Hemmschwellen am Rursee überwinden

Von: M. S.
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Im Ferienpark Rursee verbracht
Im Ferienpark Rursee verbrachten eine von der Aachener Johanniter-Unfallhilfe betreute Gruppe Menschen mit und ohne Behinderung ein unbeschwertes und lehrreiches Wochenende. Foto: Manfred Schmitz

Rurberg. 35 Jahre wirkte Heinz-Willi Naujoks als Referent an Aachens Bischöflicher Akademie, plante und realisierte in Partnerschaft mit seinem beruflichen Nachfolger Dr. Gert Jungblut soziale Projekte in Nordirland, dem ehemaligen Jugoslawien oder Rumänien.

Über all seine humanitären Auslandseinsätze vergaß er jedoch nie, dass es auch in seiner Heimat, der Städteregion Aachen, zahlreiche bedürftige und vom Schicksal benachteiligte Mitmenschen aller Generationen gibt, die rund um die Uhr dringend auf praktische Hilfe und Solidarität der Gesellschaft angewiesen sind, um ihren oft schwierigen Alltag zu meistern.

In die Tat umgesetzt

Mit seinem Freund, dem Walheimer Buchhändler Lutz Herrmann hat er schon so manches Vorhaben gemeinsam mit Menschen mit und ohne Behinderung in die Tat umgesetzt.

Jetzt verbrachte eine 15-köpfige Gruppe von Menschen mit Behinderung mit ihren Betreuern ein abwechslungsreiches Wochenende im Haus Nummer 5 des Rurberger Ferienparks am Rursee. Hier wurden die Gäste bestens umsorgt von Inez Kleingeerts und ihrem Tennishallen-Team.

Zudem erwartete die Gruppe ein attraktives Programm mit Geselligkeit und Erholung, vor allem aber geprägt von Dialogen. Neun Menschen mit Behinderung und sechs Betreuer, von ihren Schützlingen liebevoll-ironisch „Fußgänger” genannt, verbrachten gemeinsam eine erlebnisreiche Zeit am Rursee und genossen die herrliche Eifelnatur am Wasser.

„Wichtig war uns, dass wir alles in vertrauensvoller Gemeinschaft machten”, erklären Naujoks und Herrmann. „Das begann, wie im ganz normalen Alltag, mit Frühstück und gemeinsamen Einkäufen in Simmerath. Alle freuten sich schon im Voraus auf die Grillfete in gemütlicher Runde am Abend.”

Mehrere Geschäftsleute hätten zudem den Aufenthalt der Gruppe unterstützt. Selbstverständlich durfte auch eine vergnügliche Schifffahrt über stimmungsvolle Rurseewellen samt Panoramablick nicht fehlen.

Den Transport unterstützte die Aachener Johanniter-Unfallhilfe. Mit ihrem Pfleger Detlef Weyer sorgten sie für die Logistik an dem Wochenende.

Probleme im Team lösen

„Wir möchten aktiv dazu beitragen, dass Menschen mit und ohne Behinderung mehr voneinander wissen, voneinander lernen, Sorgen teilen, Probleme im Team lösen, gemeinsam den Alltag meistern und Lebensfreude empfinden”, erläutern Naujoks und Herrmann ihre Motivation für das Projekt. Dazu müssten gegenseitige Hemmschwellen überwunden und emotionale Hindernisse abgebaut werden.

Ein weiteres wesentliches Kriterium formuliert Heinz-Willi Naujoks: „Beide Parteien müssen akzeptieren, dass sie Rechte wie Pflichten haben. Nur mit gegenseitigem Verständnis und Wohlwollen können beide Gruppen auf Dauer eine gute Zukunft gestalten.”
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