Havarie auf dem Rursee: Ursachensuche geht weiter

Von: Jan Mönch
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Zurück an der Oberfläche: Mithilfe von Tauchern, Hebekissen und einer ordentlichen Portion Pressluft konnte das Technische Hilfswerk das havarierte Motorboot (links) am Maifeiertag vom Grund des Rursees bergen. Foto: Ralf Roeger
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Schwer beladen: In 26 Meter Tiefe entdeckten die THW-Taucher am Mittwoch das Wrack. Foto: psm

Nordeifel. Die Ursache für die Havarie auf dem Rursee am Montag war definitiv kein Leck. Dies teilte Polizeisprecher Paul Kemen am Donnerstag mit. Nach der Bergung des Motorboots am Mittwoch sei von seinen Kollegen „keinerlei Beschädigung in der Außenhaut“ festgestellt worden.

Damit rückt die Fahrweise des Bootsführers sowie die Möglichkeit, dass das Boot überladen war, in den Blickpunkt. Kemen: „Wir stehen in Kontakt zur Staatsanwaltschaft.“ In Person von Jost Schützeberg teilte diese am Donnerstag lediglich mit, dass zurzeit kein Verfahren anhängig sei.

Am Montag war gegen 11.30 Uhr ein Motorboot gesunken. An Bord: Vier Kinder und drei Lehrer der Aachener Kleebachschule für Kinder mit geistiger Behinderung sowie die dreiköpfige Besatzung. Sämtliche Passagiere, die schon vor Antritt der Fahrt Schwimmwesten angelegt hatten, konnten gerettet werden. Sie kamen mit dem Schrecken sowie leichten Unterkühlungen davon.

Die DLRG hatte gegenüber unserer Redaktion zunächst behauptet, das Boot sei Leck geschlagen. Die Herstellerfirma Vieser mit Sitz in Jüchen hatte dies als zwar unwahrscheinlich, nicht aber unmöglich eingeschätzt. Nun jedoch scheint diese Version in der Tat nicht mehr haltbar.

Die Polizei ermittelt weiter: Man bemühe sich zurzeit, so Paul Kemen, an „verlässliche Papiere“ zu dem Motorboot vom Typ „Vieser Shadow“ zu kommen. Diese sollen Aufschluss darüber geben, ob das Unglücksfahrzeug mit seinen zehn Insassen überladen war. Vieser-Firmenchef Horst Möller hatte sich außerstande gesehen, unserer Redaktion ebendiese Frage zu beantworten.

DLRG-Pressesprecher Michael Grohe kannte die erlaubte Zahl an Passagieren zwar ebenfalls nicht, wollte aber trotzdem wissen, dass diese nicht überschritten wurde. Vom Befund der Polizei erfuhr Grohe am Donnerstag durch erneute Anfrage unserer Zeitung. Dennoch, so Grohe, sei es reine Spekulation, von einem Fehlverhalten des DLRG-Personals auszugehen. Vielleicht seien ja technische Mängel schuld gewesen.

In Schutz genommen wird die DLRG von Helmut Heinzen, Leiter der Kleebachschule. Die Kollegen, die die Havarie miterlebten, hätten die Rettungsschwimmer ausdrücklich für ihr Verhalten in der lebensgefährlichen Situation gelobt. Einer seiner Kollegen wolle der DLRG nun sogar beitreten. Heinzen: „Was geschehen ist, war natürlich dramatisch, aber es ist zu keinem Zeitpunkt Panik aufgekommen.“

In dem Stolberger Krankenhaus, in das die Kinder nach ihrer Rettung aus dem kalten Wasser zur Beobachtung gebracht worden waren, herrschte nach Heinzens Beschreibung bereits „eine gelöste und sehr ruhige Atmosphäre“. Alle Kinder nähmen mittlerweile wieder am Unterricht teil.

Am Freitagmorgen besuchen Vertreter der DLRG die Kleebachschule. In diesem Rahmen soll auch Kontakt zu den Eltern der Schülern hergestellt werden. Außer Frage steht laut dem Rektor, dass die Schule auch in Zukunft mit der DLRG zusammenarbeiten will.

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