Nordeifel - Heinz Klinkenberg „würde von einer Krise noch nicht reden”

Heinz Klinkenberg „würde von einer Krise noch nicht reden”

Von: P. St.
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Als „verhalten” bezeichnet Heinz Klinkenberg, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Monschau, die Stimmung in den Eifeler Betrieben. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Allgegenwärtig ist der schon längst überstrapazierte Begriff von der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise. An vielen Menschen ist die Krise bislang vorbeigegangen, andere wiederum spüren deutlich, dass das Wachstum derzeit gebremst ist.

Hat dieses weltweit vorhandene Wirtschaftstief eigentlich die Eifel erreicht? „Von einer Krise in der Eifel würde ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sprechen”, sagt Heinz Klinkenberg, als Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Stolberg auch für die Agentur Monschau, die im Rathaus an der Laufenstraße untergebracht ist, zuständig.

„Wir sehen natürlich nur Ausschnitte der Gesamtsituation”, räumt Klinkenberg ein, aber im Kontakt mit Arbeitergebern und den Kunden der Agentur in Monschau spüre man sehr wohl, dass die Stimmung momentan eher „verhalten” sei. Den Anstieg der Arbeitslosenzahlen in jüngster Zeit bezeichnet er als „moderat”, und die Hoffnung des Geschäftsstellenleiters geht dahin, dass im Monat März „ein Abschwächung der Steigerung” eintritt.

Die Unsicherheit in vielen Betrieben und Belegschaften sei spürbar, sagt Klinkenberg, wenn auch erst zwei Betriebe Kurzarbeit angemeldet hätten. Weitere Betriebe (weniger als zehn) hätten zudem bei der Agentur zudem Erkundigungen zum Thema Kurzarbeit eingeholt. Hier verweist die Agentur gezielt auf das neue Instrument der Weiterbildungsmaßnahmen während Phasen der Kurzarbeit. Sowohl interne wie externe Qualifizierungsmaßnahmen von Betrieben würden dabei von der Agentur gefördert.

Von der Krise betroffen seien insbesondere gewerbliche Bereiche wie Fertigung, Logistik und Transport; auch die Abhängigkeit von der Autoindustrie sei deutlich spürbar. Da die genannten Sparten in der Nordeifel aber nur in geringem Maße vertreten sei, hielten sich auch die Folgen für den Arbeitsmarkt in Grenzen.

Ein großes Problem besteht darin, dass die Betriebe derzeit keine Kredite erhielten; daher sei auch eine Prognose der weiteren Entwicklung schwierig. Erst Anfang April werde sich eine Tendenz für den Rest des Jahres erkennen lassen. Klinkenberg: „Wenn wir Glück haben, dann sind wir im Herbst durch.”

Im vorigen Frühjahr stellte sich die wirtschaftliche Lage im Lande übrigens genau umgekehrt dar. Da boomte die Wirtschaft, und es setzte eine starke Nachfrage nach Fachkräften ein. Dieses Personal möchten die Firmen jetzt trotz Krise behalten, was ein zusätzliches Problem darstellt.

„Im Vergleich zu anderen Regionen sieht es in der Eifel noch gut aus,” betont Heinz Klinkenberg mit Blick auf die aktuelle Statistik. 866 Personen sind derzeit in den drei Südkreiskommunen arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 4,8 Prozent (im Dezember waren es 4,1 Prozent).

Dass die Quote nicht deutlicher ansteigt, führen Klinkenberg und seine neun in Monschau tätigen Mitarbeitern eindeutig auf die hohe Flexibilität der Eifeler Arbeitnehmer und deren starke soziale Bindungen zurück, die in ländlichen Gebieten deutlich ausgeprägter als in anonymen Ballungsräume sei. Klinkenberg: „In der Eifel kommen die Menschen einfach wieder schneller zu einer neuen Arbeit.”
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