Heimatgeschichte nicht isoliert betrachten

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Auf breitete Füße soll die H
Auf breitete Füße soll die Heimatforschung im Monschauer Land gestellt werden.

Nordeifel. Die Heimat- und Geschichtsvereine im Monschauer Land wollen zukünftig zusammenarbeiten. Dies ist das einhellige Ergebnis einer Umfrage unter annähernd 30 Vereinsvorsitzenden, Leitern von Arbeitskreisen und aktiven Heimatkundlern, die der Lammersdorfer Heimatforscher und Buchautor H. Jürgen Siebertz vor einigen Tagen durchgeführt hat.

H. Jürgen Siebertz hat damit ein Thema aufgegriffen, dass auch dem Geschichtsverein des Monschauer Landes seit vielen Jahren am Herzen liegt: Die Kooperation und der informelle Datenaustausch zwischen Personen und Gruppen, die sich mit der Heimatgeschichte des Monschauer Landes befassen.

Da gerade in letzter Zeit immer mehr Menschen den Wunsch verspüren, das Leben ihrer Vorfahren zu ergründen, hat die Zahl der Heimat- und Geschichtsvereine deutlich zugenommen. In fast jedem Dorf des Monschauer Landes haben sich interessierte Personen zusammengeschlossen, um sich der Erforschung, Dokumentation und Bewahrung tradierter Kulturgüter zu widmen.

Die Heimatforschung ist beileibe kein „antiquierter Kram” für einige nostalgische Sonderlinge, sondern eine echte Herausforderung an die moderne Zeit, die Vergangenheit in Worten, Bildern oder gesammelten Gegenständen für die Nachwelt festzuhalten. Dieser Bedeutung sind sich auch die zahlreichen Heimatkundler unserer Region voll bewusst.

„Es gibt noch so vieles zu erforschen”, weiß Siebertz aus eigener Erfahrung, „man denke nur an unser altes Brauchtum, die alten Handwerke, die Namensforschung, die Mundart und viele andere Dinge. Wenn es uns nicht gelingt, das gerade bei älteren Menschen noch vorhandene Wissen über das Leben unserer Vorfahren auf irgendeine Weise zu dokumentieren, werden viele unserer kulturellen Erbgüter wie zum Beispiel die Mundart auf immer und ewig verloren sein”.

Siebertz könnte sich gut vorstellen, dass man etwa im Rahmen besonderer Workshops etc. in die Grundschulen gehen könnte, um dort mit den Kindern „das alte Eifeler Platt” zu sprechen und weiterzugeben.

Mit Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten, die sich durch die digitale Computerwelt eröffnen, bietet es sich geradezu an, dass die einzelnen Heimatvereine miteinander korrespondieren und ihre Daten austauschen.

Aufgrund der ersten, ausschließlich positiven Resonanz, will Siebertz schon in nächster Zeit zu einem ersten Treffen einladen. In seinem Rundbrief schreibt er:

„Ich habe die Absicht, alle Vorsitzenden oder Leiter von Heimatvereinen etc. an einen Tisch zu bringen, um sich in Form einer offenen Gesprächsrunde auszutauschen. Da uns alle die gleichen inhaltlichen Themen berühren, wäre es doch naheliegend, dass wir uns fortan auch regelmäßig (jährlich oder halbjährlich?) zusammenfinden.

Jeder von uns könnte etwas aus seinem Dorf berichten, über die Kriegsereignisse, eigene Filmaufnahmen über alte Handwerke, Bücher, Dorffeste, Brotbacken usw. Ich finde es in unserer heutigen digitalen Welt einfach unproduktiv, dass jedes Dorf für sich isoliert an seiner Heimatgeschichte forscht und dokumentiert, obschon wir uns mit unseren Erfahrungen gegenseitig helfen und informieren könnten”.

Erstes Treffen geplant

Bei diesen Treffen wäre es z. B. auch möglich, Referenten zu bestimmten Themen einzuladen. Siebertz: „Auch wäre es sicher interessant, einmal die Wege aufzuzeigen, wie man an Daten gelangt oder wer Ansprechpartner für bestimmte Themen ist.

Im Zuge des übergreifenden Informationsaustauschs könnten so Lücken geschlossen und mancherlei Daten untereinander ausgetauscht werden. Viele von uns verfügen über Internet und könnten so Daten unmittelbar weitergeben bzw. empfangen. Ich denke hier z. B. an das vor kurzer Zeit von Günter Krings/Manfred Huppertz erstellte Ortsfamilienbuch von Konzen, in dem auch viele Personen genannt werden, die ihren Ursprung in Konzen haben oder aus anderen Dörfern zugezogen sind.”

H. J. Siebertz bittet darum, dass sich alle Personen, die ihm bisher nicht namentlich als aktive Heimatkundler bekannt sind, mit ihm in Verbindung setzen sollen, damit er ihnen eine Einladung zum ersten Treffen der „Arbeitsgemeinschaft Heimat- und Geschichtsvereine” zuschicken kann. Der Name ist übrigens nur ein Arbeitstitel und nicht als offizielle Bezeichnung vorgegeben. „Ein neuer Verein soll allerdings nicht entstehen, denn” - so Siebertz - „unsere Mutter ist der schon seit vielen Jahren bestehende Geschichtsverein des Monschauer Landes unter der Leitung von Dr. Elmar Neuss. Wenn der Wunsch besteht, könnte die Arbeitsgemeinschaft demnächst auch als Unterabteilung des Geschichtsvereins fungieren”.

Das erste Treffen der Arbeitsgemeinschaft wird voraussichtlich im Mai 2012 stattfinden; der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

Buch über Volksschule Lammersdorf in Planung

Heimatforscher H. Jürgen Siebertz aus Lammersdorf möchte bis Ende diesen Jahres ein weiteres Buch zur Heimatgeschichte des Monschauer Landes und speziell zu Lammersdorf veröffentlichen. Das Buch trägt den Titel: Die Geschichte der Volksschule zu Lammersdorf - von den Anfängen bis zur Auflösung.

Das Buch wird die Entwicklung sowohl der katholischen als auch der evangelischen Volksschule Lammersdorfs in Worten und Bilden vorstellen. Geplant sind folgende Themen: Das Volksschulwesen in Preußen, das Volksschulwesen im Monschauer Land, das Volksschulwesen in Lammersdorf, die 1. Volksschule von 1816 bis 1863, die 2. Volksschule von 1864 bis 1953, Fotos der Schülerinnen und Schüler, die 3. Volksschule von 1954 bis 1968, Fotos der Schülerinnen und Schüler, die evangelische Volksschule in Lammersdorf von 1950 bis 1968, Schülerlisten.

Wie immer ist H. Jürgen Siebertz auch bei dieser Dokumentation auf Mithilfe angewiesen. Er bittet deshalb, ihm kurzfristig Fotos auszuleihen. Von besonderem Interesse sind auch Fotos von Klassenfahrten, Besichtigungen, Schulfeiern usw. Selbstverständlich erhält jeder seine Fotos innerhalb weniger Tage unversehrt zurück.

Alle Heimatfreunde werden gebeten doch noch einmal in ihren Unterlagen, Fotoalben oder Sammlungen nachzuschauen, ob sich darunter nicht auch Fotos aus ihrer oder der Schulzeit ihrer Angehörigen befinden. Es geht wie gesagt um den Zeitraum der Einschulung bis 1968.

Wer etwas zum Gelingen dieser Dokumentation beisteuern kann, bitte Kontakt aufnehmen unter Tel. 02473/7917.

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