeginn ein weiterer Knaller aus den Hochburgen des rheinischen Karnevals das Lammersdorfer Zelt eroberte. Die fünfköpfige Band „Vajabunde“ brachte mit bekannten Songs viel Stimmung ins größte Zelt der Nordeifel.

Völlig aus dem Häuschen

Hellauf begeistert und teilweise völlig aus dem Häuschen zeigte sich danach das männliche Publikum beim Auftritt der „Showgirls“ aus Kerpen. Für viele war die rassige Showtanzgruppe aus der Erftstadt der eindeutige Knaller der Herrensitzung, was auch an den unzählig gezückten Handys zum Ablichten der reizenden Damen deutlich wurde. Beneidet wurden schließlich diejenigen Männer, die zur Steigerung ihrer karnevalistischen Glückseligkeit bei der Zugabe zum Mittanzen auf die Bühne durften. Da stellte der Kommentar eines Besuchers „Habe ich alles zu Hause“ eine Ausnahme dar.

Ein wenig beruhigend wirkte danach die musikalische Darbietung der „Nüggele“ aus Köln, die allerdings bei ihrer Zugabe mit „Satisfaction“ noch einmal richtig die Post im Zelt abgehen ließen. Diese ging selbstverständlich auch ab, als kurz vor Ende der scheinbar unvermeidbare Soloauftritt des Nummerngirls anstand.

Die Herrensitzung endete mit einem furiosen musikalischen Finale. 18 Top-Musiker standen auf der Bühne, als „De Bajaasch“ loslegte und man Angst haben musste, dass die Bläser der Band das Zeltdach wegpusten wollten. Zwei Zugaben musste die Band geben, die sich von der Stimmung im Lammersdorfer Zelt begeistert zeigte.

Und dann war sie nach fast fünf Stunden vorbei – die erste rauchfreie Herrensitzung im Nordeifeler Hoheitsgebiet mit hohem Unterhaltswert, aber auch aufgrund der geänderten gesetzlichen Vorschriften zum Nichtraucherschutz mit viel (störender) „Bewegung“ im Zelt.

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