Haustür-Wahlkampf als grüne Strategie

Von: Max Stollenwerk
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Die neue Vorstandsmannschaft des Simmerather Ortsverbandes der Grünen wurde jetzt auf der Mitgliederversammlung in Steckenborn gewählt (v. l.): Gisela Breuer (Kassenprüferin), Gisela Kampshoff-Enderle (Schriftführerin), Lukas Benner (Landtagskandidat), Günter Thimm (Vorstandssprecher), Daniel Wiegand (Beisitzer), Klaus Stockschlaeder (Beisitzer) und Wolfgang Enderle (stellv. Kassenprüfer). Es fehlt Gerd Britscho (Schatzmeister). Foto: Max Stollenwerk

Steckenborn. Eng wurde es im Versammlungsraum der Gaststätte Stollenwerk, denn der Ortsverband Simmerath von Bündnis 90/Die Grünen hatte zur Mitgliederversammlung eingeladen. Kommunalpolitische Themen, die im Mai anstehende Landtagswahl sowie Neuwahlen des Vorstandes standen auf dem Programm.

Vorstandssprecherin Gisela Kampshoff-Enderle konnte ebenfalls Alexander Tietz-Latza, Vorsitzender des Kreisverbandes der Grünen Aachen, sowie Lukas Benner aus Rott, der als Landtagskandidat für die Grünen kandidiert, begrüßen. Zu Beginn der Versammlung stellte der 21-Jährige Lukas Benner, der damit der jüngste grüne Landtagskandidat ist, sich und seine Visionen für den Wahlkampf vor.

„Es ist höchste Zeit, dass wir uns dafür einsetzen, die Natur und die Tiere zu schützen und zu erhalten, denn das bringt uns einfach unglaublich viel“, sagte Benner, der sich im Tier- und Ozeanschutz engagiert. Außerdem sei es an der Zeit, dass die Grünen alles dafür tun, um bessere Wahlergebnisse zu erzielen, um dann „gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung zu kämpfen.

Denn die Grünen sind der Gegenspieler des Rechtsextremismus“, so Benner, der an seinem achtzehnten Geburtstag in die Grünen eingetreten ist und zurzeit Jura in Bonn studiert.

Wichtig sei es für ihn zudem, die Jugend mit ins Boot zu nehmen. „Die Jugendpartizipation und diese früh für die Demokratie und deren Bedeutung zu sensibilisieren ist mir unglaublich wichtig“, betonte Benner. Gerade im ländlichen Raum müsse man hier neue Angebote schaffen.

Hier sei beispielsweise praxisnaher Unterricht oder die Bildung von Jugendparlamenten möglich. Zum Punkt der Jugendparlamente gab Ratsmitglied und Klaus Stockschlaeder jedoch zu bedenken, dass er „dieses Potenzial, 15 bis 20 Jugendliche aus der Gemeinde Simmerath für so etwas zu begeistern, aktuell nicht sehe“. Insgesamt sei es schwierig, junge Leute für Politik zu begeistern und sie dazu zu bringen, dafür ihre Freizeit zu opfern.

Bei seinen politischen Zielen in den Bereichen Umwelt, Tierschutz, Stärkung des Ökosystems, Bildungspolitik und dem gerechten Älterwerden betonte er: „Wir müssen dringend raus aus der grünen Blase, in der alle immer nett zueinander sind, sich duzen und jeder den anderen gern hat, sondern wir müssen auf die Leute zugehen.“

Es sei nun an der Zeit, dies zu versuchen. In den letzten Tagen hat der 21-Jährige, der bei der letzten Kommunalwahl nur hauchdünn an einem Einzug in den Gemeinderat gescheitert ist, das auch gemacht und an vielen Haustüren in den Ortschaften der Nordeifel geklingelt.

Denn die Grünen setzen auf den Haustürwahlkampf, um die Wähler zu überzeugen. Bei dem Haustür-Wahlkampf, der in den nächsten Tagen und Wochen noch fortgesetzt werde, habe es „überwiegend positive Reaktionen und gute Gespräche gegeben“, betonte Benner, der sich sicher ist, dass „Politik vor Ort gut ankommt“.

Nach der ausführlichen Präsentation sowie einigen interessierten Rückfragen an Lukas Benner berichtete Gisela Kampshoff-Enderle von den Aktivitäten des Vorstandes in den abgelaufenen zwei Jahren. Man habe sich hauptsächlich an einigen Aktionen des Kreisverbandes beteiligt und dabei vornehmlich die Proteste gegen das marode Atomkraftwerk Tihange unterstützt. Dazu habe man Regenschirme, Plakate und Aufkleber unter das Volk gebracht.

Zudem habe man vorstandsseitig die Aktion „Dein Haus ist mein Haus“ unterstützt. Hier wurden neu ankommende Flüchtlinge begrüßt, informiert und unterstützt. Weiterhin gab es eine Filmvorführung zur Situation der Flüchtlinge in der Eicherscheider Tenne.

Auch ein Benefizkonzert in Roetgen, dessen Erlös der Flüchtlingshilfe in Roetgen zugute kam, hat der Ortsverband der Grünen gefördert. Unterstützung für die Monschauer Grünen gab es außerdem auf dem Stand des Monschauer Wirtschaftstages im September des letzten Jahres.

Der Vorstand der Grünen wurde im Anschluss daran einstimmig entlastet, bevor es ebenfalls zu einstimmigen Neuwahlen kam. Gisela Kampshoff-Enderle lag am Herzen, noch auf zwei Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Im Rahmen der Aktion „Das geht“, soll die Jugend in den Dialog mit der Politik kommen. Es gibt insgesamt drei Veranstaltungen, wobei die für Monschau, Roetgen und Simmerath relevante am 10. Mai von 16 bis 19 Uhr im Zinkhütter Hof in Stolberg stattfindet.

Zudem erinnerte sie an die Aktion „Becquerel“, die am 7. Mai stattfindet. Neben der großen Menschenkette, die für den 25. Juni geplant ist und von Aachen bis Tihange gehen soll, ist dies die zweite große Kundgebung, die sich gegen den Atommeiler einsetzt.

Becquerel ist eine Sternfahrt mit dem Fahrrad, bei der die Teilnehmer aus verschiedenen Kommunen in der Städteregion starten und sich später dann in Aachen treffen. Die Möglichkeit, sich dieser Initiative anzuschließen, besteht in Konzen, Lammersdorf und Roetgen.

Abschließend berichteten die beiden Ratsmitglieder Daniel Wiegand und Klaus Stockschlaeder noch über die aktuelle Ratsarbeit im Simmerather Gemeinderat. Hier stünden zurzeit das geplante neue Baugebiet in Lammersdorf sowie der Glasfaserausbau in der Gemeinde auf der Tagesordnung.

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