Herbstliches Chorkonzert mit „Musica Cantica“ und der „SingPhonie“

Von: js
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Die etwas heiklen akustischen Verhältnisse in dem noch nicht ganz fertigen Chorraum kamen den Chören beim Herbstkonzert in der evangelischen Kirche gut entgegen. Es ergab sich ein abgerundeter Klang, bei dem die intensive Arbeit des Dirigenten deutlich zutage trat. Foto: Josef Schreier

Roetgen. Der Roetgener Chorleiter Manfred Lutter bestritt am Sonntag mit seinen beiden Ensembles „Musica Cantica“ aus Eupen sowie der „SingPhonie“ aus Roetgen ein sehr gut besuchtes und eindrucksvolles „Herbstkonzert“ in der evangelischen Kirche seines Heimatortes.

„Herbstlich“, im Sinne von bunt farbig war auch das Programm, das die beiden Chöre in wechselnden Besetzungen darboten. Es gab Volkslieder aus verschiedenen Ländern Europas in klangschönen zeitgenössischen Sätzen, die von den Choristen höchst differenziert umgesetzt wurden. Daneben gab es aber auch Klassisches und original Zeitgenössisches. Ab und zu stellte sich dabei beim Zuhörer die Frage nach dem thematischen roten Faden. Vielleicht aber ging es Manfred Lutter in diesem Falle lediglich um eine Art Ernte eines musikalischen Arbeitsjahres. Also auch in diesem Sinne um etwas zum Herbst Gehöriges.

Wunderbarer Klang

Pfarrer Wolfgang Köhne begrüßte das Publikum und die Sängerinnen und Sänger, die ihr Konzert als Gäste in dem neu renovierten Kirchenraum darbieten konnten. Die etwas heiklen akustischen Verhältnisse in dem noch nicht ganz fertigen Raum kamen dabei den Chören überraschend gut entgegen. Es ergab sich ein wunderbar abgerundeter, voller und differenzierter Klang, bei dem die intensive Arbeit des Dirigenten deutlich zutage trat. Nicht so schön freilich war der – wenn auch sachlich berechtigte – Beifall des zahlreichen Publikums nach jedem Stück, der angesichts der Verhältnisse beinahe wie Donnerhall durch den Raum ging und die diffizilen Klanggebilde im Nachgang doch sehr beeinträchtigte. Dem hätte man wohl durch Hinweise am Beginn vorsorglich abhelfen sollen.

Von all dem aber abgesehen, konnte der dankbare Zuhörer eine ganze Anzahl kostbarer Perlen in dem etwa einstündigen Programm registrieren. So schon am Anfang den Satz „Ubi caritas“ von Ola Gjeilo oder den Schluss mit dem berühmten Abendlied „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“ von Josef Rheinberger.

Daneben gab es eine Vielzahl der erwähnten Volkslieder vor allem aus dem skandinavisch-baltischen Raum, wobei der Zuhörer für die Übersetzung der Texte in dem Programmheftchen sehr dankbar war. Der Höhepunkt dieses „folkloristischen“ Parts war aber zweifellos das ungarische Tanzlied „Dana Dana“ von Lajos Bárdos, das auch in rhythmisch-energischer Hinsicht die – in diesem Fall vereinigten – Chöre zur Höchstleistung anspornte. Seltsam uninspiriert und auch thematisch wohl ganz aus dem Rahmen fallend wirkte dagegen ein kurzes Kyrie aus einer Messe des jungen Mozart. Auch bei einigen anderen geistlichen Stücken, etwa einem sehr interessanten „Dicite pusillanimes“ von Nobuaki Izawa wäre man dem Zusammenhang angesichts der sehr bewegenden Interpretation gerne etwas näher nachgegangen. Gerade dieses Stück wurde aber von etwas diametral anderem abgelöst, nämlich dem – auf seine Art wiederum beeindruckenden – belgischen Eurovisions-Beitrag von 2003 „Sanomi“.

So waren es in der Tat herbstlich bunte Blätter, die die beiden Chöre unter ihrem verdienten Leiter einem begeisterten Publikum darboten. Ganz sicher wird sich das auch den Spenden abgelesen haben, zu denen Pfarrer Köhne das Publikum angesichts der beiden „armen“ Chöre, wie er sie nannte, animiert hatte.

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