„Haus der Superlative” für die Feuerwehr

Von: P. St.
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Die historische Handspritze aus dem Jahr 1883 ist der Stolz der Feuerwehr Steckenborn, die jetzt anlässlich der Einweihung ihres neuen Gerätehauses auch den Wechsel in der Löschgruppenführung vornahm: Frank Braun (2. v. re.) übergab die Leitung an Martin Stollenwerk. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (re.) und Simmeraths Gemeindewehrführer Christian Förster (li.) übernahmen den offiziellen Teil. Foto: P. Stollenwerk

Steckenborn. Die offizielle Feier zur Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Steckenborn war am Sonntagmittag gerade beendet, da gab es leichte Unruhe unter den versammelten Feuerwehrleuten, denn einige Kameraden mussten sich bereithalten für einen möglichen Einsatz im Kreis Düren mit dem Gerätewagen Messtechnik der Städteregion Aachen, den die Löschgruppe Steckenborn 2007 übernommen hat.

Feier und Feuer lagen also auch am Sonntag wieder eng beieinander, als ein weiterer großer Festtag in der 105-jährigen Geschichte der Feuerwehr Steckenborn anstand und nach über dreijähriger Bauzeit unter großer Anteilnahme der Bevölkerung das neue Gerätehaus offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde.

Bei herrlichem Spätsommerwetter herrschte buntes Treiben im Ortszentrum zwischen altem und neuem Gerätehaus, und Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sprach bei seiner Begrüßung zu Recht von einem „großen Ereignis für ganz Steckenborn”. Er verschwieg aber auch nicht mitunter „turbulente Bauphasen, Wartezeiten und Missverständnisse”, die das Projekt begleiteten. Doch am Ende zähle das Ergebnis, „und dieses Gebäude kann Steckenborn niemand mehr wegnehmen”.

Dieses Ergebnis hat mit fast 700.000 Euro Gesamtkosten aber auch seinen Preis. Die stolze Summe von 500.000 Euro steuerte „trotz schwieriger Finanzlage”, so Hermanns, die Gemeinde Simmerath bei. Die über 10.000 ehrenamtlich eingebrachten Arbeitsstunden der Löschgruppe Steckenborn entsprachen weiteren 190.000 Euro an Eigenleistung.

Simmeraths Gemeindewehrführer Christian Förster dankte der Löschgruppe Steckenborn dafür, dass diese sich bereit erklärt habe, den Messwagen (GW Mess), der nun selbstverständlich neben dem Löschfahrzeug im neuen Gerätehaus seinen dauerhaften Platz findet, zu übernehmen. Diese „anspruchsvolle Aufgabe” erfordere eine permanente Fortbildung. Der Gemeinde Simmerath dankte er dafür, dass die Kommune ungeachtet einiger Turbulenzen gegen Ende der Bauphase ihre Verpflichtung für einen leistungsfähigen Feuerschutz zu sorgen erfüllt habe. Der Gerätewagen ist eine wichtige Unterstützung bei umweltrelevanten Einsätzen.

„Gewaltige Herausforderung”

Auch Steckenborns Löschgruppenführer Frank Braun sprach von einer „gewaltigen Herausforderung” durch den GW Mess. 15 junge Wehrleute hätten im Jahr 2008 einen über 1000 Ausbildungsstunden umfassenden Lehrgang absolviert. Mit dem neuen Gerätehaus habe man nicht nur ein Domizil für das zusätzliche Fahrzeug sondern auch einen Beitrag zur Dorfverschönerung geleistet anstelle des dem Verfall geweihten Bauernhauses.

Steckenborns Ortsvorsteher Alex Stiel sprach von einem „Haus der Superlative” wohl wissend, dass diese „Investition in die Zukunft” nicht nur mit angenehmen Begleitumständen versehen war.

Nachdem Pfarrer Michael Stoffels das Haus unter den Segen Gottes gestellt hatte und Kreisbrandmeister Bernd Hollands die Löschgruppe Steckenborn zur ihrer Leistung beglückwünscht hatte, erinnerte Dr. Axel Thomas von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion als Projektleiter daran, dass nicht weniger als 40 Firmen am Neubau beteiligt gewesen seien. Wenn man die enorme Eigenleistung umrechne, dann habe jeder Einzelne am Bau beteiligte Feuerwehrmann etwa eine 5000-Euro-Spende eingebracht.

Mit Geld warteten auch ortsansässigen Banken auf. 3000 Euro gab es von der Sparkasse Aachen, 1800 Euro von der Raiffeisenbank Simmerath für die Anschaffung eines Rauchhauses, das als Anschauungsobjekt wichtige Dienste bei der Brandschutzerziehung leistet.

Eingebunden in die Einweihung des Gerätehauses wurde auch der Wechsel in der Führung der Löschgruppe Steckenborn. Brandoberinspektor Frank Braun, 1985 in die Wehr eingetreten, war 1999 zum Löschgruppenführer ernannt worden. Seinen „enormen Einsatz” würdigten Gemeindewehrführer Christian Förster und Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, ehe mit Martin Stollenwerk für die nächsten sechs Jahre ein junger Nachfolger vorgestellt wurde.

Der 26-Jährige ist bereits seit 2008 stellvertretender Löschgruppenführer und setzt die Tradition der Löschgruppe Steckenborn fort, dass man jungen Leuten schon frühzeitig Führungsverantwortung überträgt. Zum seinem Stellvertreter wurde Lukas Breuer ernannt.

Kein Kirchturmdenken mehr

Abschließend meinte Frank Braun in einer persönlichen Bilanz, dass er sich besonders darüber freue, dass das Kirchturmsdenken in den Löschgruppen inzwischen der Vergangenheit angehöre. Sein Vorgänger Karl Stollenwerk bescheinigte ihm, dass er sich in besonderer Weise um die Feuerwehr verdient gemacht habe.

Dann war Feuer frei fürs ausgiebige Feiern; die Swingband Melano sorgte für musikalische Unterhaltung und die Feuerwehr versorgte die Bevölkerung mit vielfältigen Informationen.
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