Herbstkonzert: Größere Resonanz wäre verdient gewesen

Von: ame
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Melodien, die schon in Vergessenheit geraten sind, möchte sich das Grenzland Salon-Orchester Monschau widmen; beim Herbstkonzert der Stadt Monschau und der Gemeinde Bütgenbach präsentierten die Musiker dem Publikum Kostproben ihres Repertoires. Foto: Alfred Mertens

Monschau. Nur rund 70 zahlende Zuschauer wohnten dem Herbstkonzert der Stadt Monschau und der Gemeinde Bütgenbach in der Aula des St.-Michael-Gymnasiums in Monschau bei. Im ersten Teil des unterhaltsamen Konzertes traten der Musikverein und der Kirchenchor aus Elsenborn auf.

Nach der Pause wusste das Grenzland Salon-Orchester Monschau mit ihrem erst zweiten öffentlichen Auftritt das Publikum zu überzeugen.

Zum 32. Mal richtete die Stadt Monschau das Herbstkonzert aus, zum 17. Mal gemeinsam mit der Gemeinde Bütgenbach. Der Einladung zum Konzert waren unter anderem Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, die Ortsvorsteher Georg Kaulen (Monschau), Norbert Rader (Kalterherberg) und Jacqueline Huppertz (Mützenich) sowie seitens der Gemeinde Bütgenbach Bürgermeister Emil Dannemark und Finanzschöffe Erwin Franzen gefolgt.

„Das Herbstkonzert der beiden Kommunen hat Tradition, ebenso die Freundschaft der beiden Arbeitspartnerschaften aus Monschau und Bütgenbach“, betonte Ritter zu Beginn des Konzertes.

Ewald Langer, der Dirigent des Königlichen Musikvereins Harmonie Elsenborn, ging in wenigen Worten auf die geschichtliche Entwicklung seines Vereins ein. Der 1893 gegründete Verein erlebte eine wechselvolle Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen. Im Zweiten Weltkrieg haben viele Musiker ihr Leben gelassen. Idealisten fanden sich, um den Verein wieder aufzubauen; im Lager Elsenborn wurden die Proben abgehalten.

Zum 50-jährigen Bestehen erlangte der Verein die Auszeichnung Königlich. Der Verein war immer eine Männerdomäne; nach langen Diskussionen traten 1991 erstmals auch Frauen in den Musikverein ein. Jährlich bestreitet der Verein rund zehn dörfliche Auftritte. Zum Stiftungsfest am 20. Dezember stellt der Verein sein neues Programm vor.

Mit dem Marsch „Unter dem Doppeladler“ eröffnete die Harmonie das Herbstkonzert. Im Folgenden überzeugte das Orchester unter anderem mit Bingo, einem Potpourri, in dem die Trompeten solistisch auftraten, „Besuch bei Johann Strauß“ mit Walzern, Märschen und Polken, dem volksmusikalischen Stück Polkaperlen sowie mit Vater und Sohn, einem musikalischen Dialog, wo jeder von beiden immer etwas zu sagen hatte. Zum Abschluss bei Hootenanny stellte sich jedes Register des Musikvereins dem Publikum nochmals mit Nachdruck vor.

Der Königliche Kirchenchor St. Cäcilia ist einer von insgesamt 14 Vereinen in Elsenborn. Das Vereinsgeschehen wird intensiv gelebt. Der Chor präsentierte sich dem Publikum in Monschau mit weltlichen Liedern in verschiedenen Sprachen. Mit dem Lieblings-Aufwärmlied „The Scat Calypso“ – so Dirigent Elmar Sarlette – trat der Chor erstmals in Erscheinung.

Von Liebe und Feierabendstimmung handelte das Lied „Es dunkelt schon in der Heide“. Bei „Je ne lose dire“ – ich traue nicht, es dir zu sagen – wurde die Eifersucht thematisiert. Zu weiteren bekannten Liedern des Chores zählten „La cucaracha“, „El condor pasa“, „Im Wagen vor mir“, von Henry Valentino in den 70er-Jahren gesungen, „Jambo Bwana“ und „Rama Lama Ding Dong“.

Bütgenbachs Bürgermeister Emil Dannemark dankte den beiden Elsenborner Vereinen für ihre Auftritte. „Der erste Teil des Konzertes lag mit geballter Kraft in Elsenborner Hand. Musik verbindet die beiden Kommunen und ist grenzenlos. Am Allerseelentag sollten wir den Augenblick nutzen, um an die Menschen zu denken, die schon vor uns gegangen sind“, betonte er.

In den Reihen des Grenzland Salon-Orchesters Monschau wurde zunächst Sabine Blumensath ein Ständchen bereitet. Sie feierte am Tag des Herbstkonzertes ihren 30. Geburtstag. Im noch sehr jungen Orchester sind Musiker aus fast allen Ortschaften der Stadt Monschau vertreten. „Wir sind kein Verein, wir haben keinen Dirigenten, wir sind lediglich eine musikalische Zweckgemeinschaft. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Melodien, die schon in Vergessenheit geraten sind, wieder aufleben zu lassen“, wusste Orchester-Sprecher Franz Müller zu berichten.

Medleys von Bill Ramsey, Conny Francis, dem berühmten Orchesterführer Bert Kämpfert und den Comedian Harmonists gehörten ebenso zum Repertoire wie „Wunderland bei Nacht“ und „St. Louis Blues“. Mit dem abschließenden Vortrag „In Harmonie vereint“ aller beteiligten Vereine endete das gut 3,5 Stunden dauernde Konzert, das sicherlich mehr Resonanz verdient gehabt hätte.

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