Lammersdorf - Heilige ein Stück in die Gegenwart geholt

Heilige ein Stück in die Gegenwart geholt

Von: ho
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In der Lammersdorfer Kirche pr
In der Lammersdorfer Kirche präsentierte Josef Baumann rund 20 Interessierten einen interessanten Vortrag und Rundgang zur Geschichte des Gotteshauses an, das mit seinen Malereien von 1986 bis 1998 wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt worden war. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Mehr als 400 Jahre Kirchengeschichte in interessanter und lockerer Form zu präsentieren und hierbei die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen, dieses Kunststück brachte am Wochenende Josef Baumann, Ehrenbrudermeister der St. Johannes Schützenbruderschaft, fertig, als er in der Lammersdorfer Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Wissenswertes zur Geschichte und zum Gebäude erzählte.

Das Kirchgebäude wird im nächsten Jahr 105 Jahre alt. Nach der Grundsteinlegung im Jahre 1901 konnte die Kirche bereits anderthalb Jahre später, am 9. November 1902, eingesegnet werden, die Benediktion erfolgte dann 1907. Das „Montjoier Volksblatt” meldete zum Stolz der Lammersdorfer damals: „Die Kirche gehört zu den schönsten Gotteshäusern im Kreis Montjoie.”

Kleine Holzkapelle um 1600

In seinen mit viel Detailkenntnis vorgetragenen Ausführungen erfuhren die Zuhörer von Josef Baumann, dass in Lammersdorf bereits um das Jahr 1600 eine kleine Holzkapelle stand. Ansonsten musste man damals aber weite und beschwerliche Wege in Kauf nehmen, um am Gottesdienst teilzunehmen. Mehr als 300 Jahre musste man bei Wind und Wetter zu allen kirchlichen Anlässen (Messe, Taufe, Kommunion, Beerdigung) zur Mutterkirche in Simmerath „pilgern”.

Auch aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl (360) beschloss man daher, eine eigene Kirche aus Stein zu bauen. Nach vierjähriger Bauzeit erfolge 1709 deren feierliche Einweihung. Schutzpatron wurde der Heilige Johannes der Täufer. Dieses erste Kirchengebäude war bedeutend kleiner als die heutige Kirche. Gut 200 Jahre später war die Einwohnerzahl in „Laimisch” auf rund 650 angestiegen, so dass der Platz in der Kirche einfach nicht mehr ausreichte. So wurde 1901 das alte Kirchgebäude abgerissen, der Saal Frings (heute Roeffen-Lüscher) zur Notkirche umfunktioniert und im selben Jahr erfolgte auch die Grundsteinlegung der neuen Kirche. Der Grundstein ist im übrigen auch heute noch hinter dem Altar zu besichtigen.

Die neue Lammersdorfer Kirche, deren Turm nun gut 50 Meter in den Eifeler Himmel ragte, verfügte über drei Portale und bot Platz für bis zu 900 Personen. Die gemauerten Säulen in der Kirche reichen zwei Meter ins Erdreich und sind zehn Meter hoch. 1911 erfolgte schließlich die Ausmalung des Gotteshauses durch den bekannten Kirchenmaler R. Rosenthal aus Köln. Diese Malereien wurden 1958 im Rahmen von Renovierungsarbeiten mit weißer Farbe übertüncht.

28 Jahre später (von 1986 bis 1998) wurden unter Pfarrer Karl-Heinz Graff die Malereien wieder freigelegt und das Gotteshauas in seinen ursprünglichen und jetzigen Zustand versetzt. Die Freilegung und Restaurierung der Ausmalungen, die Außensanierung, die Erneuerung der Kirchenbänke, der Aufbau von Zelebrationsaltar und Ambo stellen sicher einen Meilenstein in der Lammersdorfer Kirchengeschichte dar.

Hubertus zweiter Schutzpatron

Beim Rundgang mit Josef Baumann war jedoch nicht nur Kirchgeschichtliches zu erfahren. Allein seine Ausführungen zu den zwölf Aposteln, die von den Kirchenwänden auf die Gläubigen herabschauen, waren den Besuch und das Zuhören wert und brachten die dargestellten Heiligen ein wenig in die Gegenwart zurück. Selbst ältere Dorfbewohner konnten da beispielsweise in der Marienkapelle oder am Josefaltar manch Neues erfahren und wurden auf „versteckt” gemalte oder aufgestellte Heilige aufmerksam gemacht. So dürfte sicher nicht jeder wissen, dass der zweite Schutzpatron der Lammersdorfer Kirche der Heilige Hubertus ist und der Altar in der Marienkapelle aus dem Jahr 1912 stammt. Fazit: Ein gelungener Vortrag zur Kirchen- und Heimatgeschichte, der eine Wiederholung verdient hat.
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