„Herr Müller und sein Chauffeur“ in der Kunstfabrik

Von: Andreas Gabbert
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„Herr Müller und sein Chauffeur“ beim Videodreh in der Arte-Scienza-Kunstfabrik in Monschau: Christian Pomplun, Steven Schmidt, Christian Müller und Ralf Schüler (v.l.) wollen fünf Lieder in einem Kurzfilm von 20 bis 25 Minuten Länge verarbeiten. Foto: A. Gabbert

Monschau. Den kleinen Abstecher in die Rur haben die Instrumente der Musiker gut überstanden. Nun haben sich „Herr Müller und sein Chauffeur“ zwischen Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen in der Arte-Scienza-Kunstfabrik von Peter Sußner in Monschau bei Dreistegen positioniert.

 Der Drummer gibt den Takt vor, die Gitarren setzen ein, und die Videokamera hält alles fest. „Herr Müller und sein Chauffeur“ sind hier zu Gast, um in dem ehemaligen Kesselhaus und der näheren Umgebung ein Musikvideo zu drehen.

„Als der junge Christian Müller noch der Herr Müller mit seiner Gitarre war und noch keinen Führerschein besaß, ließ er sich bevorzugt von Musikern zu seinen Gigs chauffieren, die ihn auch auf der Bühne mit ihren Instrumenten begleiten konnten.

So ist im Laufe der Zeit eine homogene, gut eingespielte Band entstanden, die ihre musikalischen Fähigkeiten und Ideen mit einbringt. Mit dem groovenden Rhythmus von Drummer Christian (Giraffe) Pomplun und Bassist Steven Schmidt gewinnt die Reise an Tempo und die Gitarre sowie der unterstützende Gesang von Ralf Schüler knipsen die Sonne an.

So erhalten in neuerer Zeit die Songstrukturen zunehmend rockige, von optimistischer Stimmung geprägte Passagen“, schreibt die Band über sich selbst auf ihrem Internetauftritt.

Vom Flair begeistert

Die Reise führte die Band aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich nun zum zweiten Mal nach Monschau in das besondere Ambiente der Arte-Scienza-Kunstfabrik. Im Mai hatten sie dort die Vernissage der Ausstellung „Eifelgefühl – 6 fotografische Ansichten“ musikalisch begleitet und waren vom Flair der Räumlichkeiten so begeistert, dass sie gerne noch einmal wiederkommen wollten.

Mit diesem Wunsch stießen sie bei Peter Sußner gleich auf offene Ohren. „Das erste Video der Band hat mir so gut gefallen, da hab ich gesagt: Dass kann man hier auch mal machen. Jetzt kooperieren wir, und beide Seiten haben etwas davon“, sagt er. Was ihn hier her gelockt hat? „Der Peter“, sagt Sänger Christian Müller. „Als ich um die Ecke kam und den Schriftzug sah, dachte ich gleich, das ist ja abgefahren.

Das ist der Wahnsinn, wie das hier alles in das alte Gebäude integriert wurde“, sagt Gitarrist Ralf Schüler. „Wie hier Leben und Arbeit unter einem Dach zu haben“, ist für Schlagzeuger Christian Pomplun „der Traum eines jeden Künstlers. Und Bassist Steven Schmidt war beim ersten Besuch einfach überwältigt. „Sowas habe ich selten gesehen. Das war eine totale Reizüberflutung“, sagt er.

Innerhalb von zwei Tagen wollen sie nicht nur ein kurzes Video für ein Lied drehen, sondern gleich einen ganzen Kurzfilm von 20 bis 25 Minuten. „Darin werden wir fünf Lieder unseres neuen Albums verarbeiten. Die können einzeln stehen, aber auch als ganzer Film gesehen werden. Es geht vom Detail ins Ganze“, erläutert Christian Müller. Dafür brauchen sie eine Menge Videomaterial, doch die Vier sind eben unerschütterliche Optimisten.

Singer-Songwriter-Rock-Pop

Die Szenen, die später im Video zu sehen sind, sollen die fast schon lyrischen Texte aus der Feder von Christian Müller unterstreichen und ein Gefühl transportieren. Bei „Gestohlene Zeit“ sieht man die Band in Jogginganzügen durch den Wald laufen, am Lagerfeuer scherzen und Musik machen. Es geht darum, wie jeder die Zeit auf eigene Art und Weise vertreibt und um die Möglichkeit, aus dem System auszubrechen.

Der Song „Wölfe“ präsentiert sich eher düster. Hier wird das Alleinsein in der Masse thematisiert, ein Stück weit anders und trotzdem mit den anderen verbunden zu sein. „Heldentaten“ ist Dank und Hommage an eine Person, die Müller lange begleitet hat.

Entdeckt wurde die Band, weil der Musikverleger und gebürtige Eifeler Horst Hültenschmidt aus Köln beim Zeitungslesen durch den eigenwilligen Namen aufmerksam wurde. Die Musik, die an die Hamburger Schule erinnert, ist authentisch und sehr persönlich. In den Texten bleibt aber auch Freiraum für eigene Interpretationen. Eingängig, doch nie vordergründig, winden sie sich zuweilen in surrealen Metaphern und lassen so dem Ego des Zuhörers eine Menge Raum.

Als Singer-Songer-Writer-Rock-Pop beschreibt Bassist Steven Schmidt die Stilrichtung der Band. „So nenne ich es auch gerne“, pflichtet Müller bei. Die Musik auf dem neuen Album sei breit gefächert, mit vielen anderen Einflüssen aus Reggae, Ska und Country. „Da ist viel drin“, sagt er.

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